06. April 2018 / 13:46 Uhr

Holstein Kiel: Christopher Lenz vor dem Comeback

Holstein Kiel: Christopher Lenz vor dem Comeback

Andreas Geidel
Vorsicht, Christopher Lenz (li.) schießt scharf: Beim bislang letzten Einsatz vor heimischer Kulisse von Beginn an lieferte der 23-jährige Linksverteidiger zwei Torvorlagen zum 3:1-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth.
Vorsicht, Christopher Lenz (li.) schießt scharf: Beim bislang letzten Einsatz vor heimischer Kulisse von Beginn an lieferte der 23-jährige Linksverteidiger zwei Torvorlagen zum 3:1-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth. © Paesler
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Der Linksverteidiger darf erstmals wieder auf einen Startelf-Einsatz hoffen.

Des einen Leid, des anderen Freud. Am Ostersonntag kassierte Linksverteidiger „Jojo“ van den Bergh beim 1:1 des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel auf der Bielefelder Alm seine fünfte Gelbe Karte. Die Zwangspause des 31-Jährigen eröffnet Christopher Lenz vor dem eminent wichtigen Heimspiel gegen Darmstadt 98 (Sonnabend, 13 Uhr) die Chance zum Startelf-Comeback im Trikot der Störche.

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Letztmals stand Lenz am 26. August beim Kieler 2:1 in Regensburg von Beginn an auf dem Rasen. Vier Tage später erlitt der 23-Jährige bei einer Torschussübung im Training die erste schwere Verletzung seiner Karriere: Muskelbündelriss im Adduktorenbereich. Es folgten eine Operation in Berlin und Geduld sowie mentale Stärke erfordernde Monate der Reha- und Aufbauphase.

Im Wintertrainingslager von La Manga Anfang Januar durfte der Mann mit der starken linken Klebe erstmals wieder mit der Mannschaft arbeiten. Am 25.Februar beim 2:3 gegen den FC St. Pauli griff Lenz am Millerntor erstmals nach seiner Leidenszeit aktiv ins Zweitliga-Geschehen ein – in den letzten vier Minuten.

Während die Kollegen am vergangenen Montag nach der Regenerations-Einheit bereits wieder in der Kabine waren, spulte Lenz im Trainingszentrum Projensdorf unter Anleitung von Athletik-Coach Timm Sörensen noch ein individuelles Laufprogramm ab. „Die fehlende Spielpraxis muss ich mit Extraschichten kompensieren“, sagt Lenz. „Die Werte sind gut. Es spricht aus meiner Sicht nichts gegen einen Einsatz Christophers über 90 Minuten“, ergänzt Sörensen.

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Kenneth Kronholm: 33 Einsätze ©

Lenz ist in Berlin geboren, beschreibt sich selbst als „Bolzplatzkind“. Auf Leihbasis spielt der ehemalige U19-Nationalspieler seit Januar 2017 für die KSV Holstein. Ab dem 30. Juni zählt Lenz laut Vertrag wieder zum Kader des Liga-Konkurrenten Union Berlin. Dort ist sein Engagement bis 2019 befristet. „Ich warte ab, was passiert. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf meine Arbeit bei Holstein“, sagt Lenz.Was aber geschieht im Fall des noch möglichen Drittliga-Abstiegs der Köpenicker? Würde die Realisierung dieses Szenarios den Verbleib in seiner Wahlheimat Kiel erleichtern? „Ehrlich gesagt, weiß ich spontan nicht, ob mein Vertrag bei Union auch für die Dritte Liga gilt. Ich drücke meinen Berliner Kollegen auf jeden Fall die Daumen. Die Zweite Liga braucht einfach einen Klub wie Union“, sagt Lenz.

Sorgen um den Klassenerhalt müssen sich die Störche in dieser Saison im Gegensatz zu mindestens 13 anderen Vereinen im Bundesliga-Unterhaus nicht mehr machen. Im Gegenteil, die KSV Holstein darf als Tabellendritter sechs Spieltage vor dem Saisonende in Richtung Liga eins blicken. „Wir haben alles selbst in der Hand. Das ist eine schöne Situation“, sagt Lenz und verweist auf die Erfahrung aus der vergangenen Serie, die mit dem glorreichen Aufstieg in die Zweite Liga ihren triumphalen Abschluss fand: „Da sind wir erst am Ende des Spieljahres in die Top 3 der Tabelle gestoßen und haben mit einer guten Serie Stehvermögen bewiesen.“


In dieser Sensations-Saison logieren die Störche seit dem achten Spieltag (!) durchgehend zwischen den Rängen eins und drei. „Wir wissen alle, was wir bisher geschafft haben. Wir waren immer oben dabei, haben sogar die Herbstmeisterschaft gewonnen. Das gibt Selbstvertrauen“, erklärt Lenz.Mit breiter Brust wollen die seit vier Spielen in Folge ungeschlagenen Störche auch die Aufgabe gegen Darmstadt angehen. Der Bundesliga-Absteiger ringt als Vorletzter um die Zweitliga-Existenz, kommt aber mit der Empfehlung eines 1:0-Sieges gegen Liga-Primus Düsseldorf an die Förde. „Die werden kämpfen bis zum Umfallen. Es liegt an uns, gegenzuhalten und mit den Fans im Rücken unser Spiel durchzubringen“, lautet die Devise des KSV-Linksverteidigers. Klare Worte, keine Zweifel: Christopher Lenz ist bereit für das Startelf-Comeback des Jahres.

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Joel Gerezgiher, 09.10.1995, Offensives Mittelfeld, Vertrag bis zum 30.06.2018. Zur Galerie
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