08. Juni 2022 / 21:36 Uhr

Von Hofmann bis Musiala und Sané bis Gosens: Die Gewinner und Verlierer im DFB-Team

Von Hofmann bis Musiala und Sané bis Gosens: Die Gewinner und Verlierer im DFB-Team

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick (links) kann mit den Leistungen von Jamal Musiala und Jonas Hofmann sehr zufrieden sein. Leroy Sané (dritter von links) hingegen steckt in einem Formtief, Robin Gosens (rechts) ist noch nicht wieder richtig zurück nach einer monatelangen Verletzung.
Bundestrainer Hansi Flick (links) kann mit den Leistungen von Jamal Musiala und Jonas Hofmann sehr zufrieden sein. Leroy Sané (dritter von links) hingegen steckt in einem Formtief, Robin Gosens (rechts) ist noch nicht wieder richtig zurück nach einer monatelangen Verletzung. © dpa (Montage)
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Jonas Hofmann glänzt mit einer Vorlage und einem Treffer, Leroy Sané enttäuscht mit schwachen Auftritten: Nach den beiden ersten beiden Nations-League-Spielen gibt´s einige Gewinner und Verlierer im DFB-Team. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

Zwei Spiele, zwei Punkte in der Nations League. Das reicht nicht für die Ansprüche eines Teams, das im Dezember in Katar um den Titel mitspielen, ja sogar Weltmeister werden will. "Das ist ein bisschen zu wenig", gab auch Jonas Hofmann zu, der am Dienstagabend gegen England die Führung beim 1:1 erzielte. "Wir müssen aber den Weg weitergehen und zusehen, dass wir aus den nächsten zwei Spielen sechs Punkte holen." Klare Ansage des Gladbachers für die nächsten beiden Partien der Nationalmannschaft am Samstag in Budapest gegen Ungarn und am Dienstag in Mönchengladbach im Rückspiel gegen Italien.

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Nach dem 1:1 in Bologna und der erneuten Punkteteilung gegen England ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Bis auf Marco Reus kann sich jeder Profi natürlich in den verbleibenden 180 Minuten für weitere Aufgaben empfehlen, dennoch gibt es erste Gewinner und Verlierer. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

Das sind die Gewinner

Jonas Hofmann: Der Gladbacher ist die neue Allzweckwaffe im Team des Bundestrainers. Er kann sowohl als Rechtsverteidiger, als auch im rechten Mittelfeld oder in der Zentrale spielen. Seine beiden Auftritte in der Nations League waren bisher das perfekte Bewerbungsschreiben für den WM-Kader: In Italien gab er nach seiner Einwechslung die Vorlage zum 1:1, gegen England traf er zur Führung, erzielte außerdem noch ein Abseitstor. Viel mehr geht nicht.

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David Raum: Der Hoffenheimer kam gegen die "Three Lions" auf der linken Seite zum Einsatz und zeigte, warum er eine Bereicherung für das deutsche Spiel ist: Raum verteidigte solide, schaltete sich immer wieder in den Angriff ein, seine Flanken kamen mit ordentlich Zug in Richtung Tor. Das war ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu Thilo Kehrer, der auf dieser Position zuletzt in Italien eher blass blieb.

Jamal Musiala: Der Junge macht einfach Spaß, weil er so unkonventionell spielt. Bei Musiala weiß man nie, was als nächstes passiert. Das macht ihn für den Gegner so unberechenbar. Wenn er gegen England am Ball war, dann herrschte in der Allianz Arena immer das Gefühl, das etwas Besonderes passieren könnte. Bei seiner Auswechslung gab es lautstarken Applaus von den Rängen und sogar stehende Ovationen. "Bambi" läuft Leroy Sané langsam den Rang ab.

Das sind die Verlierer

Leroy Sané: Der Bayern-Profi zeigte gegen Italien eine schwache Leistung (SPORTBUZZER-Note 5), wurde aber anschließend von Flick in Schutz genommen. "Er hat enorme Qualität, er ist schnell, trickreich. Erist für uns ein wichtiger Spieler, wir werden ihn unterstützen", so der Bundestrainer. Gegen England wurde Sané erst in der der 83. Minute eingewechselt, zeigte aber erneut nicht, warum er ein Unterschiedsspieler sein könnte, den viele in ihm sehen – auch Flick. Bei einer aussichtsreichen Zwei-gegen-Eins-Kontersituation verschluderte er den Ball, dabei ging ein heftiges Raunen durch die Arena. Der Wuschelkopf muss sich steigern, will er seinen Stammplatz nicht verlieren.

Robin Gosens: Der Linksverteidiger fehlt aktuell im DFB-Kader, für ihn könnte es schwierig werden, sich zurück in die Mannschaft zu spielen, in der er bei der EM unter Joachim Löw noch gesetzt war. Gosens wechselte im vergangenen Winter von Atalanta Bergamo zu Inter Mailand, bei dem Topklub läuft es aber nicht gut für ihn: Erst war er lange verletzt, stand dann häufig nicht im Kader. Gosens kam nur auf neun Einsätze über insgesamt 175 Minuten (ein Treffer). Ohne Spielpraxis wird es schwer, bei der WM dabei zu sein. Zumal Thilo Kehrer sich unter Flick festspielte, auch Raum zu den Gewinnern zählt.

Matthias Ginter: Mit Gladbach hatte der Verteidiger keine gute Saison, hinkte den Zielen weit hinterher. Das machte sich auch bei der Nationalelf bemerkbar. Für die Nations-League-Spiele wurde er von Flick nicht nominiert. "Das ist kein endgültiger Kader für die WM. Die Tür ist offen", sagte Flick zuletzt zwar, aber Ginter wird sich bei seinem neuem Klub Freiburg deutlich steigern müssen. Die Innenverteidigung ist mit Niklas Süle und Antonio Rüdiger besetzt, dahinter macht Nico Schlotterbeck Druck – und auf rechts hat Flick mit Hofmann und Lukas Klostermann weitere Alternativen.

Marco Reus: Der Dortmunder Kapitän verpasste die ersten beiden Spiele in der Nations League wegen eines Infekts, erlitt nun auch noch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel und wird der DFB-Auswahl bei den nächsten beiden Partien fehlen. Genau das ist seit Jahren das große Problem des 33-Jährigen beim DFB: Eine Zukunft mit ihm lässt sich nur schwer planen. Reus ist zu anfällig für Verletzungen. Obwohl der Bundestrainer in den höchsten Tönen vom ihm schwärmt ("Marco ist für mich einer der besten Spieler im letzten Drittel, der eine enorme Technik hat, den letzten Pass geben kann") wird es der Offensivspieler schwer haben, zur Stammelf oder überhaupt zum WM-Kader zu gehören.