06. November 2018 / 08:41 Uhr

Holstein Kiel: Das Team beweist mehrfach seine Comeback-Qualitäten

Holstein Kiel: Das Team beweist mehrfach seine Comeback-Qualitäten

Andreas Geidel
91. Minute: Janni Serra (re.) lässt sich nach seinen Treffer zum späten 2:2 gegen Bochum feiern.
91. Minute: Janni Serra (re.) lässt sich nach seinen Treffer zum späten 2:2 gegen Bochum feiern. © Sonja Paar
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Die Fußball-Profis der KSV Holstein sind die Comeback-Könige der Zweiten Bundesliga. Zumindest in Heimspielen. In fünf von bislang sechs Partien im Holstein-Stadion lagen die Störche im Rückstand. Doch als Verlierer mussten die Nordlichter bislang den heimischen Rasen nicht verlassen. Der Tabellen-Elfte von der Förde heimste noch sieben Punkte ein – Rang eins in dieser speziellen Statistik vor Regensburg (vier Mal Rückstand/fünf Punkte) und Köln (4/4).

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Noch größer wird der Glanz beim Blick auf die Spielminuten, in denen die Partien gedreht wurden. Den Treffer zum 2:1 gegen Magdeburg (3. September) feierte Aaron Seydel 180 Sekunden vor dem Abpfiff. Am 22. September köpfte Janni Serra (90.+1) zum 2:2 gegen seinen Ex-Klub Bochum ein. Gegen den Aufstiegsfavoriten 1.FC Köln (10. Oktober) nutzte Heinz Mörschel (88.) spät ein Missverständnis der Geißböcke zum 1:1-Ausgleich.

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Und am vergangenen Sonnabend war es Stefan Thesker, der ebenfalls in der 88. Minute per Kopf für den 2:2-Endstand verantwortlich zeichnete. Lediglich im ersten Saison-Heimspiel gegen Heidenheim (12.August) egalisierte der Südkoreaner Jae-Sung Lee schon in der 20.Minute das frühe 0:1.

Selbst Bundesligist SC Freiburg bekam den langen Atem der Störche zu spüren. Das Team von Kult-Trainer Christian Streich erkämpfte sich zwar beim Rekordmeister FC Bayern ein 1:1, in der zweiten Runde des DFB-Pokals mündete in Kiel dagegen ein 1:0-Vorsprung in einer finalen 1:2-Schlappe – besiegelt durch Störche-Kapitän David Kinsombi in der 79.Minute.

87. Minute: Aaron Seydel feiert sein Tor zum 2:1-Heimsieg gegen Magdeburg.
87. Minute: Aaron Seydel feiert sein Tor zum 2:1-Heimsieg gegen Magdeburg. © Sonja Paar

„Wir wollen zu Hause einfach kein Spiel verlieren. Wir haben hinten heraus das Tempo angezogen. Das spricht für die Möglichkeiten der Mannschaft“, sagte Kinsombi nach dem Unentschieden gegen Ingolstadt.

Auch KSV-Chefcoach Tim Walter lobte Moral und Willenskraft seiner Akteure: „Dass die Jungs auch heute wieder zurückgekommen sind, davor ziehe ich den Hut.“ Nicht zuletzt deshalb, weil seine stets laufintensiv agierende Mannschaft die Belastung von drei Spielen binnen sechs Tagen zu verkraften hatte. Dennoch wunderte sich der 42-Jährige am Sonnabend: „Wir waren 70 Minuten schlecht und 20 Minuten wach. Warum es die letzten 20 Minuten waren, ist für mich eher unverständlich.“

88. Minute: Stefan Thesker bejubelt seinen Treffer zum 2:2 gegen Ingolstadt.
88. Minute: Stefan Thesker bejubelt seinen Treffer zum 2:2 gegen Ingolstadt. © Uwe Paesler

Auswärts sieht’s derweil für die seit vier Pflichtbegegnungen ungeschlagenen Kieler vor dem Gang zu dem in seiner Benteler Arena noch unbezwungenen Aufsteiger SC Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr) düsterer aus. Dreimal gerieten die Störche ins Hintertreffen, dreimal mussten sie wie auch Darmstadt 98 ohne Zähler im Gepäck die Heimreise antreten. Bei Union Berlin (0:2) und in Aue (1:2) landeten die Bälle jeweils erst in den letzten beiden Spielminuten sowie in der Nachspielzeit im Netz des Holstein-Tores.

Wie wichtig die volle Konzentration bis zum Abpfiff grundsätzlich ist, belegt das Beispiel VfL Bochum. Die verspielten sowohl in Kiel als auch zuletzt gegen Regensburg und in Fürth in der „Verlängerung“ den Sieg. Die Konsequenz: 17 statt der durchaus möglichen 23 Punkte, Tabellen-Mittelfeld statt klarer Aufstiegskurs.

Der Gegenentwurf steht am Hamburger Millerntor. Bis zum 0:1 gegen die KSV Holstein vor neun Tagen feierte der FC St. Pauli vier Drei-Punkte-Erlebnisse in fünf Spielen ohne Niederlage. Eingetütet jeweils durch Joker-Tore in den letzten zehn Minuten. Magische Kräfte, auf die die Verantwortlichen in Bochum voller Neid schauen.

88. Minute: Der eingewechselte Heinz Mörschel erzielt den Ausgleich gegen Köln.
88. Minute: Der eingewechselte Heinz Mörschel erzielt den Ausgleich gegen Köln. © Sonja Paar

Stimmt ab! Tippt das nächste Spiel der Störche!

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Dmitrijus Guscinas spielte zwar auch in Paderborn, Osnabrück, Koblenz und an der Seite von Mario Gomez bei VfB Stuttgart II, aber den nachhaltigsten Eindruck hat der Stürmer bei Holstein Kiel hinterlassen. Während seiner zwei Aufenthalte in Kiel (1999-2003 und 2007-2010) erzielte Guscinas 85 Tore in 210 Spielen. ©