25. September 2022 / 14:36 Uhr

Live-Schalte im TV: Hoeneß verteidigt WM-Gastgeber Katar – Heftiger Schlagabtausch mit Rettig

Live-Schalte im TV: Hoeneß verteidigt WM-Gastgeber Katar – Heftiger Schlagabtausch mit Rettig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Uli Hoeneß hat am Sonntag mit einer Live-Schalte für Furore gesorgt.
Uli Hoeneß hat am Sonntag mit einer Live-Schalte für Furore gesorgt. © dpa/Getty Images/IMAGO/foto2press (Montage)
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Mit einer Telefonschalte im "Doppelpass" bei Sport1 hat Uli Hoeneß am Sonntag für Aufsehen gesorgt. Der Ehrenpräsident des FC Bayern ließ sich in eine Diskussion über WM-Gastgeber Katar schalten und verteidigte das Emirat. Außerdem lieferte sich Hoeneß eine hitzige Diskussion mit Andreas Rettig.

Der Ehrenpräsident des FC Bayern Uli Hoeneß hat gegen den ehemaligen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig gewettert und gleichzeitig vehement den WM-Gastgeber Katar verteidigt. Während der Diskussion um die umstrittene Menschenrechtslage in dem Emirat ließ sich Hoeneß am Sonntag beim "Doppelpass" auf Sport1 spontan telefonisch durchstellen und nannte Rettig den "König der Scheinheiligen". Er wolle Rettig, der zuvor gefordert hatte, die Fußball-WM "zum größten PR-Desaster" werden zu lassen, fragen, "ob er im Winter denn auch nicht mehr so warm duscht, ob er das Gas, was wir demnächst aus Katar beziehen, ob er sich da schon mal Gedanken gemacht hat", sagte Hoeneß zu Beginn seines mehrminütigen Monologs.

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"Und eines ist jetzt schon sicher: Die WM und das Engagement des FC Bayern und andere Sportaktivitäten in der Golfregion werden dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter dort besser werden und nicht schlechter. Das sollte man endlich mal akzeptieren und nicht ständig auf die Leute draufhauen", sagte der 70 Jahre alte Hoeneß hörbar erregt. Beistand erhielt Hoeneß später von Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg, der Katar ebenfalls verteidigte: "Sie sind auf dem Weg der Besserung. Und diese Möglichkeiten müssen sie nehmen. Und sie haben halt auch das Geld, die Dinge zu verbessern. Wenn wir sagen, wir haben in Russland eine WM gehabt, oder in Südafrika oder Brasilien, wo dann alles zusammen gefallen ist, dann haben sie eben die finanziellen Möglichkeiten nicht, die Katar hat."

Hoeneß warf Rettig "ewiges Sticheln" vor. Dieser hatte zuvor auch über den FC Bayern gesprochen, der wieder - wie seit Jahren - ins Trainingslager nach Katar fliegen wird: "Wenn ein DAX-Unternehmen, bei dem Katar beteiligt ist, entscheidet, welchen Gesellschafter sie dazunehmen, entscheiden das die Aktionäre. Wenn der Verein FC Bayern, der den Mitgliedern gehört, sagt, dass sie das nicht wollen, ist dieser Wille zu akzeptieren. Das ist ein gravierender Unterschied. Daher habe ich das Argument des FC Bayern in der Diskussion nicht verstanden. Mit dieser Politik, die Augen zu verschließen, stehen wir da, wo wir stehen", kritisierte der 59-Jährige.

Hoeneß und Rettig liefern sich hitzige Diskussion

Hoeneß sagte weiter Richtung Rettig: "Wenn wir demnächst nirgends mehr etwas kaufen und nicht mit Ländern zusammenarbeiten, wo die Menschenrechte nicht so gehandhabt werden wie bei uns, dann können wir unseren Laden zusperren. Und das sollten all die Schlaumeier sich mal überlegen, die so unglaublich katastrophal argumentieren wie Sie, vielen Dank."

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Hoeneß sei seit Jahren verbunden mit dem Herrscherhaus in Katar, so Rettig. "Das überrascht mich nicht, dass Sie so argumentieren, Herr Hoeneß, als Botschafter von Katar", sagte er. Katars Sportwashing, durch das Investieren in Sport das Image aufzubessern, habe Wirkung gezeigt. "Ich würde Ihnen empfehlen, dass Sie die Quellen, die Sie anzapfen, demnächst etwas breiter aufstellen", sagte er zu Hoeneß.

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