02. Juli 2019 / 09:17 Uhr

Hockey: DTV-Talent Stine Henkels ist plötzlich Schweizer Nationaltorhüterin

Hockey: DTV-Talent Stine Henkels ist plötzlich Schweizer Nationaltorhüterin

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stine Henkels spielt ab sofort für die Schweiter U16-Nationalmannschaft.
Stine Henkels spielt ab sofort für die Schweiter U16-Nationalmannschaft. © Privat
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Die DTV-Torhüterin Stine Henkels (13) fährt Dank einer etwas turbulenten Entwicklung zur U16-EM der B-Division im Fünfer-Hockey in Walcz (Polen).

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Eigentlich war es nur ein belangloses Gespräch, das Stine Henkels (13) vom DTV Hannover mit ihrem Ziehvater Ingo Franz vor wenigen Wochen abends auf der Terrasse führte. Über Gott und die Welt redeten die Hockey-Torfrau der A-Mädchen und Franz, der als Trainer beim DTV andere Teams als die A-Mädchen betreut. Hockey, der Lieblingssport für beide, war kein Thema. Bis zu dieser einen Frage, die Henkels Karriere im Tor nachhaltig auf den Kopf drehte und sie nur acht Wochen später zur EM-Teilnehmerin machte. „Hast du eigentlich einen Schweizer Pass?“, wollte Franz wissen.

„Ja“, lautete die Antwort. Denn Vater Lars Henkels lebt in der Schweiz und ist Schweizer, Mutter Katrin Grosse-Wortmann dagegen lebt in Hannover. „Ich habe beide Staatsbürgerschaften. Den deutschen Pass habe ich allerdings nicht beantragt. Ich reise immer mit dem Schweizer“, sagt Henkels. Stempel aus Thailand, Singapur, Australien oder den USA hat sie darin bei ihren Urlaubsreisen schon gesammelt.

Der Pass eröffnet neue Möglichkeiten

Dieser Pass eröffnete ganz neue Möglichkeiten. „Hättest du auch Lust, für die Schweizer Nationalmannschaft zu spielen?“, wollte Franz weiter wissen. Wieder kam ein Ja. Allerdings ein Ja-Aber. Denn so richtig vorstellbar war es damals für Henkels noch nicht. Doch Franz googelte, suchte Namen und Telefonnummern und sprach nur wenig später mit dem Schweizer U16-Nationaltrainer David Lorenz. „Er war interessiert, wollte Videos haben“, erinnert sich Franz.

Schneller als Franz war ein glücklicher Zufall. Die U14-Mädchen des DTV fuhren zu einem Turnier nach Bonn. Und da war auch Lorenz’ Co-Trainer Michel Nagel mit einem Team dabei. Henkels hinterließ bleibenden Eindruck. „Dabei war das Turnier für mich nicht so spannend. Ich hatte nur eine einzige Ballberührung“, sagte Henkels. Doch ihre Spielweise, wie sie ihre Mitspielerinnen dirigierte, ihre Ausstrahlung – das überzeugte. Nur kurz darauf flatterte die Einladung zum Schweizer EM-Vorbereitungscamp nach Tenero (Tessin) in Hannover ein.

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"Die kannten sich alle, ich war die Neue aus Deutschland"

Ganz allein flog die 13-jährige Schülerin des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums in die Schweiz, wo Vater Henkels sie abholte und zum Camp brachte. „Aber ich war natürlich aufgeregt. Die kannten sich alle, ich war die Neue aus Deutschland. Da dachte ich, dass ich einen schweren Stand haben würde“, erinnert sich Henkels. Doch das Gegenteil passierte. „Ich wurde wirklich gut aufgenommen. Und ich habe mich mit allen verstanden. Auch mit der dritten Torhüterin, die nun nicht nominiert wurde.“

Denn nach den Camp und dem Pfingstturnier in Wien stand fest: Henkels ist Schweizer Nationalspielerin und wird bei der U16-EM der B-Division im Fünfer-Hockey ab Mittwoch in Walcz (Polen) spielen.

„Gegen Österreich haben wir in den Testspielen sehr gut ausgesehen. Und Österreich ist einer der Favoriten“, sagt Henkels. Da könnte die Turbokarriere ganz neue Ausmaße annehmen. Von der Niedersachsen-Meisterin in nur acht Wochen zur EM-Medaillen-Gewinnerin. Das gäbe wieder neuen Gesprächsstoff für die Abende auf der Terrasse. Diesmal aber mit dem Thema Hockey.

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