04. Juni 2019 / 23:41 Uhr

Holstein Kiel: Das Rennen um den Bankplatz ist wieder offen

Holstein Kiel: Das Rennen um den Bankplatz ist wieder offen

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Bei Holstein Kiels Sportdirektor Fabian Wohlgemuth glühen die Leitungen. Wer wird der neue Trainer bei den Störchen?
Bei Holstein Kiels Sportdirektor Fabian Wohlgemuth glühen die Leitungen. Wer wird der neue Trainer bei den Störchen? © Uwe Paesler
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Zweite Liga: Topkandidat Thomas Reis ist wohl zu teuer – KSV beschäftigt sich mit Kasper Hjulmand und Joe Zinnbauer

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„Ein Schiff wird kommen“, so sang es einst Lale Andersen. Sollte sie Kiel gemeint haben, so hat sie recht behalten. An der Förde legen sie täglich an. Nur: Bislang ist noch keinem Schiff ein neuer Chefcoach für den Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel entstiegen. Ein Trainer wird kommen. So viel ist klar. Nur: wann? Die Zeit tickt. Da kann auch Lale Andersen nicht helfen.

Morgen sind es noch genau 50 Tage bis zum Auftakt in die Zweitliga-Spielzeit 2019/20. Bereits in zwei Wochen versammeln sich die Störche zum gemeinsamen Anschwitzen in Projensdorf. Ein Trainer wird kommen, ja. Nur: Der Topkandidat ist raus. Thomas Reis, Coach der U19 des VfL Wolfsburg, spielt in den Überlegungen keine Rolle mehr. Nach Informationen unserer Zeitung der Knackpunkt: Reis’ Vertrag bei den Wölfen, der noch bis 2022 läuft. Bei der Ablösesumme liegen die beiden Vereine offenbar deutlich auseinander.

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Und Christian Titz? Der ehemalige Coach des Hamburger SV ist wohl ebenfalls vom Markt. Er soll nach übereinstimmenden Medienberichten neuer Trainer von Rot-Weiß Essen werden – als Nachfolger des gestern beim Regionalligisten freigestellten Ex-Holstein-Trainers Karsten Neitzel. Auch Christoph Dabrowski, Coach der zweiten Mannschaft von Hannover 96, dürfte recht sicher aus dem Rennen sein, bei den Niedersachsen bleiben.

Nach Informationen unserer Zeitung beschäftigen sich die Verantwortlichen dafür mittlerweile mit zwei Trainern, die erstens beide verfügbar wären, und zweitens im weitesten Sinne aus der Region kommen – ein nicht unerhebliches Kriterium nach den Erfahrungen mit Markus Anfang und Tim Walter.

Da wäre einerseits Kasper Hjulmand – einer der prominenteren Namen, der bisher auf der Liste der KSV-Kandidaten aufgetaucht sind. Hjulmand, 47, in Deutschland aus seiner Mainzer Zeit in der Saison 2014/15 bekannt, trainierte zuletzt erfolgreich den dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland, erreichte nach den Plätzen fünf und drei in den Vorjahren in der abgelaufenen Spielzeit, nach deren regulärer Spielrunde man sich im März vorzeitig trennte, Rang sechs. Im Winter war der RSC Anderlecht am Dänen interessiert, zuletzt wurde er nach der Entlassung von Alexander Zorniger bei Brøndby IF gehandelt.

Die etwas kleinere Lösung wäre Josef Zinnbauer. Der 49-Jährige trainierte in der Saison 2014/15 zeitweise den Hamburger SV, übernahm danach kurzzeitig wieder die zweite Mannschaft und ging im Herbst 2015 in die Schweiz als Cheftrainer des FC St. Gallen. Seit 2017 ist Zinnbauer, genannt „Joe“, ohne Anstellung im Profifußball. Trotzdem fällt der Name des in Oldenburg beheimateten Zinnbauer, nebenher auch erfolgreicher Unternehmer, immer mal wieder bei verschiedenen Klubs.

Nun ist es an der KSV und Sportdirektor Fabian Wohlgemuth, mit einem der Kandidaten die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Denn die Zeit drängt. Was die Tragweite der Lage verdeutlicht: In den oberen beiden Ligen sind die Kieler der einzige Klub, der noch ohne Trainer ist. Dabei war gefühlt die halbe Fußballrepublik auf der Suche. Schalke, Hoffenheim, Wolfsburg, Stuttgart, Regensburg, Köln, Nürnberg, Hannover, Hertha BSC, der HSV – alle haben mittlerweile Klarheit. Und können ihre Kader planen.

Wohlgemuth weiß das, sagt: „Der Trainer ist bei der Kaderplanung natürlich eine wesentliche Größe. Er setzt Akzente und ist Teil des Entscheidungsprozesses.“ Trotzdem stellt der Sportliche Leiter der Störche klar: „Es ist zunehmend so, dass die sportliche Konzeption beim Verein verortet ist und mit ihr auch die Auswahl der passenden Spielerprofile. Wir wollen an Stabilität gewinnen und uns nachhaltig etablieren.“ In diesem Zuge müsse man, so Wohlgemuth, „unabhängiger von Einzelpersonen werden“.

Von Einzelpersonen wie dem zukünftigen Cheftrainer. Die Suche beginnt nicht von Neuem, aber sie ist immer für eine überraschende Wendung gut. Auch noch kurz vorm Start der Vorbereitung.

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Timo Hempel kam 1996 aus Lübeck und wurde ein langjähriger Kieler. Für die Störche betritt Hempel 101 Spiele und trat dabei siebenmal als Torschütze in Erscheinung. Zur Galerie
Timo Hempel kam 1996 aus Lübeck und wurde ein langjähriger Kieler. Für die Störche betritt Hempel 101 Spiele und trat dabei siebenmal als Torschütze in Erscheinung. ©
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