09. Juni 2021 / 15:03 Uhr

"Traumhaft!" Hockey-Sparte des VfL hofft am Elsterweg auf große Zeiten

"Traumhaft!" Hockey-Sparte des VfL hofft am Elsterweg auf große Zeiten

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Premiere: Die Hockey-Herren des VfL Wolfsburg durften am Dienstagabend erstmals auf der neuen Anlage am Elsterweg trainieren.
Premiere: Die Hockey-Herren des VfL Wolfsburg durften am Dienstagabend erstmals auf der neuen Anlage am Elsterweg trainieren. © Roland Hermstein
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Am Dienstagabend fand für die Hockey-Abteilung des VfL Wolfsburg das erste Training auf der neuen Anlage am Elsterweg statt. Abteilungsleiterin Sarah Furmanek sieht im Umzug viele Vorteile, allerdings könnte er zum Problem werden.

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Das Klacken von Holzschlägern und zischen von Bällen, es gibt eine neue Geräuschkulisse am Elsterweg. Nach über 40 Jahren am Laagberg absolvierte die Hockey-Abteilung des VfL Wolfsburg am Dienstagabend ihr erstes Training auf der neuen Anlage. Statt Natur- wird auf einem blauen Kunstrasen gespielt und es gibt Flutlicht. Für Pressewart und Herren-Spieler Pascal Massag, der mit seinen Teamkollegen letztmals im Oktober 2019 ein Pflichtspiel absolviert hatte, war die erste Trainingseinheit „einfach traumhaft und eine große Sache. Es ist für uns ein ganz neues Gefühl, das kannten wir bisher nur von Auswärtsspielen.“ Die Umstellung wird noch einige Zeit andauern, beispielsweise werden durch Unebenheiten auf Naturrasen lange Pässe oft mit einem Heber gespielt. Massag: „Durch Training müssen wir uns darauf einstellen und dann auch dem Nachwuchs zeigen, wie es funktioniert.“

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750.000 Euro für Kunstrasen, rund 900.000 Euro für die Anlage

Am Laagberg war die Hockey-Abteilung unter sich, es gab ein eigenes Vereinsheim, allerdings musste beispielsweise die Platzpflege in Eigenregie bewerkstelligt werden. Den Umzug auf die neue Anlage, deren Erstellung rund 900.000 Euro kostete, wodurch allein 750.000 auf den Kunstrasen entfielen, nennt Abteilungsleiterin Sarah Furmanek eine „Win-Win-Situation“, auch, wenn sie sich sicher ist: Unter den sieben Hockey-Mannschaften wird es auch „einzelne Stimmen geben, die den Umzug nicht gut finden“. Furmanek selbst verbindet mit der Anlage am Laagberg viele positive Erinnerungen, unter anderem sah sie ihren Vater Holger Naujok in der 2. Bundesliga für den VfL dort spielen. Dennoch bietet die neue Anlage viele Vorteile. Mindestens genauso wichtig wie der Kunstrasen war Furmanek eine Flutlichtanlage. „Im Herbst ging ab 19 Uhr nichts mehr. Wie sollen da drei Mannschaften ab 17 Uhr vernünftig trainieren können? Das funktionierte nicht“, so Furmanek.

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Naturrasen entspricht schon lange nicht mehr dem Standard

Die Herren-Mannschaft, die am Dienstagabend trainierte, spielt in der 2. Verbandsliga. Höherklassiges Hockey war am Laagberg aufgrund der dortigen Gegebenheiten nicht gegeben. Seit Mitte der 80er-Jahre wird im professionellen Bereich nicht mehr auf Naturrasen gespielt. „Auf höherklassigem Niveau hätten wir gar nicht anfangen brauchen, da hätten wir keine Chance gehabt. Auch ambitionierte Spieler zu halten, war für uns so gar nicht möglich“, so Furmanek.



Steigendes Interesse könnte zum Problem werden: VfL auf Trainersuche

Ein eigenes Vereinsheim wird dagegen am Elsterweg fehlen, dafür gibt es zwei Garagen für Equipment und ein Grillplatz wird noch gebaut. Und: „Der VfL hat Räumlichkeiten, da werden wir sicherlich die Möglichkeit bekommen, diese auch nutzen zu dürfen“, so Furmanek.

Sie hofft, dass sich mit dem Umzug an den Elsterweg auch die Aufmerksamkeit für die Hockey-Abteilung steigert, was „auf der einen Seite wundervoll für unseren Verein ist“, sagt Furmanek. Aber es könnte zum Problem werden, denn „uns gehen die Trainer aus. Sie sind alle in einem Alter, in dem es um den Hausbau oder die Familienplanung geht.“ Der Verein sucht deshalb nach Trainern, denn „aus den eigenen Reihen lässt sich das nicht mehr stemmen.“ Eine neue Heimat hat er hingegen bereits gefunden.