31. Juli 2019 / 09:45 Uhr

Holstein Kiel: Darko Todorovic ist der bosnische Abwehr-Okugawa

Holstein Kiel: Darko Todorovic ist der bosnische Abwehr-Okugawa

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Immer nach vorne, den Gegner links liegen lassen: Darko Todorovic soll bei der KSV den verletzten Jannik Dehm als Rechtsverteidiger möglichst gleichwertig ersetzen. Beim Auftakt gegen Sandhausen unterlief ihm zwar ein Fehler, aber sonst überzeugte der Bosnier.
Immer nach vorne, den Gegner links liegen lassen: Darko Todorovic soll bei der KSV den verletzten Jannik Dehm als Rechtsverteidiger möglichst gleichwertig ersetzen. Beim Auftakt gegen Sandhausen unterlief ihm zwar ein Fehler, aber sonst überzeugte der Bosnier. © Sonja Paar
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Ein bisschen besorgt ist er schon. Das Mienenspiel von Darko Todorovic wird nachdenklich. „Wir haben Punkte gelassen“, sagt er, „und müssen jetzt die Spiele gewinnen.“ In der Tat hat Fußball-Zweitligist Holstein Kiel beim Auftakt gegen den SV Sandhausen (1:1) nach allgemeiner Lesart zwei Zähler verschenkt – aber das meint Todorovic gar nicht. Er meint seine Nationalelf, die derzeit in der EM-Qualifikation fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei hat.

Einstand macht Eindruck

Darko Todorovic, Neuzugang der Störche, ist Auswahlspieler Bosnien-Herzegowinas. Prominenz an der Förde. Doch auch der Einstand eines Nationalspielers im deutschen Unterhaus kann schwierig sein. Rückblick, Sonnabendnachmittag, erstes Spiel gegen den SVS, etwas mehr als 10000 Zuschauer im Holstein-Stadion – und der 22-jährige Rechtsverteidiger mittendrin, in der Startelf. Dabei war er erst 48 Stunden zuvor verpflichtet worden. Als eiliger Ersatz für den schwer verletzten Jannik Dehm, der sich im finalen Test gegen Sheffield das Schienbein gebrochen hatte.

„Ich hatte entschieden, mich ausleihen zu lassen“, sagt Todorovic, dem bei RB Salzburg wenige Tage zuvor der Däne Rasmus Kristensen vor die Nase gesetzt worden war. „Dann ist das mit Jannik passiert, und der erste Kontakt zu Kiel ist entstanden. Dann ging alles sehr schnell.“ So schnell, dass Todorovic – im Jahr zuvor noch zweiter Mann hinter dem nach Mönchengladbach gewechselten Stefan Lainer – nur zwei Trainingseinheiten mit seinem neuen Team hat, und plötzlich den Anpfiff gegen Sandhausen vom Feld aus erlebt.

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Gekommen, um zu spielen

Wenig später schon steht er im Fokus: Beim 0:1 (4.) macht er keine gute Figur. Aber er steigert sich, wie die gesamte KSV-Elf, macht ein gutes Spiel, ist dynamisch, drangvoll. Holstein und Todorovic – das kann etwas werden. Und auch der Defensivmann verspürt große Lust auf seine neue Aufgabe, bei der ihn in seinen ersten Tagen vor allem der Serbe Aleksandar Ignjovski unterstützt. Dabei hätte Todorovic in Salzburg Champions League spielen können. „Es ist kein Rückschritt“, insistiert er, und sagt: „Ich bin gekommen, um zu spielen – und das ist das Wichtigste."

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Dass man sich über gute Leistungen bei Holstein Kiel für höhere Aufgaben bei seinem Stammverein RB Salzburg empfehlen kann, genau das hat ihm einer schon vorgemacht: Masaya Okugawa. Der Japaner machte sich mit Tempodribblings bei der KSV einen Namen, und sich selbst dadurch für die Mozartstädter wieder interessant. In Salzburg ist er nun näher denn je an einem Stammplatz, erzielte am Freitag beim Saisonauftakt den Treffer zum 2:0-Endstand gegen Rapid Wien.

Hohe Ziele mit den Störchen

„Ich habe mit ihm über Kiel gesprochen“, sagt Todorovic, der im Sommer 2018 von FK Sloboda Tuzla nach Österreich gekommen war und die Vorbereitung gemeinsam mit Okugawa absolviert hatte. „Er hat erzählt, dass das hier ein guter Verein ist, und die Leute, die hier arbeiten, sehr professionell sind.“ Was er ihm auch erzählt haben wird, was Todorovic aber spätestens seit Sonnabend selbst weiß: Die Liga ist eine andere. „Mit Salzburg haben wir alles dominiert“, sagt er, „hier ist es sehr ausgeglichen.“ So ausgeglichen, dass jeder gegen jeden eine Chance zu haben scheint, und dass Alleingänge kaum zu erwarten sind.

Trotzdem will Todorovic mit der KSV vor allem eins: Siege, Punkte, attraktiven Fußball. „Wir werden und müssen jetzt von Spiel zu Spiel noch besser harmonieren“, sagt er.Das gilt, ohne dass er es sagt, auch für seine eigene Leistung, die zwar schon recht ordentlich war. Doch der junge Bosnier hat Ziele. Dafür muss er Stammspieler werden, bleiben, Jannik Dehm würdig vertreten. „Wenn ich hier regelmäßig spiele, sind die Chancen noch größer, weiter bei der Nationalelf zu sein“, sagt er. „Es liegt an mir.“

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Nachdenkliche Miene bei Kiels Trainer Andre Schubert vor dem Anpfiff. Zur Galerie
Nachdenkliche Miene bei Kiels Trainer Andre Schubert vor dem Anpfiff. ©
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