10. Januar 2022 / 09:27 Uhr

Freud und Leid nah beieinander: DTV feiert nach Abstiegsderby, DHC muss runter

Freud und Leid nah beieinander: DTV feiert nach Abstiegsderby, DHC muss runter

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Während beim DTV mit Trainer Tobias Jordan (links) gefeiert wird, herrscht beim DHC Felix Waffenschmidt (eingeklinkt, links) und Jan Eidenschink Frust.
Während beim DTV mit Trainer Tobias Jordan (links) gefeiert wird, herrscht beim DHC Felix Waffenschmidt (eingeklinkt, links) und Jan Eidenschink Frust. © Debbie Jayne Kinsey
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Es konnte nur einen geben: Der DTV Hannover hat das Derby gegen den DHC am letzten Spieltag mit 8:5 gewonnen und damit am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft. Für den DHC geht's damit nach nur einer Saison in der 1. Bundesliga wieder runter.

Die Zeit in der 1. Bundesliga ist für die DHC-Männer schon nach einer Spielzeit beendet. Am finalen Spieltag verlor das Team von Coach Mike Wiebe nach dem 5:6 im Hinspiel auch das Derbyrückspiel beim DTV mit 5:8 (1:2). Mit einem Sieg hätte der DHC das Blatt noch wenden können – es blieb beim Konjunktiv.

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„Wir waren das bessere Team, hatten mehr Chancen und waren taktisch dominant. Da kann es keine zwei Meinungen geben. Das war ein verdienter Sieg und der verdiente Klassenerhalt“, sagte DTV-Coach Tobias Jordan. Das habe schon auf die erste Hälfte zugetroffen, die der DTV mit einem knappen 2:1-Vorsprung beendete. „Der DHC hatte in der 26. Minute den ersten echten Torschuss. Bis auf die letzten Minuten waren wir auch da besser“, sagte Jordan.

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DHC-Trainer Mike Wiebe haderte dagegen mit dem Schicksal. Drei Siebenmeter hatten seine Männer in den letzten drei Minuten. Doch nur Lucas Wehrmann traf zum 1:2. Wiebes Hoffnungen nährte das aber nicht. „In der Halle kann man mit einem Lauf immer schnell um ein paar Tore davonziehen“, hatte er vor dem Spiel gesagt.

Diesen Lauf hatte aber nicht sein Team, sondern der Lokalrivale. Carl Gördes, Lukas Plochy und Leon Willemsen schossen den DTV nach dem Wechsel innerhalb von nur drei Minuten mit 5:1 in Front. „Das war der Knackpunkt“, meinte Jordan, dessen Team nicht lockerließ und auf 7:2 davonzog. „Wir haben neben den Siebenmetern auch noch ein paar Ecken vergeben. Wenn man solche Chancen nicht nutzt, hat man verdient verloren. Dass der DTV das klar bessere Team war, kann ich nicht unterschreiben“, fand Wiebe.

Wiebe bringt die Zeit nicht mehr auf

Für ihn war es das letzte Spiel als Trainer: „Ich hatte schon im Oktober beschlossen, dass nach der Halle Schluss ist. Ich habe eine Firma und Familie und schaffe es nicht mehr, fünf Tage die Woche fünf, sechs Stunden zu investieren.“ Klar sei aber: „Die sieben Jahre beim DHC waren die schönsten in meinen 45 Hockeyjahren.“

Im ersten Spiel des Doppelwochenendes hatten beide Teams Niederlagen kassiert. Der DTV ging gegen den Harvestehuder THC mit 1:14 (0:8) unter. „Wir waren mit den Gedanken schon beim Derby“, sagte Jordan beinahe entschuldigend. Der DHC verlor gegen den UHC Hamburg mit 4:10 (3:6). Durch das nun bessere Torverhältnis hatte sich der DHC alle Chance offengehalten. Doch diese Hoffnung hielt nur 24 Stunden.