19. Oktober 2020 / 16:25 Uhr

Hochbetrieb im Lazarett: Deshalb hat Gewinners Team das Siegen verlernt

Hochbetrieb im Lazarett: Deshalb hat Gewinners Team das Siegen verlernt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Fußball-Testspiel, SV Gifhorn - SSV Vorsfelde, Grün: Jan Broistedt, Rot: Tino Gewinner
Buchstäblich am Boden: Für die SV Gifhorn läuft es nicht, das Lazarett wird immer voller. Auch Spielertrainer Tino Gewinner (h.) hat es inzwischen erwischt. © Lea Rebuschat
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Die SV Gifhorn hat das Siegen in der Bezirksliga verlernt. In der Staffel B ziert sie das Tabellenende. Was ist da los bei der SVG?

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Die SV Gifhorn hat das Siegen in der Fußball-Bezirksliga verlernt. In der Staffel B ziert sie das Tabellenende. Was ist da los bei der SVG? Es ist nur einen Momentaufnahme nach erst drei Liga-Spielen - aber dennoch: In der Abbruch-Saison 19/20 hatte die SV Gifhorn haarscharf den Landesliga-Aufstieg verpasst und nur drei Niederlagen in 17 Partien sowie nur 19 Gegentore kassiert. Nun hat sie einen Punkt, schon zwei Spieler verloren, bei schon neun Gegentoren. Doch die Erklärung ist schlicht: Das Lazarett war zuletzt randvoll. Immerhin: Die Lage könnte sich bessern.

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"Wir laufen auf der letzten Rille", hatte Spielertrainer Tino Gewinner (auch verletzt) nach dem 1:2 in Vordorf geseufzt. Der SPORTBUZZER hat mal nachgeschaut. Im Vergleich zum letzten Sieg, im letzten Saisonspiel 19/20 (ein 4:1 beim 1. FC Wolfsburg), standen beim 1:2 in Vordorf noch vier Feldspieler für die SVG auf dem Platz. Die anderen sind allesamt noch SVGer. Aber nicht anwesend. Auf der Ersatzbank - beinahe gähnende Leere. Zwei Feldspieler hatte Gifhorn in Vordorf nur dabei, den ersten, Julian Gaidies brachte der Coach nach 15 Minuten für den nun auch angeschlagenen Jona Campe. Den A-Jugendlichen Jannis Langhorst brachte er später, mehr Feldspieler hatte er nicht.

Bezirksliga B: TSV Vordorf - SV Gifhorn

Bezirksliga B: TSV Vordorf - SV Gifhorn Zur Galerie
Bezirksliga B: TSV Vordorf - SV Gifhorn © Sebastian Preuß

Gewinner stellt fest: "Zwölf Verletzte - so viele Ausfälle, das habe ich so noch nicht erlebt." Inzwischen beißt sich der eine oder andere Verbliebene regelrecht durch. "Für ihren Auftritt in Vordorf muss man der Mannschaft ein Kompliment machen", sagt Gewinner. Er weiß aber auch: "Die Zahlen lügen nicht, wir sind Letzter, hatten uns den Start anders vorgestellt."

Und er sagt: "Wir müssen damit realistisch umgehen. Klar, wir haben Probleme, der Bezirkspokal hat uns mit seiner Belastung nicht gut getan, ohne diese Runde hätten wir jetzt vielleicht fünf fitte Akteure mehr. Aber wir dürfen das nicht als Ausrede heranziehen, müssen unsere Hausaufgaben machen. Die Situation dürfen wir nicht überschätzen, aber auch nicht unterschätzen." Was er damit meint: "Wir müssen weiter arbeiten, konzentriert weiter trainieren - denn von allein werden die Siege nicht kommen, nur weil wir vielleicht wieder einen stärkeren Kader haben werden."

Zuletzt war es personell nur noch bergab gegangen. Naglis Juknewitschius hatte sich vor der Partie in Vordorf im Training am Oberschenkel verletz, Lukas Grega war krank, Tim Karwehl nicht da. Beim 2:5 gegen Türk Gücü Helmstedt hatten sich Spielertrainer Gewinner und Jonas Garzke mit Knieproblemen ausgeblendet, zum Auftakt gegen Wendschott hatte es Stefan Schulz erwischt. Thorben Menne und Nick Raupers fehlen schon länger.

Das Startprogramm meint es zudem nicht gut mit der SVG. In Wendschott und Vordorf war man, mit Auswärtsspielen in Brome und beim 1. FC Wolfsburg geht es weiter. "Ich weiß nicht, warum wir wieder wie in der Vorsaison ein Startprogramm mit so vielen Auswärtsspielen haben", meint der Coach. Allerdings: Am Ende war die vergangenen Saison gut. Für das Spiel in Brome rechnet Gewinner wieder mit Grega, Raupers und Juknewitschius. Das stimmt optimistisch. Aber die Verletzungs-Seuche darf auch nicht weitergehen. Wenn sich die SVG auch den Aufstieg nicht auf die Fahnen geschrieben hat - "vorn mitspielen wollten wir eigentlich schon", so der Coach. "Und absteigen auf keinen Fall."