16. September 2020 / 21:27 Uhr

Im Duett über die Hindernisse: Gossel erreicht bei U18-DM Silberrang, Heyne Platz fünf

Im Duett über die Hindernisse: Gossel erreicht bei U18-DM Silberrang, Heyne Platz fünf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei der Hindernislauf-U18-DM konnte Annabell Gossel vom LAC Schkeuditz die Silbermedaille ergattern.
Bei der Hindernislauf-U18-DM konnte Annabell Gossel vom LAC Schkeuditz die Silbermedaille ergattern. © Wolfgang Birkenstock
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Bei der U18-Meisterschaft im Hindernislaufen konnten sich Annabell Gossel und Neele Heyne deutlich verbessern: Auch weil sie sich während des Lockdowns fit gehalten haben - mit Trainingsplänen aus Australien.

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Leipzig. Die Hindernisläuferinnen Annabell Gossel (LAC Schkeuditz) und Neele Heyne (SC DHfK) haben bei der U18-DM ordentlich abgeräumt. Die Mädels wollten ihre Plätze vier und neun auf der Meldeliste verteidigen. Doch beide nahmen Tempo auf und gingen volles Risiko. Das Anfangstempo war (zu) hoch, doch Aufgeben keine Option: Silber mit Landesrekord und Rang fünf inklusive Bestzeit stehen zu Buche. „Mehr war nicht drin, ich bin absolut happy“, sagt Annabell Gossel.

Neele Heyne lag zwischendurch sogar vor ihr, beide pushten sich gegenseitig. „Mir ging es auf der letzten Runde richtig schlecht. Auf letzten 100 Metern kam noch mal Energie auf und ich konnte mich noch einen Platz verbessern.“

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Den Hindernis-Girls kommt zu Gute: In der Altersklasse U16 stand in ihren Vereinen häufig Hürdentraining auf dem Programm – und zwar beidseitig. Trainer Mathias Kummich: „Die Zwei haben einen technischen Vorteil im Vergleich zu Mädels, die nur Flachstrecken laufen.“

„An der Sportschule sind alle fokussiert“

Während des Lockdowns trainierten die Athletinnen allein. Die Pläne kamen aus Australien, wo der Coach im Urlaub war. Annabell nutzte die zusätzliche Zeit fürs Training, denn sie ging noch nicht aufs Sportgymnasium. Neele hatte anfangs Motivationsprobleme, gab dem Tag aber zunehmend Struktur. Die 16-Jährigen kennen sich schön länger. „Aus der vierten Klasse. Wir konnten uns damals nicht leiden“, schmunzelt Neele. Seit einem Jahr geht es am Stützpunkt gemeinsam auf die Tartanbahn. Mittlerweile kommen beide bestens klar. Die Dritte im Bunde ist Trainingskollegin Lilli Scheibe (SV Großbardau) – sie verpasste die DM-Quali für Heilbronn hauchdünn.

Trainingspartner und direkte Konkurrenten – geht das? „Eine Trainingskollegin pusht im Wettkampf unheimlich. Außerdem freut man sich auf Unterstützung“, meint Gossel. Bei den 76 Zentimeter hohen Hindernissen – insbesondere am Wassergraben – sind Stürze programmiert. Auch Bauchklatscher ins kühle Nass gehören dazu – diese Erfahrung „durfte“ Annabell bereits machen – zum Glück im Training.

Die Vollblutsportlerinnen büffeln am Sportgymnasium. Viel Freizeit bleibt nicht. Neele kennt den Alltag: „An der Sportschule gibt es nicht viel drumherum, alle sind fokussiert.“ Annabell wechselte im Sommer an die Marschner Straße. Sie weiß: „Wenn man ein Tief hat, fragt man sich auch mal, wozu man das macht.“ Doch Tage wie in Heilbronn entschädigen für den harten Alltag. Stephanie Riedel, Frank Schober