21. November 2019 / 11:46 Uhr

Protest gegen Rassismus: Deshalb stehen am Wochenende in Holland alle Profi-Spieler still

Protest gegen Rassismus: Deshalb stehen am Wochenende in Holland alle Profi-Spieler still

Isabell Remmers
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
In der ersten und zweiten holländischen Liga soll am Wochenende ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden. 
In der ersten und zweiten holländischen Liga soll am Wochenende ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden.  © imago images/Pro Shots/twitter OnsOranje/montage
Anzeige

Der holländische Fußball setzt am Wochenende ein Zeichen gegen Rassismus. In der ersten Spielminute der ersten und zweiten holländischen Liga werden alle Spieler auf den Plätzen stillstehen. Die Protestaktion ist eine Reaktion auf die vergangenen rassistischen Vorfällen am Rande von Fußballspielen. 

Anzeige

Wenn am Wochenende in Holland die Anpfiffe zu den Spielen der ersten und zweiten Liga ertönen, wird sich den Fans zunächst ein ungewöhnliches Bild bieten: Eine Minute lang wird auf den Plätzen in den Stadien nichts passieren. In der ersten Spielminute der Eredivisie und Eersten Divisie werden nach Anpfiff alle Spieler stillstehen und sich nicht bewegen. Der Hintergrund: Damit soll ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden.

Rassismus? Dann spielen wir kein Fußball

Während die Fußballer auf dem Feld innehalten, wird auf den Anzeigetafeln in den Stadien der Schriftzug "Rassismus? Dann spielen wir kein Fußball" zu lesen sein. Die durch den Protest verlorene Minute soll am Ende der ersten Halbzeit nachgespielt werden. Die Holländer reagieren mit der Aktion auf zuletzt immer wieder auftretende Fälle von Rassismus am Rande von holländischen Fußballspielen.

Mehr vom SPORTBUZZER

Vorfall in zweiten holländischen Liga Auslöser für Protestaktion

Zuletzt hatte ein Fall in der zweiten holländischen Liga für Aufsehen gesorgt. Die Partie zwischen den FC Den Bosch und Excelsior Rotterdam musste am vergangenen Sonntag kurz vor der Pause durch den Schiesdrichter unterbrochen werden. Der Grund: Excelsior-Spieler Ahmad Mendes Moreira war mehrfach von den gegnerischen Fans rassistisch beleidigt worden. Bei Ballberührungen wurden Affengeräusche und Lieder über den "Zwarte Piet" (Schwarzen Peter) angestimmt. Dass ein Spiel aufgrund von rassistischen Äußerungen unterbrochen werden musste, gab es zuvor noch nie im holländischen Fußball.

Wijnaldum mit Brandrede gegen Rassismus

Nach dem Spiel hatten sich bereits die holländischen Nationalspieler vermehrt bei Social Media zu den Vorfällen geäußert. Sie posteten ein Bild, auf dem 22 Nationalspieler ein Kreis bildeten und schrieben dazu "Enough Is Enough!! #StopRacism". Der niederländische Mittelfeldspieler Georginio Wijnaldum sprach zudem bei einer Pressekonferenz von Problemen in der Gesellschaft. "Ich hätte niemals gedacht, dass soetwas in den Niederlanden passieren würde. Ich bin richtig schockiert", so der Nationalspieler.

Auch schwedischer Nationalspieler Opfer von Rassismus

Auch über die holländischen Grenzen hinaus sind in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Rassismus aufgetreten. Der schwedische Nationalspieler Alexander Isak wurde beim EM-Qualifikationspiel gegen Rumänien Opfer rassistischer Beleidigungen. In der Endphase des Spiels soll sogar ein Golfball in Isaks Richtung geworfen worden sein. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie, aber Isak selbst entschied weiterzuspielen.

Mit ihrer Protestaktion wollen die Holländer nun also ein Zeichen setzen und dafür sorgen, dass ähnliche Geschehnisse im Fußball keinen Platz mehr finden. In den sozialen Medien ernten sie dafür bereits viel Zuspruch. Bei Twitter heißt es beispielsweise: "Großartige Geste! Das sollte es bei jedem Spiel in jeder Liga geben."