27. Februar 2016 / 20:22 Uhr

Hirsch gegen Ex-Klub Lübeck: "Ein geiles Gefühl, Erster zu sein"

Hirsch gegen Ex-Klub Lübeck: "Ein geiles Gefühl, Erster zu sein"

Peter-Wulf Dietrich
SPORTBUZZER-Nutzer
Dietmar Hirsch ist mit dem VfB Oldenburg Tabellenführer der Regionalliga Nord, schaffte einen starken Punkteschnitt von 2,33 Zählern. USER-BEITRAG
Dietmar Hirsch ist mit dem VfB Oldenburg Tabellenführer der Regionalliga Nord, schaffte einen starken Punkteschnitt von 2,33 Zählern. © imago/Manngold
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Der frühere Lübecker Dietmar Hirsch plant mit dem VfB Oldenburg den Aufstieg in die Dritte Liga - am Sonntag spielt der VfB Lübeck bei den Niedersachsen.

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Als Dietmar Hirsch vor neun Monaten Lübeck verließ und in Niederkrüchten (zwischen Mönchengladbach und der holländischen Grenze) ein Haus bezog, hatte er gehofft, an Rhein und Ruhr einen Trainer-Job zu finden. „Das wäre ideal. Die Chancen im Westen sind größer als im Norden“, sagte der 44-Jährige. „Es tut weh, wenn du keinen Job hast. Besonders schlimm ist es an den Wochenenden, wenn Fußball gespielt wird und du nur auf der Tribüne oder vor dem Fernseher sitzt.“

Deshalb war er doch froh, dass fast anderthalb Jahre nach der Kündigung beim damaligen Drittligisten SV Elversberg, seiner ersten Profi-Trainer-Station, das Angebot des VfB Oldenburg kam. Allerdings: Zwischen Rheinland und der neuen Arbeitsstelle liegen rund 300 Kilometer. Seine Frau Dagmar und Tochter Leah (17) wohnen weiter in Niederkrüchten, Tochter Lara (19) lebt aber fast in seiner Nähe, macht eine Ausbildung in Hamburg.

„Ich sehe meine Frau einmal in der Woche“, sagte der Familienmensch Hirsch. „Als ich noch Spieler war, ist meine Familie immer nachgekommen.“ Das ist jetzt (noch) nicht geplant. Hirschs Vertrag gilt zunächst bis zum Ende dieser Saison. „Wir sind in Gesprächen. Wenn der Kontrakt verlängert wird, werde ich mir eine größere Wohnung in Oldenburg suchen“, sagte Hirsch. Die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung stehen gut. Mit dem VfB Oldenburg (50 Punkte) führt er die Tabelle in der Regionalliga Nord vor dem VfL Wolfsburg II (45) und Weiche Flensburg (44) an. Am Sonntag kommt der VfB Lübeck, sein Ex-Klub, für den er als Spieler, Sportchef und Geschäftsstellenleiter gearbeitet hat, ins Marschwegstadion. Ein besonderes Spiel? „Nein“, sagte Hirsch. „Ich bin jetzt mit dem ganzen Herzen in Oldenburg. Ich bin dankbar, dass ich hier arbeiten darf. Ich sehe meinen Job als Berufung.“

Wolfsburg und Flensburg sind für Hirsch die größten Konkurrenten. Auch Meppen und Drochtersen/Assel schreibt er noch nicht ab. Dann gerät er richtig ins Schwärmen: „Wir wurden erst Herbstmeister, dann Wintermeister. Es ist ein geiles Gefühl, Erster zu sein. An der Spitze wollen wir jetzt auch bleiben. Ich habe mir einen Auftrag gegeben: Ich will mit dem Klub in die Dritte Liga.“ Der Lizenz-Antrag (Frist: Dienstag, 1. März, 15.30 Uhr) ist in diesen Tagen beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht worden. Das Flutlicht (eine Auflage des DFB) fehlt zwar noch, „aber der Verein wird eine feste oder mobile Anlage aufbauen“. Die Dritte Liga sei laut Hirsch aber kein unbedingtes Muss. „Wenn wir es in den Relegationsspielen nicht schaffen sollten, bricht die Welt hier nicht zusammen. Den größeren Druck haben die anderen Mannschaften.“

Hirsch sieht, dass sich in Oldenburg „etwas entwickelt, das ist alles sehr seriös, wie hier gearbeitet wird“. Er kann unter Profi-Bedingungen trainieren, einmal am Vormittag um 10.30 Uhr, fünfmal um 17 Uhr. Nur vier, fünf Spieler arbeiten, einige gehen zur Uni, ansonsten sind alle Profis. „Sie kommen finanziell über die Runden“, sagte Hirsch der in der Stadt eine Aufbruchstimmung ausgemacht hat. Rund 2500 Zuschauer kommen zu den Heimspielen. So viele dürften es morgen gegen Lübeck auch werden - obwohl es kein Spitzenspiel ist, weil die Grün-Weißen inzwischen 22 Punkte Rückstand aufweisen.

Dietmar Hirsch: Ex-Lübecker im Fokus

Bundesliga-erfahren: Dietmar Hirsch, hier gegen Bayerns Thomas Strunz, absolvierte 196 Bundesliga-Spiele. Zur Galerie
Bundesliga-erfahren: Dietmar Hirsch, hier gegen Bayerns Thomas Strunz, absolvierte 196 Bundesliga-Spiele. © Wolfgang Maxwitat
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