30. Januar 2022 / 18:11 Uhr

Adeyemi und Co. in die Bundesliga? So interessant sind die wertvollsten U21-Stürmer für die deutschen Top-Klubs

Adeyemi und Co. in die Bundesliga? So interessant sind die wertvollsten U21-Stürmer für die deutschen Top-Klubs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Adam Hlozek (l.) und Karim Adeyemi stehen beim FC Bayern und dem BVB offenbar hoch im Kurs.
Adam Hlozek (l.) und Karim Adeyemi stehen beim FC Bayern und dem BVB offenbar hoch im Kurs. © IMAGO/Michael Weber/CTK Photo/Fotostand (Montage)
Anzeige

Adam Hlozek, Karim Adeyemi, Jeremy Doku. Im internationalen Spitzenfußball tummeln sich viele vielversprechende Namen. Wer könnte für die Bundesliga-Topklubs interessant sein? Der SPORTBUZZER blickt auf die wertvollsten Sturm-Talente unter 21 Jahren und schätzt deren mögliche Perspektive in Deutschlands Eliteklasse ein.

Ousmane Dembélé, Kevin De Bruyne – und nicht zuletzt Erling Haaland. Sie alle sind gute Beispiele dafür, dass ein Wechsel in die Bundesliga für junge Talente ein durchaus lukratives Unterfangen sein kann. Aktuell läuft die Suche nach Verstärkungen wieder auf Hochtouren. Bis Montag können in Deutschland noch Last-Minute-Deals im Winter abgeschlossen werden. Auch über die Winter-Wechsel-Frist hinaus ranken sich beispielsweise um Stürmer Adam Hlozek von Sparta Prag die Gerüchte über einen Bundesliga-Transfer. Der 19-Jährige (laut transfermarkt.de 19 Millionen Euro wert) wurde im vergangenen Jahr zum jüngsten Torschützenkönig in der Geschichte des tschechischen Oberhauses.

Anzeige

Das kolportierte Interesse des FC Bayern und von Borussia Dortmund erscheint daher nur logisch. Bedient sich einer der deutschen Spitzenklubs beim tschechischen Hauptstadtklub? Oder orientiert sich die Bundesliga-Elite doch anderweitig auf der Suche nach vielversprechenden Nachwuchs-Angreifern? Ausreichend Material gibt der Talente-Pool in der Offensive zumindest her. Der SPORTBUZZER blickt auf die wertvollsten U21-Stürmer und schätzt deren Perspektive bei Deutschlands Top-Klubs ein.

Kamaldeen Sulemana (Stade Rennes):

Das Interesse aus der Bundesliga hat Kamaldeen Sulemana in der Vergangenheit offenbar bereits geweckt. Im Januar 2021 war der Ghanaer vom Kicker bei Bayer Leverkusen zur Wunschlösung auf dem Flügel deklariert worden. Aus einem Transfer wurde nichts: Bayer holte den inzwischen weitergereichten Demarai Gray von Leicester City (jetzt FC Everton), für Sulemana ging es für 15 Millionen Euro vom FC Nordsjaelland zu Stade Rennes. Dort ist der erst 19 Jahre alte Linksaußen eine feste Größe des Teams, traf in der laufenden Ligue-1-Saison viermal in 18 Partien. Ob das ordentliche Zwischenzeugnis die Leverkusener wiederholt lockt? Unwahrscheinlich. Mit Moussa Diaby, Paulinho, Amine Adli und Karim Bellarabi ist das Team von Trainer Gerardo Seoane auf beiden Flügeln doppelt und qualitativ hochwertig besetzt. Sollte die "Werkself" dennoch einen neuen Anlauf wagen, müsste man zudem wohl tief in die Tasche greifen. Der Vertrag des Offensivmanns läuft noch bis 2026. Sein Marktwert wird auf 20 Millionen Euro taxiert – Tendenz rapide steigend.

Anzeige

Fabio Silva (Wolverhampton Wanderers):

Im Alter von 16 Jahren hatte ihn laut Sport Bild kurzzeitig Eintracht Frankfurt im Visier. Zwei Jahre später ging es für Fabio Silva für 40 Millionen Euro vom FC Porto in die englische Premier League zu den Wolverhampton Wanderers, wo er einen Vertrag bis 2025 unterschrieb. Dort pendelt der inzwischen 19 Jahre alte Mittelstürmer zwischen Joker-Rolle und erster Elf. Die von den "Wolves" aufgerufene Ablösesumme lässt jedoch erahnen, was sich der Klub von dem Offensiv-Talent erhofft. Immerhin sammelte der Portugiese zwar bereits 50 Pflichtspiele in Wolverhampton, sein Arbeitsnachweis liest sich jedoch weniger spektakulär: Vier Tore und sechs Vorlagen sind zu wenig für die Ansprüche des Talents.

Könnte er in der Bundesliga überzeugen? Sein Marktwert liegt laut transfermarkt.de aktuell bei 22 Millionen Euro. Für die erweiterten Top-Teams der Bundesliga wie Bayer Leverkusen, RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach wäre er sicherlich ein interessanter Mann – zugleich herrscht auf dieser Position (Patrik Schick in Leverkusen, André Silva in Leipzig, Alassane Pléa und Breel Embolo in Gladbach) jedoch kein dringender Bedarf für ein derart kostspieliges Risiko.

Jeremy Doku (Stade Rennes):

Einer, der die Europameisterschaft im Sommer als Bühne nutzte, ist Jeremy Doku. Der wendige Offensivmann kam zwar nur auf zwei Einsätze für die belgische Nationalmannschaft, wusste mit mutigen Dribblings und Zug zum Tor aber zu gefallen. Beim RSC Anderlecht ausgebildet, ist Doku seit seinem Wechsel zu Stade Rennes im Oktober 2020 (Kostenpunkt: 26 Millionen Euro) auf der Außenbahn gesetzt. Seither bringt er es auf 49 Pflichtspieleinsätze, in denen er vier Tore und fünf Vorlagen beisteuerte.

Eurosport brachte Doku (Vertrag bis 2025) nach der EM neben mehreren Top-Klubs auch beim FC Bayern als Alternative zu Serge Gnabry, Leroy Sané und dem verletzungsanfälligen Kingsley Coman ins Gespräch. Ein Problem: Auch Doku schlägt sich regelmäßig mit Blessuren herum. In der laufenden Saison kommt der Rechtsaußen erst auf zwölf Pflichtspiele. Eine Oberschenkel- und eine Knieverletzung machten dem 19-Jährigen zu schaffen. Zudem mutet der Sprung von einem Europa-League-Anwärter der Ligue 1 zum deutschen Rekordmeister als zu ambitioniert an. Für den Belgier, dessen Marktwert auf 25 Millionen Euro taxiert wird, wäre wohl eher ein Durchbruch bei einem anderen Top-Klub der Bundesliga zuzutrauen. Positives Beispiel: Auch Barcelona-Star Ousmane Dembélé wagte im Sommer 2016 mit Erfolg den Sprung von Rennes in die Bundesliga zum BVB.

Bryan Gil (Tottenham Hotspur):

Erst im vergangenen Transfer-Sommer verließ Bryan Gil sein Heimatland Spanien und schloss sich dem englischen Top-Klub Tottenham Hotspur an. 25 Millionen Euro überwiesen die "Spurs" für das 20 Jahre alte Offensiv-Talent an den FC Sevilla und gaben obendrein noch Erik Lamela dazu. Den Vorschusslorbeeren konnte der Linksfuß bislang jedoch noch nicht gerecht werden. Lediglich 86 Premier-League-Minuten sammelte Gil seit seinem Wechsel.

Tore im Trikot seines neuen Arbeitgebers? Mangelware. Schon nach einem halben Jahr verfestigt sich der Eindruck, dass der Sprung auf die Insel für den jungen Nachwuchsmann zu früh kam. Marktwertorientierte 28 Millionen Euro würde sicherlich kaum ein Bundesligist für Gil, dessen Vertrag noch bis 2026 läuft, aufbringen können oder wollen, ein Leihgeschäft wäre da schon weitaus realistischer. Laut der französischen L'Équipe gäbe es jedoch Konkurrenz. Demnach habe Ligue-1-Champion OGC Nizza bereits die Fühler nach dem 20-Jährigen ausgestreckt. Ebenso wird dem FC Valencia Interesse am Linksaußen nachgesagt.

Gabriel Martinelli (FC Arsenal):

Im Juni 2019 wechselte Gabriel Martinelli für 6,7 Millionen Euro vom brasilianischen Klub Ituando in die Premier League zum FC Arsenal. Gleich in seiner ersten Saison wusste der Offensivmann zu überzeugen, wurde nach fünf Pflichtspielen in Folge in der ersten Elf jedoch von einer Knieverletzung zurückgeworfen. Während er im Folgejahr noch an den Nachwirkungen seiner Zwangspause zu knabbern hatte, spielt sich der 20-Jährige in der aktuellen Saison zunehmend in der Stammelf der "Gunners" fest. Inzwischen konnte der Brasilianer seinen Marktwert auf 28 Millionen Euro steigern. Dass es Martinelli in naher Zukunft zu einem anderen Klub zieht, ist aufgrund seiner jüngst eingenommenen Rolle aktuell nicht abzusehen. Gedanken muss er sich aber früher oder später machen: Sein Vertrag in London ist noch zwei Jahre gültig.

Yeremy Pino (FC Villarreal):

Bislang hat Yeremy Pino den Schritt ins Ausland noch nicht gewagt. Seit 2019 kickt der Spanier für den FC Villarreal, seit 2020 für die Profis. In 66 Pflichtspielen für das "Gelbe U-Boot" traf der 19 Jahre junge Angreifer zehnmal. 2021 feierte er mit Villarreal in der Europa League seinen ersten Titel, stand im Finale gegen Manchester United in der Startelf. Ein interessanter Spieler für die Bundesliga ist Pino allemal, schlagkräftige Gründe für einen Wechsel gibt es aktuell jedoch nicht. Wenig Hoffnung für die Bundesligisten macht auch die Vertragslaufzeit des Rechtsaußen (Marktwert: 30 Millionen Euro) bis 2027.

Karim Adeyemi (RB Salzburg):

Eines der heißesten Eisen auf dem internationalen Stürmer-Markt ist Karim Adeyemi (Marktwert: 35 Millionen Euro). In der laufenden Saison explodiert der Mittelstürmer förmlich, erzielte in 28 Pflichtspielen bereits 18 Tore und steht mit dem österreichischen Double-Sieger RB Salzburg unangefochten an der Spitze der Liga. Zudem debütierte er unter Bundestrainer Hansi Flick in der deutschen Nationalmannschaft (drei Spiele, ein Tor). Seine unbekümmerte Spielweise und die beeindruckende Geschwindigkeit wecken das Interesse der internationalen Elite. Dazu zählt auch das Bundesliga-Duo FC Bayern und Borussia Dortmund, welches im Transfer-Poker die besten Argumente für den gebürtigen Münchener mitbringt.

Aktuell liegt der BVB im Buhlen um das Top-Talent offenbar vorn, führt laut Sky sogar bereits konkrete Verhandlungen mit Adeyemi, dessen Vertrag in Österreich noch bis 2024 läuft. "Das Beste für ihn ist ein deutscher Klub", bekannte auch sein Berater Thomas Solomon gegenüber der spanischen Fachzeitung Sport. Während er bei den Bayern direkt liefern müsste, wären die Westfalen für den 20-Jährigen auf den ersten Blick der sinnvollere Schritt für die Entwicklung. Das hat die Vergangenheit gezeigt – nicht zuletzt in Person von Star-Stürmer Erling Haaland, der es mit seinem Wechsel von Salzburg zum BVB vorgemacht hat.

Mason Greenwood (Manchester United):

Auf 50 Millionen Euro wird der Marktwert von Mason Greenwood beziffert – und das mit gerade einmal 20 Jahren. Unter Trainer Ralf Rangnick ist der Angreifer bei Manchester United als unterstützendes Element für Superstar Cristiano Ronaldo gesetzt, machte bereits 24 Pflichtspiele in der laufenden Saison. Seine Ausbeute dabei: Sechs Tore, zwei Vorlagen und eine Menge Erfahrung in der wohl stärksten Liga der Welt. Dass der junge Offensivmann mit seinen Anlagen das Potenzial zur Weltklasse hat und so die Top-Teams auf den Plan rufen dürfte, ist nur logisch. Ein Wechsel in die Bundesliga ist aktuell aber in die Kategorie "unwahrscheinlich" einzuordnen. Seine sportliche Perspektive erweitern würde auf lange Sicht lediglich der FC Bayern. Für die anderen Klubs ist der Engländer ohnehin zu teuer. Dass Greenwood, der bereits in der Jugend für Manchester spielte, seine Komfortzone auf der Insel verlässt, ist aber aktuell nicht absehbar – zumal sein Vertrag bei den Red Devils noch bis 2025 läuft. Aktuell ist Greenwood vom Verein suspendiert worden, weil er seine Freundin geschlagen haben soll. Die Polizei ermittelt.


Ansu Fati (FC Barcelona):

Die Qualitäten von Ansu Fati sind unbestritten. Das Eigengewächs der Katalanen ging als jüngster Torschütze des FC Barcelona (16 Jahre, 10 Monate) in die Klub-Geschichte ein. Seit seinem Sprung zu den Profis in der Saison 2019/20 kommt der 19 Jahre alte Offensivmann auf eine ordentliche Pflichtspielbilanz von 53 Partien und 18 Toren im Barca-Trikot. Und das, obwohl er unter anderem durch einen Meniskuseinriss knapp ein Jahr sowie durch kleinere Blessuren regelmäßig zurückgeworfen wurde. Der Marktwert des Spaniers, der bislang viermal für die A-Nationalmannschaft auflief (ein Tor), wird nicht umsonst auf 60 Millionen Euro festgelegt. Erst im Oktober verlängerte Fati seinen Vertrag in Barcelona bis 2027. Die Ausstiegsklausel in Höhe von einer Milliarde Euro verdeutlicht seinen Wert für den Klub.

Bei den Katalanen soll der Youngster die Ära nach dem in Richtung Paris Saint-Germain abgewanderten Lionel Messi prägen. Ein Transfer erscheint in naher Zukunft ausgeschlossen. Ausnahme: Barca, aktuell nur Tabellenfünfter in La Liga, kann sich nicht nachhaltig aus der sportlichen Krise befreien. Ein Spieler des Kalibers von Fati müsste dann perspektivisch zumindest über einen Wechsel nachdenken. Aus der Bundesliga käme, wie bei Greenwood, aber ohnehin wohl nur der FC Bayern als potenzieller Abnehmer infrage.