02. März 2020 / 13:22 Uhr

Holstein Kiel II feiert nach vier Niederlagen in Serie wieder einen Sieg

Holstein Kiel II feiert nach vier Niederlagen in Serie wieder einen Sieg

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Ab geht die Post: Holsteins 1:0-Torschütze Justin Njinmah (li.) entwischt Hannovers Emre Aytun mit seinem Turboantritt.
Ab geht die Post: Holsteins 1:0-Torschütze Justin Njinmah (li.) entwischt Hannovers Emre Aytun mit seinem Turboantritt. © Jan-Phillip Wottge
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Wider dem Trend: Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie feierte Holstein Kiel II in der Fußball-Regionalliga Nord wieder einen Sieg. Die Jungstörche besiegten vor 204 Zuschauern Hannover 96 II durch Treffer von Justin Njinmah (63.) und Julius Alt (90.+4) mit 2:0 und kletterten auf den siebten Tabellenplatz.

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Im Vergleich zur 0:4-Derbyschlappe gegen den VfB Lübeck nahm KSV-Coach Nicola Soranno drei Änderungen vor. Für Felix Niebergall (fünfte Gelbe Karte) rückte Justin Njinmah auf den rechten Flügel. Mats Melahn besetzte das zentrale Mittelfeld für den erkälteten Johann Berger, und Winterneuzugang Phillip König ersetzte bei seinem Startelf-Debüt Julius Alt als hängende Spitze.

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„Wir haben das Spiel bekommen, welches wir wollten. Es war extrem taktisch geprägt. Am Ende hatten wir etwas mehr Matchglück auf unserer Seite“, konstatierte Soranno. Beide Teams lauerten auf Fehler, um dann blitzschnell in die Nahtstellen zu spielen. Die Kieler wurden zuerst gefährlich. Nach einem Diagonalschlag von Tom Baller kreuzte Philipp Sander frei vorm 96-Tor auf, doch Hannovers Keeper Marlon Sündermann wehrte per Fuß ab (11.). Nur einen Wimperschlag später musste KSV-Keeper Timon Weiner reflexartig auf der Linie gegen Sebastian Soto klären. Die Gäste strahlten neben der optischen Überlegenheit hauptsächlich Gefahr bei Standardsituationen aus, so kam Tim Walbrecht nach einem Eckball am zweiten Pfosten frei zum Kopfball, setzte den Ball jedoch weit am KSV-Tor vorbei (30.). Die Jungstörche ließen durch einen Kopfballwischer von Kapitän Tjorve Mohr (40.) und einen Sander-Kracher von der Strafraumgrenze (44.) hingegen die besseren Chancen liegen.

Soranno: „Der absolute Wille, ohne Gegentor zu bleiben, war sicht- und spürbar“

Nach dem Seitenwechsel pressten die Kieler höher, erzwangen vermehrt Ballgewinne. Nach einem solchen setzte sich der pfeilschnelle Njinmah auf dem Flügel gegen Emre Aytun durch, passte flach ins Zentrum, wo KSV-Torjäger Laurynas Kulikas in Rücklage geriet und übers Tor schoss (57.). Und dann durften die Kieler nach 301 torlosen Minuten endlich wieder jubeln: Njinmah lenkte eine abgefälschte König-Flanke von der Strafraumgrenze Richtung 96-Tor, und da schlug der Ball unhaltbar für 96-Torwart Sündermann im langen Eck ein – ein Treffer Marke „nicht alltäglich“. „Ich wollte den Ball irgendwie aufs Tor bringen. Dass er so einschlägt, ist natürlich glücklich. Fußballerisch war das ein Duell auf Augenhöhe. Vielleicht haben wir ein klitzekleines Bisschen mehr Einsatz gezeigt“, erklärte der 19-Jährige nach seinem zweiten Saisontor.

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Die Gäste blieben bis auf einen Dzafo-Freistoßaufsetzer, den Weiner aus dem Eck wischte, in den zweiten 45 Minuten chancenlos. Turbulent wurde es in der Schlussphase, als erst Hannovers NLZ-Leiter Michael Tarnat wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (90.+3) sah, ehe Joker Julius Alt nach langem Coffie-Pass zum 2:0 (90.+4) einschob. „Wir haben extrem gut verteidigt. Der absolute Wille, ohne Gegentor zu bleiben, war sicht- und spürbar“, lobte Soranno. 96-Trainer Christoph Dabrowski sprach indes von einem „glücklichen Kieler Sieg“. Weiter geht es für die Jungstörche am nächsten Sonnabend um 14 Uhr beim SV Drochtersen/Assel.