03. April 2022 / 07:13 Uhr

Hochrisikospiel Hansa Rostock gegen St. Pauli: So lief der Abend aus der Sicht der Polizei

Hochrisikospiel Hansa Rostock gegen St. Pauli: So lief der Abend aus der Sicht der Polizei

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim Zweitliga-Spiel zwischen Hansa Rostock und St. Pauli war die Polizei im Dauereinsatz.
Beim Zweitliga-Spiel zwischen Hansa Rostock und St. Pauli war die Polizei im Dauereinsatz. © dpa (Montage)
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Vor der Partie von Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli gibt es große Sicherheitsbedenken. Wegen der rivalisierenden Fan-Lager der Clubs gilt das Spiel als Risikospiel. Diesmal läuft es vergleichsweise glimpflich ab. Die Polizei-Bilanz fällt zufrieden aus.

Nach dem Hochrisikospiel in der 2. Bundesliga zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli (1:0) am Samstagabend hat die Polizei ein insgesamt zufriedenes Fazit gezogen. "Dass es im gesamten Einsatzverlauf zu keinem direkten Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppierungen kam, ist Ergebnis des konsequenten Polizeieinsatzes", wurden die beiden Polizeiführer Achim Segebarth und Ralf Scheiner in einer in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten Mitteilung zitiert.

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Einige Anhänger der beiden Vereine hatten dennoch trotz des Großaufgebots der Polizei versucht, während des und nach dem Spiel die Konfrontation zu suchen. Sie seien aber von der Polizei voneinander getrennt worden, hatte die Rostocker Polizeisprecherin Dörte Lembke schon Abend erklärt. Mit Shuttlebussen seien 2300 Kiezklub-Anhänger zum Hauptbahnhof gebracht und entweder in Züge gesetzt oder zu ihren parkenden Fahrzeugen und Bussen geleitet worden.

In der Halbzeitpause der Begegnung beider Nordvereine war es zu ersten Auseinandersetzungen gekommen. Fans beider Teams hatten sich hinter der Südkurve des Ostseestadions versammelt und bewarfen sich gegenseitig mit Pyrotechnik. Polizeibeamte griffen ein und drängten die Randalierer zurück in ihre Stadionbereiche. "Zwischenzeitlich wurde versucht, die Zäune zu überwinden. Das konnten die Beamten verhindern", sagte Lembke. Hansas Vereinsvorsitzender Robert Marien versuchte zu schlichten.

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Vor der Partie war es weitgehend friedlich geblieben. Ein Sonderzug aus Hamburg hatte 985 St.-Pauli-Anhänger nach Rostock gebracht. Diese wurden mit Bussen vom Hauptbahnhof zum Stadion gefahren. Zu Spielbeginn wurde im Hamburger Block Pyrotechnik gezündet. Wegen der Pufferzonen zwischen den Fanlagern war die Stadionkapazität von 29.000 auf 25.000 Plätze reduziert worden. Im Umfeld der Arena waren Wasserwerfer positioniert worden. "Wir wollen jedwede Konfrontation vermeiden", sagte Lembke. Bei Spielen zwischen beiden Vereinen hatte es in der Vergangenheit zumeist massive Ausschreitungen gegeben.

1450 Beamte in Rostock im Einsatz

Diesmal waren 1450 Beamte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Bundespolizei im Einsatz. Sie wurden durch Einsatzkräfte aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützt. Es seien Ermittlungsverfahren unter anderen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sachbeschädigung aufgenommen worden, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Mehrere Stunden vor dem Spiel hatten Unbekannte an einer Wildbrücke über der Autobahn A20 fünf Schweineköpfe und ein Graffito mit den Worten "St. Pauli Schweine" abgebracht. Diese ließ die Polizei durch die Feuerwehr entfernen.