05. Juli 2019 / 10:41 Uhr

Holstein Kiel: Emmanuel Iyoha träumt von Tokio

Holstein Kiel: Emmanuel Iyoha träumt von Tokio

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Der Mann mit dem Turbo in den Beinen: Emmanuel Iyoha zeigte auch im Test gegen Odense BK wieder gute Ansätze und einige gelungene Dribblings wie hier gegen seinen dänischen Gegenspieler Jacob Laursen (li.).
Der Mann mit dem Turbo in den Beinen: Emmanuel Iyoha zeigte auch im Test gegen Odense BK wieder gute Ansätze und einige gelungene Dribblings wie hier gegen seinen dänischen Gegenspieler Jacob Laursen (li.). © Pat Scheidemann
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Für ungeübte Zungen besteht erhöhte Verknotungsgefahr. Gestatten, Emmanuel Iyoha. Oder besser gleich: Emma. Denn so nennen sie ihn, den Neuen im Angriff beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. „Seitdem ich denken kann, werde ich so genannt, sagt Emmanuel „Emma“ Iyoha. „Außerdem ist es beim Fußball eher ungünstig, mich immer mit Emmanuel rufen zu müssen. Bis dahin ist die Spielsituation schon vorbei.“ Iyoha grinst spitzbübisch. So, wie er ist.

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„Ich bin ein witziger Typ, bin immer für einen Spruch zu haben und bringe die Leute gerne zum Lachen“, sagt er. „Ich glaube, dass man solche Typen in einer Mannschaft auch braucht. Wenn es gut läuft – aber auch, wenn es mal nicht so gut läuft.“ Für ihn selbst indes läuft es momentan ganz gut: Emmanuel Iyoha ist noch keine zwei Wochen dabei, aber schon einer der Lichtblicke der jungen Vorbereitung.

Die KSV hat den 21-Jährigen von Bundesligist Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Für ein Jahr. Dass er in dieser relativ kurzen Zeit der Mannschaft aber weiterhelfen kann, hat er bereits angedeutet. Iyoha ist schnell auf den ersten Metern, geschmeidig im Dribbling, hat Spielwitz und ist dank seiner Statur – Iyoha ist kräftig gebaut und misst 1,91 Meter – durchsetzungsstark. Die Wahl seines Vorbilds, der frühere französische Weltklassestürmer Thierry Henry, passt da ins Bild.

In den bisherigen Testspielen agierte er als Linksaußen und als Sturmspitze. Und das: ziemlich überzeugend. Die gute fußballerische Ausbildung ist ihm anzumerken. Im Alter von elf Jahren ging „Emma“, die Mutter Deutsche, der Vater Nigerianer, zu Bayer Leverkusen, 2011 wechselte er dann in die Nachwuchsakademie der Fortuna. Von dort 2017 per Leihe nach Osnabrück, ein Jahr später zu Erzgebirge Aue. Und nun also Holstein Kiel. Die dritte Leihstation hintereinander.

Emmanuel Iyoha: „Vielleicht können wir sogar noch ein bisschen am Tabellenplatz arbeiten."

„Es ist immer einfacher, beim selben Verein zu bleiben. Aber das Fußballgeschäft ist sehr schnelllebig. Trotzdem bin ich von Jahr zu Jahr meine Schritte gegangen, habe mich stets weiterentwickelt“, sagt Iyoha. „Holstein Kiel ist jetzt, im Vergleich zu Aue, nochmal ein Riesenschritt.“ In Aue wurde er, wie schon zuvor in Osnabrück, schnell zum Stammspieler, machte drei Tore und bereitete starke sieben Treffer vor. Und im KSV-Trikot? Will er die nächste Stufe zünden.

Bildergalerie - Trainingslager Holstein Kiel in Kremmen

Emmanuel Iyoha lässt sich von Physio Sebastian Süß behandeln. Zur Galerie
Emmanuel Iyoha lässt sich von Physio Sebastian Süß behandeln. ©
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„An erster Stelle möchte ich noch mehr Tore schießen. Das ist für einen Offensivspieler natürlich immer das Schönste. Daran wird man als Stürmer gemessen“, sagt er. „Aber Assists sind auch gut.“ Er lacht. Mal wieder. Dabei war ihm vor einigen Wochen das Lachen kurz vergangen. Der U21-EM-Zug war ohne ihn abgefahren. Dabei hatte er noch im März das DFB-Trikot getragen, war gegen Frankreich und England zum Einsatz gekommen. „Ich war enttäuscht, nicht dabei zu sein“, sagt er. „Ich habe mir die EM aber als fußballbegeisterter Mensch natürlich angeschaut.“

In seiner Abwesenheit – und in der seines teaminternen Leidensgenossen Janni Serra – hat die DFB-Elf mit dem Vize-Europameistertitel zugleich das Ticket für Olympia 2020 in Tokio gelöst. Eine zweite Chance für Iyoha also, noch ein großes Turnier im Nachwuchsbereich zu spielen? „Im Hinterkopf ist es sicherlich“, sagt er. „Es ist aber nicht mein vordergründiges Ziel, deshalb besonders gut zu spielen. Es geht erst einmal um eine gute Saison mit Holstein Kiel. Was dann kommt, werden wir sehen.“

Locker, aber immer mit dem nötigen Fokus: Emmanuel Iyoha.
Locker, aber immer mit dem nötigen Fokus: Emmanuel Iyoha. © Pat Scheidemann

Die Chance, dass er sich bis dahin einen Stammplatz bei den Störchen erarbeitet, ist da. Sein Trainer André Schubert setzt auf ihn. „Er hat eine sehr direkte Art. Was er will, das sagt er auch. Aber er hat trotzdem viel Geduld“, sagt Iyoha über seinen neuen Coach, der gerade das neue Konstrukt Holstein 2019/20 auf dem Trainingsplatz zusammenfügt. Was ist drin, Emmanuel Iyoha?

„Wir wollen eine gute Saison spielen“, sagt er. „Vielleicht können wir sogar noch ein bisschen am Tabellenplatz arbeiten im Vergleich zur vergangenen Saison. Wenn wir gut arbeiten, wird viel möglich sein, denke ich.“

Steckbrief: Emmanuel Iyoha

Geburtsdatum: 11. Oktober 1997

Geburtsort: Düsseldorf

Spitzname: Emma

Position: Sturm

Größe: 1,91 Meter

Bisherige Vereine: Erzgebirge Aue (2018-2019/Leihe), VfL Osnabrück (2017-2018/Leihe), Fortuna Düsseldorf (seit 2011), Bayer Leverkusen (2005-2011), BV 04 Düsseldorf (Jugend).

Nationalmannschaft: Zwei Spiele für die DFB-U21, sieben für die U20, fünf für die U19.

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