25. September 2019 / 17:06 Uhr

Hoeneß rudert nach Drohung zurück: Darum wäre ein DFB-Boykott auch gar nicht möglich gewesen

Hoeneß rudert nach Drohung zurück: Darum wäre ein DFB-Boykott auch gar nicht möglich gewesen

Jan Jüttner
Wenn es nach Bayern-Boss Uli Hoeneß (r) ginge, würde unter anderem Joshua Kimmich (m) wohlmöglich nicht mehr für das DFB-Team abgestellt werden.
Wenn es nach Bayern-Boss Uli Hoeneß (r) ginge, würde unter anderem Joshua Kimmich (m) wohlmöglich nicht mehr für das DFB-Team abgestellt werden. © imago/Picture Point LE
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In der Debatte um das Tor des DFB-Teams hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß auch mit einem Boykott der Abstellung von deutschen Nationalspielern gedroht - später ruderte er doch zurück. Der SPORTBUZZER erklärt, warum ein Boykott gar nicht erst möglich gewesen wäre.

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Bayern-Boss Uli Hoeneß reagierte auf die Frage nach einer neuen Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft extrem verärgert. Die SportBild zitiert den im November scheidenden Präsidenten des deutschen Rekordmeisters mit den Worten: "Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen." Gegenüber dem Spiegel relativierte er seine Aussagen nun. Sein Büro ließ verlauten, dass er die Äußerungen, die er nach dem Champions-League-Spiel gegen Belgrad getätigt hatte, "mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen würde." Das Thema sei für ihn längst erledigt und es gebe dazu auch keine weiteren Aussagen von ihm.

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Durch seine Aussagen hatte Hoeneß eine Situation beschrieben, durch die der amtierende Meister bewusst gegen die vom Weltverband festgelegte Abstellungspflicht für Nationalspieler in den Länderspielpausen verstoßen würde. Seine erneut heftigen Aussagen in der Auseinandersetzung um Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen beschreiben also nur ein fiktives Szenario. Denn ein Blick in die Satzungen der FIFA macht deutlich, dass die Vereine ihre Spieler für die Verbandsmannschaft des jeweiligen Landes abstellen müssen. "Anders lautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein sind unzulässig", so die FIFA.

Torwartdiskussion: Hoeneß droht DFB mit Bayern-Boykott

FIFA schreibt vor: Klubs müssen ihre Spieler für internationale Spiele freistellen

Das Abstellen der Spieler ist laut FIFA für alle internationalen Fenster im internationalen Spielkalender sowie für alle Turnier-Endrunden zwingend erforderlich. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zeigte sich daher gegenüber der SportBild von der Hoeneß-Drohung unbeeindruckt und verwies auf die Statuten des Weltverbandes. Die Bayern müssten im Boykott-Fall alle Spieler krankmelden. Sollten die Atteste einer Überprüfung nicht standhalten, würden bei einer Eskalation des Konflikts Strafen bis hin zu Spielersperren drohen. Fälle, in denen Vereine ihre Akteure nicht für die Nationalmannschaften abstellen wollten, hat es in der Vergangenheit daher nur selten gegeben.

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In einem ganz besonderen Fall verweigerte die komplette Mannschaft Einsätze für das Nationalteam. Die dänische Auswahl um RB-Leipzig-Star Yussuf Poulsen einschließlich Trainer Åge Hareide bestreikte wegen eines Streits um Sponsoring-Verträge unter anderem ein Freundschaftsspiel gegen die Slowakei. Stattdessen spielte eine Mannschaft aus Amateurkickern und Futsal-Spielern.

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Diego, Rafinho und Robinho lösten Olympia-Streit aus

Vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking hatte es Streit um die ehemaligen Bundesliga-Profis Diego und Rafinha gegeben. Diese hatten ihre damaligen Klubs Werder Bremen und Schalke 04 ohne Einwilligung verlassen und waren zur brasilianischen Nationalmannschaft gereist. Schalke warf Rafinha damals Vertragsbruch vor und erklärte, dass die FIFA durch ihre unklare Regelung für Olympische Turniere für das Chaos verantwortlich sei. Der ehemalige Real-Madrid-Profi Robinho musste nach der Intervention seines Klubs sogar die Länderspiele für Brasilien absagen.

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