27. Mai 2021 / 08:34 Uhr

Hochzeit im Sechzehner: Dieser Kapitän hat auf dem Fußball-Platz "Ja" gesagt hat

Hochzeit im Sechzehner: Dieser Kapitän hat auf dem Fußball-Platz "Ja" gesagt hat

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hochzeit auf dem Fußball-Platz: Tappenbecks Kevin Kremeike und Luisa Hermann haben im Sechzehner geheiratet, ein Strafraum war das in diesem Fall nicht. Die Rückennummer des Kapitäns bezieht sich übrigens auf das Datum der standesamtlichen Trauung. 
Hochzeit auf dem Fußball-Platz: Tappenbecks Kevin Kremeike und Luisa Hermann haben im Sechzehner geheiratet, ein Strafraum war das in diesem Fall nicht. Die Rückennummer des Kapitäns bezieht sich übrigens auf das Datum der standesamtlichen Trauung.  © Privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

Fußball - auf diese Leidenschaft haben Kevin Kremeike und seine Luisa Hermann selbst am Hochzeitstag nicht verzichtet.Denn der Torhüter und Kapitän des SV Tappenbeck und die Landesliga-Spielerin des 1. FC Wolfsburg haben vor zwei Jahren an einem besonderen Ort "Ja" gesagt. „Unsere freie Trauung und die anschließende Feier hat im Sechzehner stattgefunden. So, wie es sich für einen Torhüter gehört“, sagt Kremeike und lacht.

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Keeper Kremeike, eigentlich ist der Strafraum zu klein für ihn. Bei seinem Bewegungsdrang! Marathon, Triathlon, Mountainbiking: Mit dem 30-Jährigen steht wohl einer der fittesten Akteure des SV Tappenbeck zwischen den Pfosten. „Ich würde mich zu einem der Laufstärksten in der Mannschaft zählen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Sein Aktionsradius beschränkt sich während der 90 Minuten auf dem Rasen meist auf den Sechzehner - auch deshalb braucht er einen Ausgleich neben dem Fußball. "Ich finde es wichtig, noch eine andere Art von Wettkampf zu haben. Es bringt mich auch im Fußball weiter, weil ich andere Bewegungsabläufe habe“, sagt Kremeike.

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Tappenbecks Kapitän und seine heutige Ehefrau Luisa nahmen auch deshalb vor vier Jahren erstmals am Triathlon Wolfsburg teil. 700 Meter Schwimmen, 25 Kilometer Radfahren und sechs Kilometer Laufen - dabei hatte es bei der Premiere besonders der Zieleinlauf Kremeike angetan. „Wir waren zwar zu unterschiedlichen Zeiten gestartet, sind aber zusammen durchs Ziel gelaufen. Das war ein tolles Erlebnis.“

Laufen gemeinsam durchs Leben: Luisa Hermann und Kevin Kremeike.
Laufen gemeinsam durchs Leben: Luisa Hermann und Kevin Kremeike. ©

Vor gut einem Jahr bekam das Team Kremeike/Hermann dann Verstärkung, Auryn, ein altdeutscher Schäferhund ist dabei, wenn das Ehepaar seine wöchentlichen Laufeinheiten absolviert. Wie im Dezember bei einem Halbmarathon zum Bernsteinsee. „Eigentlich wollten wir an einem Event teilnehmen, aber da im vergangenen Jahr nichts stattfand, sind wir die Distanz zu dritt gelaufen“, so Kremeike.

Mittlerweile zu dritt: Kevin Kremeike und Ehefrau Luisa Hermann mit Schäferhung Auryn. 
Mittlerweile zu dritt: Kevin Kremeike und Ehefrau Luisa Hermann mit Schäferhung Auryn.  © Privat

Auch fußballerisch war Kremeike mit seinem SVT in der jüngst abgebrochenen Saison gut unterwegs. Unter Neu-Trainer Giuseppe Millemaci wurde der Grundstein für einen möglichen Kreisliga-Aufstieg gelegt. Tappenbeck thronte bis zuletzt an der Tabellenspitze der 1. Kreisklasse A Gifhorn, durch die Saison-Annullierung wurde der Sprung nach oben aber verpasst. Doch der SV wird einen neuen Anlauf wagen. „Es hat uns geholfen, dass wir mit einem neuen Trainer auch ein neues System gespielt und an unseren Schwächen gearbeitet haben. Wir haben alle gesehen, dass wir recht schnell Fortschritte machen“, sagt Kremeike, der das bessere Zusammenspiel innerhalb der Viererkette und das intensivere Passspiel-Training hervorhebt.

Er ist sich sicher, dass der Aufstieg in der kommenden Spielzeit gelingt. Und spätestens dann hat er wieder einen Grund, im Sechzehner und auf dem ganzen Fußball-Platz zu feiern.


Die Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit:

Sport-Tipp: „Sich einen Ausgleich zum Fußball suchen. Es hilft einem auch für das eigene Fußballspiel weiter, wenn man andere Bewegungsabläufe trainiert.“

Trainings-Tipp: „Nicht immer als erster aus der Kabine verschwinden. Die besten Gespräche gibt es nach dem Training bei dem ein oder anderen Bier."

Lebens-Tipp: „Die richtigen Prioritäten im Leben setzen mit Fokus auf Familie und Freunde.“