28. Juli 2019 / 17:06 Uhr

Verstappen gewinnt Regen-Drama in Hockenheim - Vettel wird sensationell Zweiter

Verstappen gewinnt Regen-Drama in Hockenheim - Vettel wird sensationell Zweiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Verstappen hat ein turbulentes Rennen auf dem Hockenheimring für sich entschieden. Der Holländer profitierte von einem schwachen Auftritt von Mercedes und dem Abflug von Ferrari-Pilot Charles Leclerc.
Max Verstappen hat ein turbulentes Rennen auf dem Hockenheimring für sich entschieden. Der Holländer profitierte von einem schwachen Auftritt von Mercedes und dem Abflug von Ferrari-Pilot Charles Leclerc. © Getty / imago images
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Der Große Preis von Deutschland geriet zum turbulentesten Rennen der Saison. Wegen teils heftigem Regen flogen zahlreiche Sieg-Kandidaten von der Strecke. Sebastian Vettel fuhr vom letzten noch auf den zweiten Platz. Beim Erfolg von Max Verstappen überraschte vor allem die Besetzung des Podiums.

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Im Regen-Irrsinn von Hockenheim hat Sebastian Vettel nach einer atemberaubenden Aufholjagd nur knapp seinen ersehnten Formel-1-Heimsieg verpasst. Der von Startplatz 20 gestartete Ferrari-Pilot musste sich beim womöglich letzten Grand Prix von Deutschland am Sonntag nur dem furiosen Niederländer Max Verstappen im Red Bull geschlagen geben. „Was für ein Rennen. Ich bin einfach happy“, sagte Vettel grinsend. Beim actiongeladenen Hockenheim-Spektakel mit vier Safety-Car-Phasen wurde der Russe Daniil Kvyat im Toro Rosso Sensationsdritter.

Mercedes erlebte bei seinem 200. Formel-1-Rennen dagegen ein Desaster. Der WM-Führende Lewis Hamilton blieb im Silberpfeil nach mehreren Ausrutschern als Elfter ohne Punkte. Zwei Zähler bekam der Engländer aber nachträglich doch noch gutgeschrieben. Der WM-Spitzenreiter rückte in der Endabrechnung des elften Formel-1-Saisonlaufs von Platz elf auf Rang neun vor, nachdem die Rennkommissare beide Alfa-Romeo-Piloten mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegten. Der Finne Kimi Räikkönen und sein italienischer Teamkollege Antonio Giovinazzi wurden wegen einer unerlaubten Technikhilfe am Start des Rennens sanktioniert.

Hamiltons Teamgefährte Valtteri Bottas schied nach einem Unfall kurz vor Schluss sogar aus. Teamchef Toto Wolff donnerte voller Frust mit der Faust auf sein Boxenpult. Dagegen behielt Verstappen, der als bester Regen-Fahrer im Feld gilt, den Durchblick und die Nerven. Bei wechselhaftem Wetter und inmitten eines wilden Reifenpokers steckte der 21-Jährige auch einen verkorksten Start weg und holte sich mit einer Galafahrt seinen zweiten Saisonsieg.

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Mercedes schaffte es erstmals nicht auf das Podest

Dahinter gelang Vettel furiose Schadensbegrenzung. Noch am Tag zuvor war der 32-Jährige tief frustriert gewesen, als er wegen eines Problems mit der Luftzufuhr am Turbolader seines Autos gar nicht erst in die Zeitenjagd eingreifen konnte. So musste er das Rennen von ganz hinten starten. Die Blamage perfekt machte ein Defekt im Benzinsystem bei Teamkollege Charles Leclerc, sodass auch der Monegasse nicht um die Pole Position mitfahren konnte. Er startete als Zehnter.

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„Zwei Defekte, die noch nie in dieser Form vorgekommen sind“, erklärte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto und übernahm die Verantwortung für die nächste Enttäuschung in einer an Pannen und Patzern reichen Saison der Scuderia. „Ich habe alle Jungs gebeten, auf alle Details zu achten“, mahnte Binotto kurz vor dem Start. Die Rennleitung entschied, das Feld zunächst für drei Formationsrunden hinter dem Safety-Car um den Kurs zu schicken. „Es ist doch nicht mal nass“, funkte Hamilton an die Box. Und so durften sich die 20 Piloten kurz darauf an der Startampel aufstellen. Hamilton verteidigte seine Pole Position mühelos, doch der zweitplatzierte Verstappen kam nicht in Fahrt. Prompt holte sich Bottas im zweiten Silberpfeil Rang zwei. Zum Jubiläum von 125 Jahren Motorsport bei Mercedes ein Start nach Wunsch des Autobauers.

Wiederkehrender Regen sorgt für wildes Rennen - Hamilton-Patzer führt zu Strafe

Auch Vettel hielt sich nicht lange auf, machte in den ersten zwei Runden sechs Plätze gut. Als der Mexikaner Sergio Perez seinen Racing-Point-Rennwagen in die Mauer beförderte und das Safety-Car wieder ausrückte, fuhr Vettel blitzschnell an die Box und holte sich Mischwetter-Reifen. Ein geschickter Schachzug. Die meisten Fahrer vor ihm folgten mit einer Runde Verzögerung, so konnte sich der Hesse weiter nach vorn arbeiten. Nach acht Runden war er Siebter. Dann aber begannen wieder die Sorgen. Wie schon am Vortag schien der Turbo in seinem Auto nicht die normale Leistung zu liefern. Weil auch seine Reifen abbauten, war die Aufholjagd des Heppenheimers gebremst.

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An der Spitze hatte Hamilton ein Sicherheitspolster herausgefahren, dahinter duellierten sich Bottas und Verstappen um Rang zwei. Dann wurde es endgültig chaotisch. Die ersten Fahrer, darunter auch Vettel, holten sich Trockenreifen. Kurz darauf setzte wieder Regen ein. Zunächst rutschte Leclerc von der Piste, dann verlor auch Hamilton kurz die Kontrolle über seinen Silberpfeil. Der Brite beschädigte seinen Frontflügel, kürzte illegal den Weg zur Box ab. Vor der Garage musste er ewig warten, ehe die Reparaturarbeiten erledigt waren. Das hinderte auch Kollege Bottas am Reifenwechsel.

Wieder war das Safety-Car im Einsatz. Profiteur der Turbulenzen waren Verstappen und Nico Hülkenberg, die nun vor Bottas das Rennen anführten. Hamilton ordnete sich als Fünfter ein, erfuhr aber bald von der Fünf-Sekunden-Strafe für den verbotenen Abzweig zur Garage. Beendet war der wilde Ritt kurz darauf für Hülkenberg. Wie so viele vor ihm rutschte der Renault-Pilot aus Emmerich in der Südkurve über die spiegelglatte Auslauffläche und krachte in die Mauer. Auch in der Schlussphase ging der Krimi weiter. Hamilton drehte sich erneut und fiel aus den Punkterängen. Bottas knallte in die Mauer. Ein letztes Mal kam das Safety-Car - und danach holte sich Vettel noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Podiumsplatz.

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