09. Mai 2019 / 07:19 Uhr

Holstein Kiel-Experte Andreas Geidel: Tim Walter und Jannik Dehm zum VfB Stuttgart?

Holstein Kiel-Experte Andreas Geidel: Tim Walter und Jannik Dehm zum VfB Stuttgart?

Andreas Geidel
Liegt Holstein-Experte Andreas Opa Geidel mit seiner Vermutung richtig?
Liegt Holstein-Experte Andreas "Opa" Geidel mit seiner Vermutung richtig? © Andrè Haase
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Zahlen der Bundesligist eine Million Euro Ablöse für den Trainer der Störche?

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Wechselt Holstein Kiels Cheftrainer Tim Walter nun zum Noch-Erstligisten VfB Stuttgart - oder doch nicht? Der verbale Eiertanz um Personalien dieser Tragweite sind seit dem Abschied von Markus Anfang im Vorjahr zum 1. FC Köln an der Förde sattsam bekannt. Und gehören wohl zum nervenden Prozedere im Profifußball dazu.

Dass Walter sich weder zu einem klaren Bekenntnis pro Vertragserfüllung bei den Störchen bis zum 30. Juni 2020 noch zu einem Klartext in anderer Richtung bewegen lässt, dürfte einfache Gründe haben. Und die sind offenbar weniger in der bis zum Ende des Relegations-Rückspiels gegen den Zweitliga-Dritten (27. Mai) ungeklärten Liga-Zugehörigkeit der aktuell auf Bundesliga-Rang 16 platzierten Schwaben zu suchen. Sondern eher in der Ablöse-Vorstellung der Kieler. Die soll sich bei rund einer Million Euro bewegen.

Eine Fantasie zu entwickeln, dass sich die Vereine im Fall Walter nicht einigen, fällt schwer. Denn wie, bitteschön, möchte der Noch-Holstein-Coach seine uneingeschränkte Begeisterung für die Störche – eine unabdingbare Voraussetzung zur 100-prozentigen Erfüllung des Jobs – nach seinen Äußerungen oder Nicht-Äußerungen der vergangenen Tage dann erklären?

Vielleicht damit, mit der „Androhung“ seines Abschieds den Aufsichtsrat der Kieler für eine Politik des deutlich höheren Personal-Etats zu sensibilisieren? Um dann auf dem Spieler-Markt konkurrenzfähiger zu sein? Wohl kaum!

Stattdessen könnte Walters Abschied nach nur zwölf Monaten an der Förde noch schweres Gepäck beinhalten. Fakt ist, dass der VfB Stuttgart nach einem Rechtsverteidiger mit Offensivqualität fahndet. Und plötzlich taucht der Name Jannik Dehm an der Gerüchtebörse auf. Der 23-Jährige, der schon in der KSC-Jugend als ein Musterschüler Walters galt, hat sich gleich in seinem ersten Jahr unter seinem Trainer-Mentor zur Zweitliga-Stammkraft gemausert.

Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Aber die alleine die Vorstellung, dass dieser keineswegs utopisch anmutende Transfer zur Realität gerät, hat ein besonderes Geschmäckle, um der schwäbischen Mundart gerecht zu werden. Denn der einstige Kieler Platzhirsch auf dieser Position, Fußball-Gott und Identifikationsfigur Patrick Herrmann, durfte im Januar ohne erkennbaren Kampfgeist der Holstein-Verantwortlichen die Fronten wechseln und grätscht seitdem im Trikot von Darmstadt 98 die Gegner weg.

Ziemlich erfolgreich übrigens. Mit dem „Herrminator“ in ihren Reihen haben die Lilien in den 14 Partien des Jahres 2019 sieben Siege, drei Remis und vier Niederlagen verbucht. Das sind acht Punkte mehr als die Störche im gleichen Zeitraum (vier Siege, vier Unentschieden, sechs Niederlagen) eroberten. Oder umgerechnet: Platz drei im Ranking des Bundesliga-Unterhauses! Zur Erinnerung: Herrmann besaß unter Walter keine ernsthafte sportliche Perspektive ...

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