16. Januar 2022 / 14:43 Uhr

Hochklassiges Volleyball ohne Happy End für Stralsund

Hochklassiges Volleyball ohne Happy End für Stralsund

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Ebenso knapp wie Sabrina Dommaschke mit ihrem Hechtsprung den Ball verpasst, verlieren die Wildcats in einem guten Duell gegen Meister Leverkusen.
Ebenso knapp wie Sabrina Dommaschke mit ihrem Hechtsprung den Ball verpasst, verlieren die Wildcats in einem guten Duell gegen Meister Leverkusen. © Foto: Farbspielfotografie/André Gschweng
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Die Stralsunder Wildcats und Bayer Leverkusen liefern sich einen zweistündigen Schlagabtausch, der schlussendlich mit einem Sieg für die Gäste endet.

Die Stralsunder Wildcats und Gegner Bayer Leverkusen feuerten am Sonnabend aus allen Rohren. In einem hochklassigen Zweitliga-Duell schenkten sich die Volleyballrivalen nichts. Es ging hin und her, Führungen wechselten im Minutentakt. Das erste Ligaspiel des Jahres hätte keinen Verlierer verdient, und doch zogen die Norddeutschen knapp den Kürzeren – 2:3 (21:25, 25:22, 20:25, 25:21, 13:15).

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„Unglaublich, was die Leverkusener Libera alles geholt hat!“, staunte Stralsunds Trainer Robert Hinz über die Abwehrspezialitäten des Meisters. Anerkennend wählte er Libera Clara Single zur Spielerin des Spiels.

Sanja Bruns eröffnete die Partie per Aufschlag-Ass zur ersten Führung des Jahres. Später hielt Lene Scheuschner einen verlorengeglaubten Ball weit außerhalb der Spielfeldbegrenzung am Leben. Anne Krohn vollendete den Einsatz ihrer Teamkollegin mit einem einarmigen Laser zum 13:13. Es sah gut aus für die Gastgeberinnen, die mit einer 21:17-Führung in die entscheidende Satzphase gingen. Doch der Meister vom Rhein zeigte trotz coronabedingter Kaderschwächung eine starke Leistung und bog den Satz mit einer 8:0-Serie noch zu seinen Gunsten.

Aber auch die Stralsunderinnen konnte Spiele drehen. Im zweiten Durchgang wurde aus 7:12 ein 14:13 – sehr zur Freude von Laura Kurtze. Die Außenangreiferin machte ihr erstes Spiel seit neun Monaten und brachte mit einem Aufschlag-Ass die Führung. „Laura hat ein gutes Comeback gegeben. Sie hat stabil angenommen und mutig angegriffen – fast so, als wäre sie nie weg gewesen“, sagte Trainer Hinz, der neben Kurtze auch Rückkehrerin Sanja Bruns (Schulterverletzung) viel Einsatzzeit gewährte.

Ähnliche Aufholjagd dann im vierten Satz, in dem die Wildcats ein 8:16 in ein 19:18 wandelten. Vorzeitiges Aufgeben gab es an diesem Tag auf beiden Seiten nicht. Mit einem frechen wie überraschenden Ball von Zuspielerin Svenja Enning zum 25:21 war klar: Entscheidungssatz! „Damit hatten wir eine kleine Überraschung geschafft, dem Favoriten mindestens einen Punkt abgenommen. Das haben sich meine Mädels redlich verdient, sie haben stark gefightet!“, lobte Robert Hinz.

Im Tie-Break holte Madleen Piest wuchtige Schläge aus ihrer lange Zeit lädierten Schulter heraus, erzielte so wichtige Punkte. Die Partie blieb eng (0:3, 5:6, 13:14). Doch der letzte Stralsunder Aufschlag geriet mit viel Risiko etwas zu lang – Leverkusen jubelte, die Wildcats etwas niedergeschlagen. „Wir können erhobenen Hauptes aus dieser Partie gehen, denn wir haben uns im Vergleich zum Hinspiel deutlich gesteigert“, bilanzierte Hinz.


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Mit dem Punktgewinn klettern die Wildcats einen Platz nach oben auf Rang 7. Am kommenden Sonnabend können sie weiter Boden gutmachen im Verfolgerfeld. Dann kommt Allbau Essen (5.) an den Sund.Wildcats: Dommaschke, Senger, Enning, Scheuschner, Piest, Kurtze, Vogel, Krohn (MVP), Kneba, Bruns, Knoblauch, Polenz, Wedekind