29. November 2018 / 09:54 Uhr

Holstein Kiel: „Ich messe mich nicht an Toren“, Janni Serra

Holstein Kiel: „Ich messe mich nicht an Toren“, Janni Serra

Niklas Schomburg
Kieler Nachrichten
Janni Serra (re.) ist die vorderste Front im Kieler Spiel, gewinnt hier das Kopfballduell gegen Sandhausens Markus Karl.
Janni Serra (re.) ist die vorderste Front im Kieler Spiel, gewinnt hier das Kopfballduell gegen Sandhausens Markus Karl. © Uwe Paesler
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Zweite Fußball-Bundesliga: Holsteins Stürmer Janni Serra sieht sich und das gesamte Team auf einem guten Weg

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Am Mittwoch stand Janni Serra wieder auf dem Platz. Als einer der wenigen ohne lange Hose, auch die Handschuhe zog er im Laufe des Trainings aus. Nach einem Tag Pause wegen der vorangegangenen Belastungen durch die U21-Länderspiele war Serra wieder heiß aufs Teamtraining. Und die Kiebitze an Platz fünf des KSV-Trainingszentrums sahen deutlich: Dieser Serra fühlt sich wohl in Kiel. Seinen Garten brauche er in dieser Jahreszeit zwar nicht, in seinem Domizil fühle er sich mit Freundin und Hund aber pudelwohl, erklärt Serra.

11 Freunde müsst ihr sein

In der Kabine ist er wie in der Zweiten Liga voll angekommen, hat mit seinen direkten Sitznachbarn Patrick Herrmann und Alexander Mühling Zweitliga-Erfahrung und mit Dominik Reimann und Atakan Karazor zwei Dortmunder Weggefährten an der Seite, die den Eingewöhnungsprozess schnell verlaufen ließen. Zudem ist Serra Stammspieler in der deutschen U21-Nationalmannschaft. „Das ist sehr cool, wir sind da wie eine ganz eigene Mannschaft“, sagt der 20-Jährige. „Mittlerweile auch da gut eingespielt und erfolgreich, das macht großen Spaß.“ Dass die Belastung durch die Länderspiele höher ist, merke er schon. „Aber letzte Woche war das in Ordnung, ich bin einen Tag früher als sonst zurückgekommen, weil wir am Montag statt am Dienstag gespielt haben.“

Die Partie gegen die Niederlande um Tahith Chong (li.) war Serras elftes U21-Länderspiel.
Die Partie gegen die Niederlande um Tahith Chong (li.) war Serras elftes U21-Länderspiel. © imago/Jan Huebner
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So ging der Blick schneller wieder auf die Aufgaben und Ziele mit den Störchen. „Wir sind seit sechs Spielen ungeschlagen und wollen nicht verlieren“, sagt Serra. „Und dass wir oft spät zurückkommen, zeigt, dass wir nie aufgeben.“ Die Comeback-Mentalität ist eine der großen Stärken dieser Kieler. Obwohl in Serras Augen gar mehr hätte herausspringen können: „In Paderborn und gegen Ingolstadt hätten wir auch gewinnen können.“ Janni Serras Bedeutung als vorderste Spitze für das Kieler Spiel wurde schon in den ersten Partien deutlich, nur mit dem Toreschießen haperte es. Der Knoten platzte gegen seinen Ex-Klub, den VfL Bochum.

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Es läuft!

Seitdem erzielte Serra in neun Spielen fünf Tore und bereitete drei weitere vor. „Es ist schon eine kleine Last von mir abgefallen mit dem ersten Tor“, verrät der 1,93-Meter-Mann. „Vielleicht lag es auch am neuen Umfeld und der Eingewöhnung, dass es etwas gedauert hat. Kleine Details machen immer den Unterschied. Jetzt läuft es.“ Klare Spielziele setzt Serra sich dabei nicht. „Klar wünscht man sich als Stürmer, ein Tor zu schießen. Aber gegen Sandhausen konnte ich der Mannschaft auch ohne helfen, bin 11,5 Kilometer gelaufen, und wir haben gewonnen“, erklärt er. Und ergänzt: „Ich messe mich nicht in Toren.“

Tippt hier das Spiel gegen Duisburg!

Was macht Janni Serra aus?

Worin misst sich der Mann, der schon zu Dortmunder Zeiten als großes Talent galt, dessen Weg in die A-Nationalmannschaft führt, dann? Die Antwort ist präzise: „In Siegen.“ Mit denen kommt auch eine gesteigerte Erwartungshaltung. „Mittlerweile wollen wir unbedingt nach oben“, sagt Serra. „Wir sind in einer sehr komfortablen Situation, weit weg von den Abstiegsplätzen, das ist das Wichtigste. Und nach oben ist alles offen.“ Das gilt nicht nur für die Tabelle, sondern nach wie vor auch für die Kieler Leistungen. „Wir müssen noch sauberer werden, in Drucksituationen besser hinten rausspielen und insgesamt weniger Fehler machen“, sagt Serra.

Duisburg vor der Brust, Gesundheit an oberster Stelle

„Gegen Sandhausen war das vielleicht keine Offenbarung, aber dafür waren wir effizient.“ Auch Duisburg werde man keineswegs unterschätzen, „sie sind im Aufwind, wir spielen auswärts. Das wird eine schwere Aufgabe“, erklärt Holsteins bester Scorer (gemeinsam mit Kingley Schindler vier Tore und vier Vorlagen). Holsteins Weg führt nach oben, und auch Serras persönliche Entwicklung ist positiv. Seit seinem Wechsel hat sich sein Marktwert von 200000 auf 750000 Euro fast vervierfacht, er ist mit 20 Jahren Stammspieler in Liga zwei und Junioren-Nationalspieler. Wo führt der Weg hin?

„Einen Karriereplan habe ich nicht“, erklärt Serra. „Es ist auch noch viel zu früh, es ist mein erstes Jahr in der Zweiten Liga, in dem ich kontinuierlich spiele, das ist im Moment alles, was zählt.“ Ein Anruf könne das Leben eines Fußballers verändern, sagt Serra, aber es kann auch alles plötzlich schief gehen. Wie vor knapp zweieinhalb Jahren, als sein steiler Aufstieg eine Delle bekam, sich der damals 18-Jährige bei der U19-Europameisterschaft einen Kreuzbandriss zuzog. Ein prägendes Erlebnis: „Ohne deinen Körper kannst du als Profisportler nicht arbeiten. Daher ist mein Ziel: erst mal gesund bleiben“, erklärt er. Und dann ist nach oben alles offen.

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