05. September 2019 / 15:25 Uhr

Hoffen auf Wolf und Regel-Trick: Darum flog Ilsanker aus RB Leipzigs Champions-League-Kader

Hoffen auf Wolf und Regel-Trick: Darum flog Ilsanker aus RB Leipzigs Champions-League-Kader

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Stefan Ilsanker stand im im ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte gegen die AS Monaco (1:1) auf dem Platz. In dieser Spielzeit werden zunächst keine weiteren Einsätze dazukommen. Der Routinier wurde für den Kader nicht berücksichtigt. 
RB Leipzigs Stefan Ilsanker stand im im ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte gegen die AS Monaco (1:1) auf dem Platz. In dieser Spielzeit werden zunächst keine weiteren Einsätze dazukommen. Der Routinier wurde für den Kader nicht berücksichtigt.  © GEPA pictures
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Die Nichtnominierung von Stefan Ilsanker für die Gruppenphase der Königsklasse sorgte bei einigen RB-Leipzig-Fans für Unverständnis. Doch hinter der Entscheidung gegen den Routinier stecken wohl gute Gründe.

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Leipzig. RB Leipzig hat mit der Benennung des Kaders für die zweite Champions-League-Saison der Vereinsgeschichte für ein paar Überraschungen gesorgt. Vor allem die Nichtberücksichtigung von Routinier Stefan Ilsanker stieß bei einigen Fans auf Unverständnis, auch weil es statt dem 30-Jährigen unter anderem Hannes Wolf auf die 25 Spieler lange A-Liste geschafft hat.

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Der 20-jährige österreichische Neuzugang laboriert noch immer an einem Knöchelbruch aus dem U21-Europameisterschafts-Spiel gegen Serbien. Wann er auf wieder dem Rasen stehen wird, ist völlig ungewiss. Im Trainingslager hatte Wolf sich geäußert und einen groben Fahrplan gegeben: "Wenn ich in der Rückrunde nicht fit bin, wäre bei der Reha etwas schiefgelaufen. Mein persönliches Ziel ist, in diesem Jahr noch mit der Mannschaft zu trainieren." Dass er nun bereits für die Gruppenphase im Kader steht, lässt vermuten, dass man bei RB auf ein früheres Comeback hofft.

Hoffnung auf früheres Wolf-Debüt

Denn wäre ein Einsatz im Jahr 2019 gänzlich ausgeschlossen, hätte man den von Schwesterclub Red Bull Salzburg an die Pleiße geholten offensiven Mittelfeldspieler im Falle eines Achtelfinaleinzugs auch im Winter nachnominieren können. Laut Uefa-Regularien dürfen dem Kader zu diesem Zeitpunkt nämlich bis zu drei Spieler hinzugefügt werden.

Für den fitten Stefan Ilsanker ist es aber so oder so der nächste herbe Rückschlag unter Leipzigs neuem Coach Julian Nagelsmann. Seit dessen Ankunft hatte der 36-fache österreichische Nationalspieler keine Einsatzminute und galt vor der Saison als heißer Kandidat für einen Abschied. Ein geeigneter Abnehmer scheint sich jedoch nicht gefunden zu haben. So muss sich der Defensivspezialist zumindest bis zum Winter mit seiner Reservistenrolle anfreunden.

Regularien erfüllt

Ähnlich unerwartet kam die Entscheidung, dass es neben Tom Krauß, der regelmäßig mit ersten Mannschaft trainiert und den Nagelsmann in der Vorbereitung in Reichweite zum Bundesliga-Kader verortete, auch die beiden Nachwuchs-Profis Fabrice Hartmann und Frederik Jäkel in den A-Kader geschafft haben. Die Nominierung ist dabei wohl vor allem taktischer Natur.

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Zumindest erfüllt RB damit weitere Anforderungen der Uefa. Demnach sind acht Kader-Plätze für "lokal ausgebildeter Spieler" reserviert. Von diesen acht dürfen wiederum bis zu vier Plätze von Profis eingenommen werden, die im nationalen Verband ausgebildet worden sind, im Fall der deutschen Teilnehmer also zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr für mindestens drei Spielzeiten bei einem deutschen Verein registriert waren. Bei RB trifft das unter anderem auf Marcel Halstenberg, Diego Demme, Willi Orban, Kevin Kampl und Timo Werner zu.

Vier vom Verein ausgebildete Spieler

Größere Probleme hat der Bundesliga-Tabellenführer jedoch, auf die von der Uefa vorgeschriebenen vier "vom Verein ausgebildeten" Spieler zu kommen. Hier zählt nur, wer zwischen seinem 15. und 21. Lebensjahr drei Spielzeiten oder Jahre für die Roten Bullen aufgelaufen ist. Von den angestammten Kräften erfüllt nur der seit 2014 unter Vertrag stehende Lukas Klostermann diese Anforderungen. Weil der Kader gekürzt werden müsste, wenn die acht reservierten Plätze nicht den Regularien entsprechend besetzt sind, dürften die Eigengewächse Hartmann, Jäkel und Krauß trotz geringer Einsatzchancen ebenfalls den Vorzug vor Ilsanker bekommen haben.

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Das würde auch erklären, warum die gestandenen Spieler Ibrahima Konaté und Dayot Upamecano auf die B-Liste ausweichen mussten. Auf diese Kader-Ergänzung darf eine unbegrenzte Zahl Spieler rücken, die nach dem 1. Januar 1998 geboren wurden und zwischen ihrem 15. Geburtstag und dem Zeitpunkt ihrer Registrierung bei der UEFA zwei Jahre lang beim jeweiligen Verein spielberechtigt waren. Das trifft sowohl auf "Ibu" als auch auf "Upa" zu.

Auch Tschauner und Candido nicht im Kader

Die Spieler auf der B-Liste können wie die des A-Kaders in den Champions-League-Spielen zum Einsatz kommen, wenn sie bis zu 24 Stunden vor der Partie beim europäischen Verband werden. Neben Ilsanker schafften es auch Ersatzkeeper Philipp Tschauner und Neuzugang Luan Candido nicht in den Kader.

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