18. Mai 2022 / 16:23 Uhr

"Es ist historisch": US-Fußballerinnen erkämpfen sich gleiche Bezahlung wie Männer und schreiben Geschichte

"Es ist historisch": US-Fußballerinnen erkämpfen sich gleiche Bezahlung wie Männer und schreiben Geschichte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
US-Starspielerin Megan Rapinoe setzt sich seit Jahren für Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Fußball ein.
US-Starspielerin Megan Rapinoe setzt sich seit Jahren für Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Fußball ein. © IMAGO/Shutterstock (Montage)
Anzeige

Im März 2019 reichten die US-Fußballerinnen eine Sammelklage gegen den Verband US Soccer wegen Diskriminierung ein. Damit bewirkten sie nun, dass Frauen und Männer in den USA künftig die gleiche Bezahlung einschließlich Boni garantiert wird. Damit schreiben die US-Frauen Geschichte.

Die von Starspielerin Megan Rapinoe angeführten US-Fußballerinnen haben ihren Kampf um Gleichstellung gewonnen. Der Fußballverband der USA sowie die Gewerkschaften der Frauen- und Männer-Nationalmannschaften einigten sich auf einen historischen Tarifvertrag, der allen Spielerinnen und Spielern die gleiche Bezahlung einschließlich Boni garantiert, wie der Verband US Soccer am Mittwoch mitteilte.

Anzeige

Demnach stellen die bis 2028 laufenden Verträge sicher, dass die im Vergleich zu den Männern um ein Vielfaches erfolgreichere Frauen-Nationalmannschaft die gleichen Prämienzahlungen bei Großturnieren wie Weltmeisterschaften erhält sowie generell die gleichen Bezüge wie das Männer-Team. Auch schüttet der Verband einen Teil seiner Einnahmen aus Übertragungen, Ticketverkäufen und Sponsoring zu gleichen Teilen an beide Teams aus.

Damit sind die USA laut Verband das erste Land, wo eine gleiche Bezahlung bei den WM-Boni eingeführt wurde. 2019 hatten sich die australische Männer- und Frauenmannschaft auf gleiche Lohn- und Arbeitsstrukturen, aber nicht auf gleiche WM-Bonuszahlungen geeinigt.

Anzeige

Gleiche Bezahlung nach Rechtsstreit

"Es ist historisch und ich denke, es wird viele andere Dinge im Sport auslösen, nicht nur in den USA, sondern weltweit“, sagte Nationalstürmerin Margaret Purce, die sich auch für gleiche WM-Prämienzahlungen durch den Weltverband FIFA aussprach.

Nach jahrelangem Rechtsstreit hatten sich die Fußballerinnen und der US-Verband im Februar auf eine gleiche Bezahlung geeinigt. Danach musste die Übereinkunft aber noch unterzeichnet und von einem Gericht abgesegnet werden. Für den Vergleich stimmten die Spielerinnen zu, auf alle beim Verband noch ausstehenden Ansprüche in der 2019 eingereichten Klage gegen Geschlechterdiskriminierung zu verzichten.

Die US-Fußballerinnen sind deutlich erfolgreicher als die Männer. Während die Männer, abgesehen von sechs Siegen im Gold Cup, der Nord- und Zentralamerikameisterschaft, noch keinen internationalen Titel gewinnen konnten, holten die Frauen bisher viermal Olympia-Gold, vier WM-Titel und konnten dazu bereits achtmal den Gold Cup für sich entscheiden. Bisher wurden sie aber deutlich schlechter bezahlt. Im März 2019 reichten sie deshalb eine Sammelklage gegen den Verband wegen Diskriminierung ein.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.