23. Februar 2021 / 12:41 Uhr

Hochspringer Jonas Wagner vom Dresdner SC will nun die 2,30 m knacken

Hochspringer Jonas Wagner vom Dresdner SC will nun die 2,30 m knacken

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Jonas Wagner vom Dresdner SC jubelt in Dortmund, als er die Latte in 2,28 Metern Höhe übersprungen und den Titel geholt hat.
Jonas Wagner vom Dresdner SC jubelt in Dortmund, als er die Latte in 2,28 Metern Höhe übersprungen und den Titel geholt hat. © Wolfgang Birkenstock
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Der frisch gebackene deutsche Hochsprung-Meister hofft auf eine gute Hallen-EM in Polen.

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Dresden. Wenn Jonas Wagner einen Tag nach seinem Höhenflug bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund daheim auf seine neue Bestleistung von 2,28 m schaut, dann muss er schon staunen: „Meine Güte ist das hoch“, meint der 23-Jährige, der einen „Traumwettkampf“ hingelegt hat.

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„Hinterher war ich heiser“

Bei 2,05 m war er eingestiegen, tastete sich von Höhe zu Höhe voran und überquerte als einziger Athlet im dritten Versuch die 2,26 m, dann ebenfalls im dritten die 2,28 m. Nur die 2,30 m konnte er noch nicht bezwingen. „Man konzentriert sich immer auf den nächsten Sprung und kommt schon in eine Art Flow“, beschreibt er sein Gefühl. Zugetraut habe er sich die Höhe, „doch gewettet hätte ich nicht darauf, zumal ich im Vorfeld mit einigen kleinen Verletzungen zu tun hatte“, wie der Schützling von Jörg Elbe zugibt.

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Und der Trainer, der erkrankt daheim am Livestream alles verfolgte und im ständigen Austausch mit Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen stand, gesteht lachend: „Hinterher war ich heiser und als er die 2,28 m geschafft hatte, habe ich Jubelschreie losgelassen.“ Das Niveau für die 2,26 m habe er ihm auf jeden Fall zugetraut, aber mit der neuen Bestleistung sei er über sich selbst hinausgewachsen, wie Elbe einschätzt.

„Irgendwann will ich die 2,30 m knacken“

Jonas Wagner selbst glaubt, dass er das Potenzial zu dieser Höhe schon im vergangenen Sommer hatte, doch da funkte Corona dann dazwischen. „Und seither haben wir an vielen Details, vor allem an meiner Schnelligkeit gearbeitet. Das hat sich jetzt bezahlt gemacht“, sieht der Physikstudent Gründe für seine Flugshow von Dortmund.


Das bestätigt auch der Trainer: „Neben der Grundschnelligkeit haben wir an technischen Feinheiten gefeilt und auch bei der Kraft zugelegt. Aber ich sehe auch noch weitere Reserven“, ist Elbe überzeugt, dass es bei seinem Schützling noch höher gehen kann.

Im Kopf muss der aus Weißwasser stammende Athlet, der am Mittwoch noch eine Prüfung an der TU Dresden absolviert, schnell den Schalter umlegen: „Mental war ich darauf eingestellt, dass mit der Meisterschaft die Hallen-Saison beendet ist. Jetzt muss ich nochmal alles hochfahren, denn bei der EM in Torun will ich schon zeigen, dass dies keine Eintagsfliege war. Irgendwann will ich die 2,30 m knacken, spätestens im Sommer“, ist er zuversichtlich. Das wäre dann auch die Norm für Olympia.