13. Mai 2019 / 22:27 Uhr

Holstein Kiel: Abwehr-Routinier Dominik Schmidt will bleiben

Holstein Kiel: Abwehr-Routinier Dominik Schmidt will bleiben

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Einer zum Anfassen: Dominik Schmidt genießt nach dem letzten Heimspiel der Saison das Bad in der Menge. Er steht mit der KSV nun vor dem nächsten Umbruch.
Einer zum Anfassen: Dominik Schmidt genießt nach dem letzten Heimspiel der Saison das Bad in der Menge. Er steht mit der KSV nun vor dem nächsten Umbruch. © Uwe Paesler
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Was so ein Sieg doch freisetzen kann. Dominik Schmidt, in den vergangenen Wochen zunehmend genervt von den Leistungen der Störche, war nach dem 3:0-Erfolg Holstein Kiels über Dynamo Dresden im letzten Saison-Heimspiel in der Zweiten Fußball-Bundesliga gelöst wie selten. „Wir hatten unseren Spaß auf dem Platz“, sagte er, der seine Elf zum zwölften Mal in dieser Spielzeit als Kapitän aufs Feld führte, kurz nach dem Abpfiff. Er sagte es mit Freude in den Augen. Freude über ein versöhnliches Ende vor eigenem Publikum. Einem Ende, auf das erneut ein radikaler Neuanfang folgen wird.

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Dass Schmidt Teil dieses Neustarts sein wird, hatte er direkt nach Spielende auf der Ehrenrunde noch einmal unterstrichen, den Fans beim Abklatschen zugerufen: „Ich bleibe!“ Ein Signal des Abwehrmanns, der schon im vergangenen Sommer dem Klub die Treue gehalten hatte, im Winter dann gar bis 2020 verlängerte. Da lag der beispiellose Exodus, den die KSV erlebt hatte, gerade mal ein halbes Jahr zurück. Spieler, Verantwortliche – vieles neu, alles anders. Ein Szenario, das sich nun wiederholen dürfte.

Der Trainer wird wohl gehen, bei einigen Leistungsträgern besteht schon Gewissheit. Um weitere Abgänge ranken sich Spekulationen. „Im letzten Jahr habe ich gedacht: Okay, nach dem ersten Radikalumbruch haben wir erstmal wieder für ein paar Jahre Ruhe“, sagt Schmidt. „Aber jetzt steht der nächste vor der Tür.“

Der 31-Jährige, nun im ernsten Modus, weiter: „Es ist anstrengend und nervig, klar. Du verlierst nicht nur den Trainer, sondern auch wieder eine gute Mannschaft, ein gutes Gefüge. Es gibt nichts schwierigeres, als jedes Jahr wieder zehn, zwölf neue Leute zu integrieren und daraus wieder ein gutes Gefüge zu machen, das auf und neben dem Platz funktioniert.“ Aber, so Schmidt: „Das ist leider Gottes das Geschäft.“ Ein Geschäft, das Dominik Schmidt nach zehn Jahren als Profi nur zu gut kennt, weshalb er sich auch zu einer Warnung veranlasst sah: „Wir müssen zusehen, alle neuen Jungs und den Trainer gut zu integrieren, damit wir wieder eine gute Saison spielen, damit Holstein Kiel in der Zweiten Liga bleibt. Denn das Ganze kann auch irgendwann nach hinten losgehen.“

Dass etwas gehörig nach hinten losgehen könnte – diesen Eindruck hatte Schmidt wohl selten zuvor so sehr wie im Sommer 2018. Die Mannschaft fremdelte mit der Spielidee von Tim Walter. „Wir waren alle sehr, sehr kritisch vor der Saison und haben alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als der Trainer mit dem Spielsystem kam. Nach dem ersten Training und dem ersten Testspiel wusste keiner, wo rechts und links ist“, sagte Schmidt.

Der Saisonverlauf von Holstein Kiel in der Zweitliga-Spielzeit 2018/19.

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©
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Im Mai 2019 klingt seine Analyse dann aber doch ein bisschen anders: „Man muss Bilanz ziehen und sagen: Es hat jeden Einzelnen von uns fußballerisch deutlich besser gemacht.“ Ein versöhnliches Fazit unter einer Saison, in der vielleicht viel mehr drin gewesen wäre. Doch es ist, wie es ist. Schmidt hat seinen Frieden mit dem Saisonverlauf gemacht. Das freudige Lachen kann nicht täuschen.

Der Ex-Bremer stichelt gegen Kinsombi und den HSV

Ein Lachen, das sich bei ihm noch während des laufenden Spiels geformt hatte – schließlich war es Akteuren und Fans nicht entgangen, dass der Hamburger SV gerade den Aufstieg verspielt hatte. Schmidt, der noch immer die Werder-DNA aus seiner Zeit an der Weser (2006-2011) in sich trägt, sagte neckisch: „Es gibt keine größere Genugtuung für jemanden wie mich, der die grüne Raute in der Brust hat.“

Sein Noch-Kollege David Kinsombi, den es zu ebenjenem HSV zieht, dürfte dagegen nicht den besten Tag gehabt haben. Mit dem 1:4 in Paderborn ist nicht nur der Hamburger Traum von der Bundesliga geplatzt, sondern auch seiner. Schmidt jedenfalls hatte wenig Mitleid: „Ich freue mich, in der nächsten Saison gegen ihn zu spielen – hoffentlich wieder mit einem guten Ausgang für uns.“ Echte Vorfreude – ein gutes Rezept gegen den Kater des erneuten Umbruchs.

KSV absolviert Trainingslager in Österreich

Die Kieler Störche werden am 19. Juni mit dem Trainingsauftakt die Vorbereitung auf die Spielzeit 2019/20 aufnehmen. Das gab der Verein gestern bekannt. Drei Tage später steigt das erste Testspiel gegen den Eckernförder SV, ehe es ins erste Trainingslager nach Kremmen in Brandenburg geht (23. bis 28. Juni), mit Tests gegen den SV Falkensee-Finkenkrug (26. Juni) und den FC Schönberg 95 (28. Juni). Nach einem Testspiel bei Odense BK (3. Juli) reist der KSV-Tross nach Österreich zum siebentägigen Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf (7.-14. Juli). Dort testet Holstein gegen den SV Mattersburg (13. Juli). Am letzten Juli-Wochenende startet dann die neue Zweitliga-Saison.

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