18. Dezember 2019 / 16:52 Uhr

Hinrundenbilanz: 05-Trainer Nils Leunig glaubt fest an Klassenerhalt

Hinrundenbilanz: 05-Trainer Nils Leunig glaubt fest an Klassenerhalt

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
05-Trainer Nils Leunig im Halbzeitinterview.
05-Trainer Nils Leunig im Halbzeitinterview. © Foto: Brömsen
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Die Hinserie lief ziemlich bescheiden. Die A-Junioren des I. SC Göttingen 05 rangieren nach 14 Spielen auf den 11. Tabellenplatz, dem derzeit ersten Abstiegsrang. Im Interview sprich Trainer Nils Leunig über die sportliche Bilanz, die Vereinbarkeit mit seinem Job und fehlende Kooperationen.

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Herr Leunig, wie fällt ihre sportliche Bilanz der Hinrunde aus?

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„Es fehlt ein Stück weit an Qualität, aber vor allem an Konstanz. Vom Talent sind wir in der Lage, die Liga auf jeden Fall zu halten. Leider bringen wir unsere mögliche Leistung nicht immer auf den Platz. Für die Leistungen in der Hinrunde gibt es mehrere Faktoren: Oftmals haben wir zu wenig Selbstvertrauen und es entsteht eine allgemeine Verunsicherung, wenn Aktionen schief gehen. Allerdings sehe ich insgesamt einen positiven Trend und eine Entwicklung des Teams ist erkennbar.

Wir müssen vor allem unsere Defensive in den Griff bekommen – 44 Gegentore sind unfassbar und einfach zu viel. Allerdings haben wir es auch geschafft, zwei Spiele zu null zu bestreiten. Viele Tore sind aber nach individuellen Fehlern entstanden. Das darf in der Häufigkeit nicht passieren. Zudem hatten einige personelle Probleme. Unser Kapitän Nico Diederich ist längerfristig verletzt ausgefallen. Deshalb mussten wir auch unsere Viererkette des Öfteren verändern.

Wie sehen Sie die Chancen auf den Klassenverbleib und wer sind die Hauptkonkurrenten?

„Wir können es aus eigener Kraft schaffen, die Liga zu halten. Unser eigentliches Saisonziel war Platz fünf bis acht. Auch das ist noch möglich, da wir auf diese Plätze auch nur sieben Punkte Rückstand haben. Allerdings wäre es auch wichtig, dass wir in der Rückserie gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte punkten. Natürlich müssen wir auch unsere Hausaufgaben machen und gegen die Teams der Plätze neun bis 14 punkten. Unsere wichtigsten Konkurrenten sind Lupo und Bückeburg. Klar ich habe ich was den Klassenerhalt angeht noch gewisse Restzweifel, aber ich bin mir schon zu 95 Prozent sicher, dass wir die Liga halten.

Sie sind seit fünf Jahren A-Juniorentrainer beim I. SC 05, ist nicht einmal Zeit für eine Veränderung?

„Dahingehend gibt es aktuell keine Überlegungen. Für die neue Serie habe ich noch nicht entschieden, ob ich die A-Jugend weitermache – dazu muss ich mir noch abschließende Gedanken machen. Dass ich bei einem anderem Verein etwas mache, scheidet aktuell aus.

Ist der Aufwand neben dem zeitintensiven Job bei der BG Göttingen auf Dauer machbar?

„ Das ist tatsächlich in diesem Jahr so schlimm, wie noch nie. Das passt nicht optimal zusammen, da ich leider nicht bei allen Spielen dabei sein kann. Dieses Jahr kamen auch noch private Gründe dazu. Natürlich ist es in der sportlichen Situation nicht förderlich, wenn man nur bei gut 50 Prozent der Spiele als Cheftrainer dabei ist. Das Team fühlt sich schon sicherer, wenn ich dabei bin. Allerdings macht Jürgen einen richtig guten Job. Er hat ja immerhin zwei unserer vier Siege allein eingefahren. Dennoch sollte der Cheftrainer häufiger da sein.

Wie sehen Sie die kommenden Jahre in der Jugend des I. SC 05 und allgemein in der Region?

„Die kommenden drei bis vier Jahre sollte die U19 auf jeden Fall noch in der Niedersachsenliga spielen. Die Trainer im Grundlagenbereich machen viele Leistungsvergleiche und betreiben einen hohen Aufwand. Daraus entwickeln sich stets gut ausgebildete Spieler. Dass der Sprung in die Niedersachsenliga zurück zu kommen schwierig ist, sieht man bei unserer U17. Daher muss es das oberste Ziel des Vereins sein, dass die U19 in der Liga bleibt.

„Insgesamt gesehen wünsche ich mir mehr Kooperation mit Göttinger Vereinen. Das Projekt mit dem Bovender SV (JSG Schwarz-Gelb) ist eine fruchtbare Zusammenarbeit. Nach dem Abstiegsjahr der U17 haben uns viele Spieler verlassen. Daher haben wir jetzt auch eine Lücke in dem Jahrgang. In Zukunft muss unser Einzugsgebiet größer werden, wenn wir auf Dauer auf dem Niveau spielen wollen. Wir haben im aktuellen Kader zwei Spieler aus Einbeck, jeweils einen aus Kassel und Brakel. Die betreiben einen enormen Zeitaufwand.“

Ist der Göttinger Herrenfußball attraktiv für hungrige Jugendspieler?

„Das ist eines des größten Probleme. Wir haben zwar viel Masse in der Bezirks- und Landesliga, aber die Spitze bleibt auf der Strecke.

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Welchen Spielern trauen Sie den Sprung in die Herren-Landesliga zu?

„Das hält sich in Grenzen. Sicherlich ist Edward Obilici ein möglicher Kandidat, ein super Spieler, der es höherklassig schaffen könnte. Zudem traue ich Nico Diederich den Sprung zu. Als Außenverteidiger war er schon in der vergangenen Saison Stammspieler.“

Interview: Jan-Philipp Brömsen