25. Juni 2019 / 07:00 Uhr

Holstein Kiel: Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh - die Alterspräsidenten

Holstein Kiel: Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh - die Alterspräsidenten

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Innenverteidiger Dominik Schmidt (li.) und Johannes van den Bergh im Interview.
Innenverteidiger Dominik Schmidt (li.) und Johannes van den Bergh im Interview. © Pat Scheidemann
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Den beiden Routiniers kommt im Trainingslager als Führungs-Duo besondere Rolle zu

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Eine entspannte Runde nach getaner Arbeit. Dienstag, früher Nachmittag, die erste Einheit des Tages liegt bereits hinter ihnen. Auf der Terrasse vorm Mannschaftshotel lassen sich Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh in die Stühle fallen und erzählen von den Eindrücken von eineinhalb Tagen im Trainingslager in Kremmen. Von ihren Erwartungen. An die Vorbereitung, an die Mannschaft. An sich selbst. Denn „Dome“ und „Jojo“, sie sind die Alterspräsidenten von Fußball-Zweitligist Holstein Kiel. Die einzigen Verbliebenen aus der Fraktion jenseits der 30. Die, die den Laden zusammenhalten. Kraft ihrer Erfahrung. „Der Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, junge Spieler zu verpflichten und sie auszubilden. Aber auch die Verantwortlichen wissen, dass es nicht nur mit jungen Spielern geht. Man braucht ein Korsett von erfahrenen Spielern“, sagt van den Bergh. Ein Wink an die Kaderplaner? Nicht zwingend. Denn, so der Linksverteidiger: „Das ist nicht nur eine Sache des Alters. Es ist eine Typfrage. Ich kenne 35-, 36-Jährige, die noch kein Wort gesagt haben.“

Zu der Kategorie gehören weder van den Bergh, 32, noch Schmidt, 31. Sie gehen voran, ergreifen das Wort. „Vorweggehen muss man aber nicht immer nur als Lautsprecher, sondern auch auf dem Platz. Es geht darum, Disziplin an den Tag zu legen, die Jungs zu führen, auch im Umgang miteinander“, sagt Schmidt. „Für uns ist es wichtig, dass die Harmonie in der Truppe stimmt. So wie es in den vergangenen Jahren hier bei Holstein Kiel immer gewesen ist. Nur so kann es funktionieren. An den Hebeln setzen wir an.“ Die Truppe, die es jetzt zu Zwei, auf die es jetzt ankommt: Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh (re.). Sie sind die einzigen Spieler der Störche, die älter als 30 Jahre alt sind. In Kremmen wirken beide fokussiert. formen gilt, hat einmal mehr ein neues Gesicht bekommen. Acht Neue – die Aufgabe wird herausfordernd. Zumal das Gros der Neu-Störche Anfang 20 ist. Trotzdem, die Voraussetzungen stimmen, wenn man Schmidt folgt: „Wir sind noch sehr frisch zusammen. Sie machen aber alle einen bodenständigen und anständigen Eindruck.“ Und so gehen sie das Projekt Holstein Kiel 2019/20 an, arbeiten am Fundament für die sportliche Zukunft unter Trainer André Schubert. Auf dem Lehrplan für die ersten Tage: Offensivpressing. „Der Trainer sagt: Es gibt im Fußball immer nur zwei Möglichkeiten. Entweder, du hast den Ball – oder du hast ihn nicht. Sein Credo ist, dass du ihn schnellstmöglich zurückholst, wenn du ihn nicht hast.

Bildergalerie - Trainingslager Holstein Kiel in Kremmen

Emmanuel Iyoha lässt sich von Physio Sebastian Süß behandeln. Zur Galerie
Emmanuel Iyoha lässt sich von Physio Sebastian Süß behandeln. ©
Video mit Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh
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Und zwar mit Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, nah am Tor“, erklärt van den Bergh. Nächste Station: der eigene Spielaufbau. Der unorthodoxe Walter-Stil? Kaum zu kopieren. „Der Trainer hat gesagt, dass er sich viele Videos von unserem Spiel unter Tim Wal-Hamburger SV ist gekommen, um einen Zweijahresvertrag bei den Störchen zu unterschreiben. Wenig später ist der Deal fix – und Finn Porath ein Spieler der KSV. An der Nachmittags-Einheit nimmt er umgehend teil. „Finn Porath ist technisch versiert, hat einen guten Antritt und ein Auge für Räume“, sagt Fabian Wohlgemuth über den Neuen. Vom Interesse der KSV am zuletzt nach Unterhaching ausgeliehenen gebürtigen Eutiner hatte unsere Zeitung bereits im Mai exklusiv berichtet. „Wir sind überzeugt, dass er in seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist und sich auch in der zweiten Liga ter angeguckt hat, dass ihm vieles gefallen hat – vor allem der Mut, den wir gezeigt haben“, sagt van den Bergh. „Es dürfte ein bisschen „back to the basics“ sein, was wir spielen werden. Aber mit dem Mut und der Idee, selbst von hinten heraus das Spiel zu machen.“ Das zu verinnerlichen, wird die Aufgabe der kommenden Tage sein. Intensive Tage. Teambuilding kommt später. Kremmen bedeutet: Arbeit. „Da wir nicht viel Freizeit haben, ist jeder froh, die Zeit für sich zu haben, sich auszuruhen oder sich behandeln zulassen“, sagt Schmidt, und ergänzt mit einem Grinsen: „Ich habe die Playstation zuhause gelassen, weil ich wusste, dass es anstrengend und hart wird.“ Das klingt reif und erfahren. So, wie Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh sind.