10. Juni 2021 / 20:47 Uhr

Hochspannung in Ludwigshafen: SC DHfK Leipzig nur mit Remis gegen die Eulen

Hochspannung in Ludwigshafen: SC DHfK Leipzig nur mit Remis gegen die Eulen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Leipzigs Spielmacher Philipp Weber konnte sich nur selten gegen die sehr bewegliche Abwehr der Eulen durchsetzen. © Klaus Trotter
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In der ersten Halbzeit sah es nach einem souveränen Auswärtserfolg der Grün-Weißen aus, doch dann vergab das Team von Trainer André Haber zu viele Chancen und brachte die Hausherren zurück in die Partie. Am Ende sicherte ein Treffer zwei Sekunden vor Spielende wenigstens einen Punkt. 

Friesenheim. Die Handballer des SC DHfK hatten am Donnerstagabend mit einem harten Kampf gerechnet, mit viel Körpereinsatz und einem bissigen Gegner, der sich im Abstiegskampf keinen Fehler erlauben darf. Doch neben den erwarteten Attributen zeigten die Eulen Ludwigshafen cleveres Offensivverhalten, einen starken Gorazd Skof im Tor und ein riesiges Selbstbewusstsein im Duell gegen den klaren Favoriten aus der Messestadt. Trotz zwischenzeitlicher 10:5-Führung für die Grün-Weißen gab sich der Tabellensiebzehnte der Handball-Bundesliga nicht auf und kämpfte bis zum Abpfiff. Die Truppe von André Haber hingegen verspielte ab der 16. Minute zu viele Chancen und machte es bis zur letzten Minute spannend. Am Ende schaffen es die DHfK-Handballer mit einem Kraftakt noch das 27:27 (13:13)-Remis zu sichern – werden ihren Ansprüchen damit aber nicht gerecht.

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Vom Potenzial der Eulen war in der Startphase allerdings nicht viel zu sehen. Kapitän Alen Milosevic traf völlig frei vom Kreis, wenig später legte Gregor Remke nach und brachte den Grün-Weißen die frühe 0:2-Führung ein. Im Angriff der Friesenheimer funktionierte nichts, in der Abwehr noch weniger. Nach nur drei Minuten und fünf Sekunden hatte Eulen-Trainer Benjamin Matschke genug gesehen. „Nein, einfach nein. So fangen wir nicht an!“, keifte er seine Mannschaft an und übertönte die wenigen Zuschauer in der Halle. Der 38-Jährige erinnerte an die Absprachen vor dem Anpfiff und forderte endlich das geplante Defensivverhalten ein.

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Der SC DHfK Leipzig holt bei den Eulen Ludwigshafen in letzter Sekunde noch ein 27.27-Unentschieden. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig holt bei den Eulen Ludwigshafen in letzter Sekunde noch ein 27.27-Unentschieden. ©

Die rekordverdächtig frühe Auszeit wirkte. Die Eulen kamen langsam heran und hielten bis zum 4:4 gut mit der Haber-Sieben mit. Doch die kompakte Abwehr der Hausherren ließ Lukas Binder und Lucas Krzikalla auf den Außenpositionen viel Platz, den sie in einem 4:0-Lauf gnadenlos ausnutzten. Beim 5:10 und nach lediglich 15 Minuten griff Matschke zur Auszeit Nummer zwei. Erneut hatte der Trainer das richtige Gespür für seine Spieler. Die Winkel auf den Außenpositionen wurden kleiner, die Abschlüsse der Eulen sicherer. Auf der Gegenseite schlichen sich unnötige Technische Fehler ein, die klare Führung der Sachsen kippte völlig. Nach nur wenigen Minuten hatten die Hausherren auf 10:10 ausgeglichen und hielten das Remis – trotz zwischenzeitlicher Unterzahl – bis zum 13:13-Pausenstand aufrecht.

Auch in der Pause musste der künftige Wetzlar-Coach die richtigen Worte gefunden haben. Die Eulen machten in der aggressiven Abwehr vieles richtig und den DHfK-Handballern damit das Leben schwer. Wenn die junge Sieben um Julius Meyer-Siebert und Nachwuchsspieler Finn-Lukas Leun, der für den verletzten Martin Larsen in den Kader rückte, doch den Abschluss fand, war Keeper Skof in fast 50 Prozent (!) der Fälle im Weg. In der 45. Minute lagen die Gastgeber mit 20:17 in Front. Doch ganz so leicht wollten die Grün-Weißen es den Friesenheimern im Abstiegskampf nicht machen. Coach Haber beruhigte sein Team, erinnerte an die Überlegenheit in der Startphase. Drei Minuten vor Schluss, 26:25 für die Matschke-Sieben, Hochspannung im Showdown. Die Gastgeber nehmen clever Zeit von der Uhr, liegen zwölf Sekunden vor Schluss mit einem Tor vorne. Gregor Remke trifft kurz vor dem Abpfiff zum Ausgleich. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht.