10. Juli 2019 / 11:44 Uhr

Holstein Kiel: André Schubert testet Dreierkette gegen Achmat Grosny

Holstein Kiel: André Schubert testet Dreierkette gegen Achmat Grosny

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ab durch die Mitte: Daniel Hanslik wuchtet sich und den Ball elegant vorbei an seinen Gegenspielern Andrey Semenov (li.) und Anton Shvets. Am Ende gelang weder ihm noch seinen KSV-Sturmkollegen ein Tor gegen den russichen Erstligisten. Aber der Auftritt war ansprechend.
Ab durch die Mitte: Daniel Hanslik wuchtet sich und den Ball elegant vorbei an seinen Gegenspielern Andrey Semenov (li.) und Anton Shvets. Am Ende gelang weder ihm noch seinen KSV-Sturmkollegen ein Tor gegen den russichen Erstligisten. Aber der Auftritt war ansprechend. © Uwe Paesler
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Zweite Liga: Störche erproben beim 0:1 im Trainingslager-Kick gegen Grosny erstmals die Dreierkette - Russischer Erstligist ist der angenommen starke Gegner

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Härtetest? Härtetest. Die Russen gehen kompromisslos rein, spielen körperbetont, manchmal mit Mitteln, die über das gesunde Maß hinausgehen. Yann Aurel Bisseck bekommt einen Ellenbogen ab, Philipp Sander im Luftkampf einen Schlag auf den Kopf. Am Ende steht nach dem gestrigen, ersten Testspiel im Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf für Holstein Kiel eine 0:1-Niederlage gegen die Hotelnachbarn von Achmat Grosny aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien zu Buche.

Achmat Grosny noch einen Schritt weiter

Aber: Die Störche haben sich gut verkauft nach den Anstrengungen der vergangenen zweieinhalb Tage.„Man merkt, dass wir noch am Anfang sind“, sagt Rechtsverteidiger Jannik Dehm nach dem Abpfiff auf der hoteleigenen Anlage. „Wir haben hart gearbeitet. Die Mannschaft von Grosny hingegen hat in den vergangenen Tagen einen Gang runtergeschaltet.“ Die Ruhe vor dem Sturm für Achmat. Denn am Sonntag startet der Erstligist in die neue Saison in der russischen Premjer Liga.

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Klar, dass er physisch zwei Schritte weiter ist als die KSV in ihrer aktuellen Verfassung.Trotzdem ist Holstein im ersten Durchgang spielbestimmend. Vorne fehlt allerdings die zündende Idee. „Wir haben uns auf die defensive Ordnung konzentriert“, erklärt Dehm. Und die ist an diesem Tag herausfordernd. Schließlich spielen die Störche erstmals unter André Schubert mit Dreierkette – Stunden vorher in der Vormittagseinheit eingeübt: Um kurz vor 11 Uhr bittet Schubert seine Profis auf den Trainingsplatz, schärft seinen Jungs das Umschaltverhalten von Offensive auf Defensive und andersherum ein.

Ketten-Variationen in allen Formen

4-3-3, 4-1-4-1, 5-4-1, 3-5-2 – eine Choreografie aus pendelnden Ketten. Und die Variante mit drei Mann im Spielaufbau, fünf Mann gegen den Ball, erhält dann am späten Nachmittag gegen Grosny den Vorzug. Aus dieser Ordnung heraus zieht die KSV ihr Spiel auf, schiebt weit in die Hälfte der Russen. Klare Chancen: eher selten. Die beste Gelegenheit hat Jae-Sung Lee, auf der Acht agierend, per Kopf nach Flanke von Alexander Mühling. Torwart Evgeny Gorodov, der sich ansonsten als ziemlich lautstarker Befehlshaber seiner Elf hervortut, pariert (10.).

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Auf der anderen Seite ragt die gallige Nummer 77 heraus. Bernard Berisha, klein, schnell und zielstrebig, sorgt für einigen aufgewirbelten Staub in der Kieler Hintermannschaft, die ansonsten recht solide steht, auch die Konterabsicherung etwas besser in den Griff zu bekommen scheint. Aber freilich nicht immer: Einmal noch kommt Grosny gefährlich durch, der Schuss von Ablaye Mbeng klatscht an den Pfosten (37.).

Die Kunst taktisch zu agieren

Nach dem Wiederbeginn: offensiver werdende Russen. War kompakt und überfallartig die Marschroute in der ersten Hälfte, ist es jetzt die höhere Positionierung, der Versuch, das eigene Spiel mit Ball mehr zu forcieren. Mit Erfolg: Der wuselige Berisha kommt im Strafraum nach einer Verlagerung von der rechten Seite an den Ball und schließt trocken ins untere rechte Eck ab (62.). Danach beginnt das große Wechseln.

Schubert tauscht auf einen Schlag achtmal. Und sieht statt eines Bruchs eine Störche-Elf, die noch ein, zwei gute Gelegenheiten auf den Ausgleich hat. Noah Awuku (82.) und Young-Jae Seo (87.) kommen dem 1:1 am nächsten. In der allmählich untergehenden Sonne – am frühen Nachmittag hatte es noch kräftig geschüttet – erfolgt der Abpfiff dann zwar ohne Kieler Tor. Aber er beendet ein Spiel, dass die KSV weiterbringen wird auf ihrem Weg. „Ein gutes, alternatives System“ macht Dehm im Spielaufbau mit Dreierkette aus. Es könnte die taktische Bandbreite der Störche in Zukunft erweitern. Ein weiterer Mosaikstein im Gebilde Holstein Kiel 2019/20.

von Andrè Haase, Marco Nehmer

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Trainingslager Holstein Kiel in Bad Tatzmannsdorf

Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. Zur Galerie
Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. © Uwe Paesler
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