09. Oktober 2022 / 13:08 Uhr

"Waren hochemotionale Spiele": Ex-Gladbach-Profi Lothar Matthäus erklärt die Derby-Brisanz gegen Köln

"Waren hochemotionale Spiele": Ex-Gladbach-Profi Lothar Matthäus erklärt die Derby-Brisanz gegen Köln

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Blickt gespannt auf das Derby zwischen Gladbach und Köln: Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. 
Blickt gespannt auf das Derby zwischen Gladbach und Köln: Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus.  © DPA/Christian Charisius
Anzeige

Am Sonntag ist Derbyzeit: Borussia Mönchengladbach empfängt den 1. FC Köln. Die Gladbacher haben etwas gut zu machen, denn die letzten drei Vergleiche gingen an den FC. Was die Partie so besonders macht, darüber spracht Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus mit dem SPORTBUZZER. 

Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) ist es wieder soweit: Zum 95. Mal steht das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln an. Die Bilanz spricht klar für die Elf vom Niederrhein. Mönchengladbach konnte 51 Spiele gewinnen, Köln nur 27. 16 Mal spielten die beiden Klubs unentschieden. Allerdings: Die drei letzten Vergleiche gewann jeweils der FC. Das Spiel hat eine besondere Strahlkraft, das weiß auch Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler kickte von 1979 bis 1984 für die Gladbacher.

Anzeige

"Gegen Köln, das waren schon hochemotionale Spiele im Müngersdorfer Stadion oder am Bökelberg", verriet der 61-Jährige gegenüber dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Das war schon damals nicht erst zwei Tage vorher Thema, sondern die ganze Woche vor dem Spiel ist darüber gesprochen worden. Auch die Fans haben dich darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Spiel so wichtig ist."

Den Weltmeister von 1990 hat aber auch immer über das Derby gestaunt. "Ich komme aus Franken. Mich hat daher immer gewundert, dass das Derby nicht zwischen Köln und Düsseldorf war. Das hängt wahrscheinlich mit den 70er Jahren zusammen, mit Günther Netzer auf der einen und Wolfgang Overath auf der anderen Seite", sagte Matthäus. "Mir müsste einer mal erklären, warum gerade dieses Derby das große Rhein-Derby ist und die anderen kleiner sind."

Die Fans der beiden Klubs dürften darauf eine klare Antwort haben - und genau an die richteten beide Klubs noch mal ein Appell. "Auch wenn es ein hochemotionales Spiel ist: Gewalt geht nicht, die hat nichts zu suchen im Fußball. Auf dem Platz kann man sich bekämpfen, mit gegenseitigem Respekt. Außerhalb frotzeln ist okay“, sagte Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus. "In erster Linie würde ich mich freuen, wenn es ein sehr friedliches Fußballfest wird", sagte Kölns Trainer Baumgart nach dem 0:1 in der Conference League gegen Partizan Belgrad. "Wir haben zuletzt genug Blödsinn im Stadion gesehen. Deshalb sollten alle etwas für ein friedliches Derby tun.“

Anzeige

Zuletzt hatte es rund um mehrere Spiele Ausschreitungen gegeben. Unter anderem auch vor dem Conference-League-Spiel des FC bei OGC Nizza (1:1). Weshalb die UEFA den FC zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro und zwei Auswärtsspielen ohne eigene Fans verurteilte.

Auch weil die Kölner zuletzt einen Derby-Lauf gegen die Gladbacher hatten, glaubt Matthäus an eine Wachablösung. "Warum nicht? Mit Steffen Baumgart ist der Verein wieder wachgeküsst worden", sagte der ehemalige DFB-Kapitän. "Steffen macht das super, hat seine Linie ganz klar durchgezogen. Sie spielen europäisch. Wenn man überlegt, wie knapp es im Kampf gegen den Abstieg zuvor gegen Holstein Kiel war, dann muss man sagen, dass der Weg der Kölner auf jeden Fall in die richtige Richtung zeigt."

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis