09. Dezember 2021 / 18:29 Uhr

Höhenflug mit Routiniers: TSV Kolenfeld überrascht - und will jetzt mehr

Höhenflug mit Routiniers: TSV Kolenfeld überrascht - und will jetzt mehr

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler des TSV Kolenfeld feiern das frühe 1:0 durch Mike Ehlert (Zweiter von rechts).
Feierten den überraschenden Einzug in die Aufstiegsrunde: Die Spieler des TSV Kolenfeld. © Christian Hanke
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Die Qualifikation zur Aufstiegsrunde hat den TSV Kolenfeld selbst etwas überrascht. Jetzt will die Mannschaft von Spielertrainer Steffen Dreier mehr. Maßgeblich beteiligt am Erfolg war ein erfahrenes Trio.

„Vor zwei Jahren haben wir nur auf die Mütze gekriegt, ohne Corona wären wir sang- und klanglos abgestiegen. Jetzt sind wir in der Aufstiegsrunde und werden da sicher nicht chancenlos sein.“ Steffen Dreier, Spielertrainer des TSV Kolenfeld, ist vollauf zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf und selbst ein wenig überrascht vom hervorragenden Abschneiden seiner Mannschaft. Dass die Kolenfelder sich souverän den zweiten Tabellenplatz der Bezirksliga 4 hinter Primus TuS Garbsen sicherten, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet.

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„Wir freuen uns auf die Meisterrunde. Da geht es in neun Spielen um alles"

Die Pflichtaufgabe Klassenerhalt ist also vorzeitig abgehakt, im Frühjahr folgt die Kür: „Wir freuen uns auf die Meisterrunde. Da geht es in neun Spielen um alles, das ist eine superspannende Angelegenheit“, sagt Dreier, der sich aktuell darum bemüht, noch den einen oder anderen neuen Spieler zum Wunstorfer Klub an den Kanal zu holen. „Wir wollen zwei, drei talentierte junge Leute dazugewinnen. Man muss zukunftsorientiert denken. Viele von uns gehören schließlich schon zum alten Eisen“, sagt der 32-jährige stürmende Coach augenzwinkernd.

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Von wegen altes Eisen: Erfahrenes Trio glänzt

Gemeint sind damit auch die prominenten Schlüsselspieler: Innenverteidiger Daniel McGuinness, Kapitän Robin Ullmann und Offensivspieler Deniz Aycicek. Das Trio wechselte im Sommer 2020 vom 1. FC Wunstorf zum benachbarten Bezirksligisten und hat unisono die 30 überschritten. Aber von wegen altes Eisen, bestes Fußballeralter trifft es wohl eher: Jedenfalls hatten die Routiniers maßgeblich Anteil am Höhenflug der vergangenen Monate.


Zwei Spieltage vor Vorrunden-Ende war Aufstiegsrunde perfekt

„Es ist ja nicht allein, dass die drei ihre fußballerischen Qualitäten auf dem Platz einbringen. Vielmehr sorgen sie dafür, dass die anderen besser werden. Mit ihrer Präsenz, ihrem Können und Coaching machen sie das ganze Team stärker. Und sie legen einen Ehrgeiz an den Tag, wie wir ihn in der Art und Weise in Kolenfeld nicht kannten, diese Mentalität hat sich auf alle Akteure übertragen“, schildert Dreier.

Um das Leistungsvermögen seiner Mannschaft, die mit Mike Ehlert überdies einen überragenden Angreifer in ihren Reihen hat, wusste Dreier natürlich. Angesichts permanenter Verletzungssorgen, die sich von der Vorbereitung durch die gesamte Hinrunde zogen, hätte der Trainer allerdings nicht mit einem solch großartigen (Ver-)Lauf gerechnet: „Dass wir mit unserem Kader eine Chance haben, vorne mitzumischen, okay. Aber dass es sich so entwickelt und wir trotz ständiger Ausfälle zwei Spieltage vor Schluss die Aufstiegsrunde klargemacht haben, das hätte ich echt nicht gedacht.“ Favorit TSV Mühlenfeld habe sich das definitiv anders vorgestellt, schiebt Dreier mit einem kleinen Seitenhieb hinterher.

Klassenerhalt ist fix, der Rest ist Bonus

Nun also Aufstiegsrunde. Die Kolenfelder sind bereit und heiß. „Bei uns in der Staffel 2 sollen Niedersachsen Döhren, der SV Ihme-Roloven und die SSG Halvestorf/Herkendorf sehr stark sein“, sagt Dreier, der sich besonders auf die Duelle mit seinem früheren Verein TSV Hagenburg freut. Insgesamt fünf Jahre stürmte er im Dress der Seeprovinzler und pflegt noch heute Kontakt zu deren Teammanager Dietmar Thake. Und mit Jan Scholz, Lukas Tieste, Nick Pape sowie Sven Tautz stehen noch vier weitere ehemalige Hagenburger im aktuellen Aufgebot des TSV Kolenfeld.

Wohin die sportliche Reise geht? „Wir können befreit aufspielen, der Klassenerhalt ist fix, alles andere ist jetzt ohnehin Bonus“, sagt Dreier. „Aber mal ehrlich, größer kann die Chance gar nicht sein, in die Landesliga hochzurutschen. Der Modus mit neun quasi K.-o.-Spielen macht es möglich, da ist so viel drin in dieser Runde. Wir sind optimistisch und brennen auf das, was kommt.“ Na, wenn das keine Ansage ist.