14. August 2019 / 11:08 Uhr

Holstein Kiel: Alles, was ihr zum Videoassistent beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC wissen müsst

Holstein Kiel: Alles, was ihr zum Videoassistent beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC wissen müsst

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Der Versuch der Transparenz für die Fans. Tor? Kein Tor?
Der Versuch der Transparenz für die Fans. Tor? Kein Tor? © Uwe Paesler
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Zweite Liga: Punktspiel-Premiere des Videobeweises im Holstein-Stadion steht noch aus – Die wichtigsten Aspekte im Überblick

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Umstritten, aber unumstößlich: Der Videobeweis gehört seit dieser Saison auch in der Zweiten Fußball-Bundesliga genauso dazu wie Tore, Fouls und Doppelpässe. Wobei: Holstein Kiel ist mit dem Instrument in der laufenden Spielzeit – anders als etwa der Hamburger SV, der gleich zum Auftakt gegen Darmstadt dank des Videobeweises einen Strafstoß in der 98. Minute zugesprochen bekommen hatte – noch gar nicht in Berührung gekommen.

Sowohl gegen den SV Sandhausen (1:1) als auch in Darmstadt (0:2) gab es für den Video Assistant Referee (VAR) keinen Anlass zum Eingreifen. Im DFB-Pokal (6:0 gegen Salmrohr) gibt es den Videobeweis erst ab dem Achtelfinale. Möglicherweise steht daher am Sonntag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC (13.30 Uhr) die VAR-Premiere im Holstein-Stadion an. Vorab klären wir die wichtigsten Fragen.

Wann kommt der VAR zum Einsatz und wie funktioniert das?

Der Videobeweis ist ein Großprojekt von DFB und DFL gemeinsam mit der Fifa und dem International Football Association Board (Ifab) – aber das vermeintliche Monstrum funktioniert, eigentlich, ganz einfach. In vier Fällen kann der VAR eingreifen: bei Toren, Elfmetersituationen, Platzverweisen und bei Verwechslungen (Karte an falschen Spieler). Kommt es zu einer strittigen Szene, etwa einem übersehenen Foulspiel im Strafraum, schaltet sich der zuständige Video-Assistent – im Unterhaus sind dazu alle Bundesliga- und Zweitliga-Schiedsrichter befähigt – aus Köln hinzu.

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Er sitzt im berüchtigten „Kölner Keller“, dem Video-Assist-Center, betreut mit seinen Assistenten bis zu zehn Spiele parallel. Die Kontaktaufnahme erfolgt per Funk über das Referee-Headset. Sowohl der Schiedsrichter kann damit den VAR konsultieren als auch umgekehrt.Tritt der „Ernstfall“ ein, ist das Prozedere so: Der Schiedsrichter übersieht eine Situation oder bewertet sie nach Ansicht des VAR falsch, Köln schaltet sich dazu, informiert den Referee und gibt ihm die Möglichkeit, durch Ansicht der Kamera-Sequenzen auf einem Monitor in der Review Area (im Holstein-Stadion auf Höhe der Mittellinie hinter der Bande an der Gegengeraden) zu einer eigenen Einschätzung zu gelangen. Danach erfolgt die Entscheidung.

Wie erfahren die Fans vom Eingreifen des VAR?

Zum einen über die mittlerweile berühmte VAR-Geste, indem der Referee mit seinen Zeigefingern ein Rechteck, also einen Bildschirm, nachmalt. Dabei ist dieses Signal eigentlich an die Spieler gerichtet. Als Service für die Fans gibt es seit der Bundesliga-Saison 2018/19 Drei-Schritt-Textbausteine (Situation/Überprüfung/Entscheidung), die im Falle eines VAR-Eingreifens von der Stadionregie auf den Videoleinwänden eingespielt werden.

Hierfür erhält die Regie über eine spezielle Webseite einen Code, mit dem die Software für die Spielstandsanzeige gefüttert wird. Ergänzt wird der eingeblendete Hinweis durch die Verwendung des VAR-Logos – einer weißen Pfeife auf rotem Grund.

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Was kostet die Technologie?

Etwa 180000 Euro – pro Saison. Denn die technischen Voraussetzungen sind anspruchsvoll. Eine stabile 1-Gigabit-Glasfaser-Leitung muss gewährleisten, dass die Bildübertragung zwischen Kiel und Köln ruckelfrei funktioniert. Zwei installierte 19-Zoll-Server-Racks verarbeiten die hierbei entstehende Datenmenge auf Hochtouren. Zudem wurden im Holstein-Stadion 20 Kameras verbaut, drei Funk-Sender installiert, der Schiedsrichter-Monitor per Glasfaser an den Ü-Wagen-Stellplatz angebunden. Alles dafür, dass der Fußball „ein Stück weit gerechter“ wird, wie es DFB und DFL formulieren.

Wäre das Eingreifen des VAR am Sonntag ein Novum im Holstein-Stadion?

Nein! Zwar sind die Störche noch in keinem Punktspiel mit dem neu eingeführten technischen Hilfsmittel in Kontakt gekommen. Aber: Holstein hat mit dem Videobeweis Erfahrung wie kaum ein Zweitligist – mit Ausnahme der Absteiger aus der Bundesliga seit der dortigen Einführung des VAR zur Saison 2017/18 (HSV, Stuttgart, Nürnberg, Hannover). Denn: Als Teilnehmer der Bundesliga-Relegation 2018 war die KSV verpflichtet, zum Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg die Technik im eigenen Stadion zu installieren.

Und damals, am 21. Mai 2018, kam sie sogar gleich zweimal zum Einsatz: In der 19. Minute annullierte Referee Daniel Siebert ein Tor der Wölfe durch Yunus Malli wegen einer Abseitsstellung. Kurz vor Spielende nahm er den irregulären Ausgleich durch Rafael Czichos wegen Handspiels zurück. Für die aktuelle Störche-Generation gab es zudem vor der laufenden Spielzeit die erfolgreiche VAR-Generalprobe im finalen Testspiel gegen Sheffield Wednesday (2:3), als Schiedsrichter Johann Pfeifer gleich zwei Überprüfungen vornahm. Fortsetzung folgt, ganz sicher – vielleicht schon am Sonntag.

Die Vertragslaufzeiten der Spieler von Fußball-Zweitligist Holstein Kiel (Kader der Saison 2019/20).

Dominik Reimann, Torwart, geb. 18.06.1997, Vertrag bis zum 30.06.2021. Zur Galerie
Dominik Reimann, Torwart, geb. 18.06.1997, Vertrag bis zum 30.06.2021. ©
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