13. August 2019 / 11:51 Uhr

Holstein Kiel: Die Flügelzange aus Baku und Atanga macht Hoffnung

Holstein Kiel: Die Flügelzange aus Baku und Atanga macht Hoffnung

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Überzeugende Vorstellung in Salmrohr: David Atanga, den Holstein vor der Saison aus Salzburg verpflichtet hatte, gehörte zu den Baumeistern des 6:0-Erfolges in der Südeifel.
Überzeugende Vorstellung in Salmrohr: David Atanga, den Holstein vor der Saison aus Salzburg verpflichtet hatte, gehörte zu den Baumeistern des 6:0-Erfolges in der Südeifel. © Uwe Paesler
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Hürden sind Hürden. Egal wie hoch. Man muss sie erst einmal nehmen. Holstein Kiel hat seine Hürde, den FSV Salmrohr, souverän genommen. Mit einem 6:0 im Gepäck traten die Störche am frühen Sonntagabend die Heimreise aus der Südeifel an. Schwer war‘s nicht – auch wenn es zumindest in der ersten Halbzeit des Erstrundenspiels im DFB-Pokal danach aussah, als würde der Fußball-Zweitligist beim Sechstligisten, dem Zwerg der Zwerge im aktuellen Wettbewerb, das Hindernis zumindest mit der Fußspitze touchieren.

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Zu uninspiriert wirkte der Auftritt in der ersten halben Stunde. Zu verkrampft. „Wir wollten Spaß haben, Tore schießen. Es ist aber schwer, eine gewisse Lockerheit zu vermitteln“, sagte Trainer André Schubert. Die Möglichkeit des Scheiterns, der bleierne Gedanke in den Köpfen und Beinen. „Manchmal braucht man dann auch einfach einen Brustlöser wie das erste Tor“, erklärte Schubert. „Plötzlich wird alles leichter.“

Ein wenig kurios war es schon, dass die Störche ausgerechnet nach einem eigenen Konter zum 1:0 kamen. Aber irgendwie ging es auch nicht anders. „Wir haben immer in den Pressing-Raum reingespielt, hatten keine Läufe in die Tiefe“, analysierte Schubert. Dann halt per Konter: David Atanga auf Makana „Rudi“ Baku – und drin. Brust gelöst, Kopf und Beine endlich bleifrei. Dank eines Duos, das in der zweiten Hälfte dann so richtig aufdrehte.Baku links, Atanga rechts – und umgekehrt. Die beiden Flügelstürmer, die jeweils ihr Startelf-Debüt im Holstein-Trikot feierten, harmonierten gut, knackten den Riegel des FSV immer wieder mit Tempoläufen hinter die Kette. Auch ein Resultat individualtaktischen Verhaltens, auf das Schubert in der Pause hingewiesen hatte. „Bei allen Ballannahmen, die er in der ersten Halbzeit hatte, stand er mit dem Rücken zum Tor“, sagte Schubert über Atanga. „In der zweiten Hälfte hatte er die in der Tiefe. Und das ist ein Riesenunterschied.“

Der Ghanaer sammelte am Ende satte drei Torvorlagen, erzielte das 3:0 selbst. Und Baku? Markierte noch seine Treffer zwei und drei. Macht zusammen sieben Torbeteiligungen für die Außenstürmer. „Rudi und David sind mit ihrer Geschwindigkeit eine Waffe – wenn sie die gut einsetzen, in die Tiefe gehen und nicht in enge Räume reindribbeln“, sagte Schubert über seine neue Förde-Flügelzange. Ein Werkzeug für die Zukunft?

Bilder vom DFB-Pokalspiel zwischen dem FSV Salmrohr und Holstein Kiel.

Der Kieler Trainer Andre Schubert (li.) und sein Salmrohrer Kollege Lars Schäfer begrüßen sich vor dem Spiel. Zur Galerie
Der Kieler Trainer Andre Schubert (li.) und sein Salmrohrer Kollege Lars Schäfer begrüßen sich vor dem Spiel. ©
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„Es ist für uns auch mit Blick auf die kommenden Spiele wichtig, zu wissen, dass man Räume finden kann, auch wenn der Gegner tief steht“, sagte Schubert. Heißt: Baku und Atanga haben gute Chancen, auch am Sonntag beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC (13.30 Uhr) auf dem Platz zu stehen.

Philipp Sander überzeugt

Und auch Philipp Sander könnte dann hinter ihnen in der Mittelfeldzentrale den Anpfiff vom Feld aus erleben. Zwar betonte Schubert, er gehe davon aus, dass der angeschlagene Jonas Meffert gegen seinen Ex-Klub wieder auflaufen könne. Aber Sander machte es gut. So gut, dass sein erster Startelf-Einsatz überhaupt nachhaltigen Eindruck hinterließ. „Es hat sich in den vergangenen Wochen schon angedeutet, dass er das kann“, sagte Schubert. „Er bringt eine gewisse Robustheit mit, hat Übersicht.“Der 21-Jährige selbst sagte, ohne auf seinen eigenen Auftritt einzugehen: „Wir haben hinten nicht im Ansatz etwas zugelassen.“

Baku: „Dieser Sieg soll uns Selbstvertrauen geben, um gegen den KSC den ersten Dreier einzufahren“

Das war auch sein Verdienst, wie Schubert betonte: „Er hat es vor allem defensiv sehr gut gespielt.“ Sander gewann die Mehrzahl seiner Zweikämpfe, lief viele Bälle ab, verteilte sie. Der Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale. Und einer, der den Abschluss sucht. Dreimal schoss Sander aufs Tor, einmal zwang er Keeper Tim Kieren mit einem satten Distanzhammer zu einer Parade.

Für die Tore waren an diesem Tag im Salmtal aber andere zuständig. Auch und vor allem Makana Baku und David Atanga. „Dieser Sieg soll uns Selbstvertrauen geben, um gegen den KSC den ersten Dreier einzufahren“, sagte Baku. Er jedenfalls dürfte davon jede Menge getankt haben.

Die Paarungen der zweiten Runde des DFB-Pokals werden am Sonntag um 18 Uhr (live im Ersten) ausgelost. Als „Losfee“ für die KSV und die anderen 31 verbliebenen Teilnehmer fungiert Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder.

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Dominik Reimann, Torwart, geb. 18.06.1997, Vertrag bis zum 30.06.2021. ©

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