07. April 2018 / 18:54 Uhr

Holstein Kiel: Anfang nimmt Kronholm ins Visier

Holstein Kiel: Anfang nimmt Kronholm ins Visier

Andreas Geidel
Kenneth Kronholm erntet Kritik von Trainer Markus Anfang
Kenneth Kronholm erntet Kritik von Trainer Markus Anfang © Uwe Paesler
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"Wenn er meint, sein Eigeninteresse weiter verfolgen zu müssen, dann kann er das machen. Aber dann wird er nicht mehr spielen", so Trainer Anfang

Markus Anfang, Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel, wurde nach dem nicht eben begeisternden 0:0 im Heimspiel gegen den um den Klassenerhalt ringenden Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 in seiner Wortwahl deutlich wie selten. Zu einen hatte sich der gebürtige Kölner mächtig über die aus seiner Sicht zu nachlässige Bewertung des Darmstädter Zweikampfverhaltens durch Schiedsrichter Rene Rohde geärgert – die einseitige Kartenverteilung inklusive. Dies habe der zu Beginn aufs Zerstören ausgerichteten Taktik der Gäste aus Hessen in die Karten gespielt.

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Zur Zielscheibe des Zornes in eigenen Reihen geriet Torwart Kenneth Kronholm. Am Ostersonntag beim 1:1 in Bielefeld hatte der 32-jährige Keeper einen Schuss aus 37 Metern zum 0:1-Rückstand durchrutschen lassen. An diesem Sonnabend vor 10483 Zuschauern im Holsteinstadion war Kronholm für Anfang ein Schuldiger für den vergleichsweise miserablen Spielaufbau in Durchgang zwei: „Kenneth hat mit dem Ball am Fuß vier Mal seine eigene Idee gehabt und sich nicht an die Absprachen gehalten. Wenn er meint, sein Eigeninteresse weiter verfolgen zu müssen, dann kann er das machen. Aber dann wird er nicht mehr spielen.“

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Zielspieler gegen die hoch anpressenden Darmstädter sei Alexander Mühling gewesen. Mit dem Pass auf ihn hätte man, so Anfang, leicht vier gegnerische Akteure auf einen Streich überspielen können. Doch Kronholm habe andere Lösungen gesucht. „Die Mannschaft bemüht sich, so wenig wie möglich vor dem eigenen Tor zuzulassen. Dass wir auf der Gegenseite in der zweiten Halbzeit nicht gut ins Spiel gefunden haben, liegt dagegen auch am Torwart“, zürnte Anfang.

Lob vom Coach erhielt derweil Linksverteidiger Christopher Lenz. Der 23-Jährige stand ob der Folgen eines Muskelbündelrisses und der Gelbsperre von Stammkraft „Jojo“ van den Bergh erstmals seit gut sieben Monaten wieder in der Kieler Startelf. „Das hat er sehr ordentlich gemacht“, sagte Anfang und ergänzte: „Wenn wir auf allen Positionen wie auf dieser besetzt wären, hätte ich keinerlei Sorgen.“