14. Juni 2021 / 08:02 Uhr

Hoffnung in den Doppelvierern: Brandenburger Duo rudert bei Olympia

Hoffnung in den Doppelvierern: Brandenburger Duo rudert bei Olympia

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniela Schultze war in den vergangenen Jahren erfolgreich mit dem Doppelvierer - und will das nun auch in Tokio sein.
Daniela Schultze war in den vergangenen Jahren erfolgreich mit dem Doppelvierer - und will das nun auch in Tokio sein. © imago images / Eibner
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Daniela Schultze und Hans Gruhne aus Potsdam gehen in Tokio aufs Wasser. Das Frauen-Quartett machte bisher einen besseren Eindruck, aber auch die Männer beweisen Optimismus.

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Verhältnismäßig klein, aber oho: In etwa so lässt sich die Einschätzung von Mario Woldt umschreiben. Er ist Sportdirektor der deutschen Ruderer, die für die diesjährigen Olympischen Spiele nur in der Hälfte der 14 Bootsklassen qualifiziert sindein historisches Tief der mit Abstand erfolgreichsten Rudernation bei Olympia. Trotzdem glaubt Woldt, auch in Tokio wieder gut abschneiden zu können, attestiert er doch den teilnehmenden Booten ein „hohes qualitatives Niveau“.

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Zweite Olympiateilnahme - die erste als Skullerin

In den Doppelvierern werden auch zwei Aktive des RC Potsdam ihre Skulls durch das Wasser wuchten, um am Ende möglichst Edelmetall zu schöpfen. Dabei wirken die Aussichten für die Frauen-Crew um Daniela Schultze besser im Vergleich zu den männlichen Kollegen mit Hans Gruhne an Bord. Bei allen internationalen Rennen der aktuellen Saison, die coronabedingt aber nicht immer top-besetzt waren, standen Schultze & Co. auf dem Podium. Zum Weltcup-Abschluss gelang voriges Wochenende ein Sieg. „Wir haben ganz gut Selbstvertrauen gesammelt“, sagt die 30 Jahre alte Potsdamerin.

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Für sie wird es die zweite Olympiateilnahme, jedoch die erste als Skullerin. Nachdem Schultze 2011 U23-Weltmeisterin im Doppelzweier geworden war, stieg sie anschließend in den Riemen-Achter, mit dem sie ein Jahr später bei den Sommerspielen von London der Konkurrenz hinterherfuhr. Seit 2017 ist die gebürtige Cottbuserin wieder in ihrer ursprünglichen Disziplin aktiv, vorwiegend am zuständigen Bundesstützpunkt Berlin. Mit dem Doppelvierer holte sie seitdem einen kompletten EM-Medaillensatz und wurde zweimal WM-Vierte. „Mit einer Medaille in Tokio wären wir zufrieden“, sagt Schultze. „Aber man will natürlich die beste Medaille. Wenn wir an den Start gehen, ist es immer das Ziel, um den Sieg zu fahren.“

Gruhne & Co. kein Favorit wie 2016

Vereinskamerad Gruhne hat bereits die größten Erfolge mit dem Doppelvierer eingefahren. WM-Titel 2015, ein Jahr später in Rio der olympische Triumph. Anschließend gelang diesem Boot aber kein Podestplatz mehr bei internationalen Meisterschaften. Es rutschte auch dieses Jahr noch nicht optimal, Hoffnung gab zuletzt Platz zwei beim letzten Weltcup. „Da haben wir eine Steigerung gespürt“, sagt der 32-Jährige. „Wir sind für Tokio sicher kein Favorit. Aber ich bin überzeugt, dass wir viel Potenzial haben, das wir einfach mal voll abrufen müssen. Dann ist einiges drin“, erklärt Gruhne, der für seine dritte Olympiateilnahme den geforderten Wechsel an den Bundesstützpunkt Hamburg/Ratzeburg vollzogen hatte.

2016 in Rio holte Hans Gruhne bereits mit dem deutschen Doppelvierer Olympiagold - dieses Mal gehört die Crew nicht zu den heißen Titelanwärtern.
2016 in Rio holte Hans Gruhne bereits mit dem deutschen Doppelvierer Olympiagold - dieses Mal gehört die Crew nicht zu den heißen Titelanwärtern. © imago images / Eibner

Offiziell seit 2018 ist der Bundesstützpunkt Potsdam federführend für die deutschen Riemen-Frauen. Dass diese nun erstmalig gar nicht bei den Sommerspielen dabei sein werden, ist ein Dämpfer. Zu Olympia 2024 in Paris soll die begonnene Aufbauarbeit dann aber Ertrag bringen.