08. Januar 2019 / 18:44 Uhr

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann von Egoismus im Fußball genervt: „Geht mehr um Eigenvermarktung“

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann von Egoismus im Fußball genervt: „Geht mehr um Eigenvermarktung“

Redaktion Sportbuzzer
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Julian Nagelsmann ist mit der Mentalität der heutigen Fußballer nicht einverstanden.
Julian Nagelsmann ist mit der Mentalität der heutigen Fußballer nicht einverstanden. © imago/Jan Huebner
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Julian Nagelsmann kritisiert die aus seiner Sicht immer stärker zunehmende Ich-Mentalität im Profifußball. Der Trainer der TSG Hoffenheim äußert zudem seinen Unmut über Reservespieler, die wegen zu wenig Spielzeit ständig unzufrieden seien.

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Es ist ein bekanntes Bild: Bundesliga-Profis zeigen sich seit Langem in Werbespots, um ihr Image in der breiten Öffentlichkeit zu stärken. Seit dem Beginn der Social-Media-Ära nutzen sie auch die Plattformen Facebook, Instagram und Co., um sich zu inszenieren. Dabei posten sie Fotos vom Training oder Videos aus dem Urlaub und werben für Produkte von Großkonzernen. Julian Nagelsmann ist dies ein Dorn im Auge, da eine derartige Form der Eigendarstellung aus Sicht des Trainers der TSG Hoffenheim mittlerweile überhandnimmt.

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Nagelsmann von Entwicklung im Profifußball genervt

Nagelsmann hat in einem Interview mit den Zeitungen „Heilbronner Stimme“, „Mannheimer Morgen“ und „Rhein-Neckar-Zeitung“ die Mentalität der aktuellen Generation der Fußballprofis kritisiert. „Es geht mehr und mehr um die Eigenvermarktung. Es ist scheinbar eine Entwicklung, die das ‚Ich‘ immer mehr in den Vordergrund schiebt“, sagte der Coach des Bundesligisten.

Damit teilt Nagelsmann in gewisser Weise die Meinung von Jan Rosenthal. Der ehemalige Bundesliga-Spieler (unter anderem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt) hatte vor einigen Tagen im Interview mit dem SPORTBUZZER kritisiert, dass der Fokus immer weniger auf dem Teamgedanken liege – und er auch deshalb seine Karriere im vergangenen Sommer beendet habe. „Mich haben viele Dinge zunehmend genervt: Der Egoismus in dem Geschäft – es geht in vielen Vereinen vorrangig um Macht, Status und nicht um die Sache an sich, also das, was dem Mannschaftserfolg dient. Und das auf allen Ebenen“, sagte Rosenthal.

Julian Nagelsmann: Seine besten Sprüche

Jung, talentiert – und ein echter Sprücheklopfer: Wir zeigen euch die besten Sprüche von Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann. Zur Galerie
Jung, talentiert – und ein echter Sprücheklopfer: Wir zeigen euch die besten Sprüche von Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann. ©
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Nagelsmann: „Es bringt einfach nichts, andauernd unzufrieden zu sein“

Darüber hinaus missfällt Nagelsmann auch die wachsende Rolle als Moderator der unzufriedenen Reservespieler. „Es bringt einfach nichts, andauernd unzufrieden zu sein, weil Spieler dann in einen Teufelskreis kommen und durch die Unzufriedenheit auch wieder schlechter trainieren“, sagte der 31-Jährige. „Damit tun sie mir nicht weh, sondern schaden sich selbst. Irgendwie steckt man im Fußball in einer Blase und hängt das Thema Fußball zu hoch.“

Nagelsmann beginnt in der Rückrunde seine Abschiedstour von der TSG Hoffenheim. Er wechselt im Sommer zum Ligakonkurrenten RB Leipzig. Der nahende Abschied von dem Klub, bei dem er 2010 als damals erst 23-Jähriger Co-Trainer der U17-Mannschaft eingestiegen war und zum Bundesliga-Coach gereift ist, wird emotional für ihn. „Es werden auf jeden Fall ein paar Tränchen vergossen werden“, betonte Nagelsmann.

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