10. Oktober 2021 / 19:09 Uhr

Holstein Kiel II trotzt dem Regionalliga-Spitzenreiter ein Remis ab

Holstein Kiel II trotzt dem Regionalliga-Spitzenreiter ein Remis ab

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Das Tor zum 1:0: Holsteins Laurynas Kulikas (li.) trifft nach Ndure-Rückpass unbedrängt zur Führung. Tim Siedschlag (Mitte) und Lucas Wolf (re.) bleibt die Zuschauerrolle.
Das Tor zum 1:0: Holsteins Laurynas Kulikas (li.) trifft nach Ndure-Rückpass unbedrängt zur Führung. Tim Siedschlag (Mitte) und Lucas Wolf (re.) bleibt die Zuschauerrolle. © Jan-Phillip Wottge
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In der Fußball-Regionalliga Nord holt Holstein Kiel II beim Spitzenreiter Teutonia 05 Ottensen einen Punkt. Laurynas Kulikas sorgte für die Gästeführung, ehe der Ex-Kieler Mats Facklam für die Hamburger ausglich. Die Jungstörche bleiben Tabellendritter.

Wer wird Herbstmeister in der Nordstaffel der Fußball-Regionalliga Nord? Diese Frage beantwortete das Spitzenspiel zwischen Teutonia 05 Ottensen und Holstein Kiel II vor 699 Zuschauern im Stadion Hoheluft noch nicht, weil sich beide Teams zwar einen hochklassigen Fight lieferten, aber beim 1:1 keinen Sieger kürten. Somit könnte der SC Weiche Flensburg 08, der überraschend mit 1:2 beim FC St. Pauli II patzte, mit einem Dreier im Nachholspiel beim Hamburger SV die Teutonen noch von der Spitze stoßen.

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„Holstein war die beste Mannschaft, gegen die wir bis jetzt gespielt haben. Und wir sind jetzt gegen alle Teams einmal angetreten“, adelte T05-Coach Dietmar Hirsch die Jungstörche und fügte nicht ohne Stolz an: „Wir sind die gesamte Hinrunde ungeschlagen geblieben.“ Auch die Gunkel-Elf aus Kiel konnte diesen Nimbus nicht brechen, schnupperte aber daran.

Holstein II begann bei strahlendem Sonnenschein ohne Furcht. Die Teutonen, bei denen mit Marcus Coffie, Mats Facklam und George Kelbel gleich drei Ex-Störche in der Startformation standen, gerieten in der Anfangsphase enorm unter Druck. Nach Wolf-Chipball legte Tim Siedschlag auf Dominique Ndure quer, doch dessen Schuss wurde in höchster Not zur Ecke geblockt (6.). Die war jedoch brandgefährlich: Nico Carrera köpfte aus vier Metern an die Latte (7.).

Holsteins hohes Pressing barg auch Risiken. Ein Mal überspielt, öffneten sich Räume. Nach Kelbel-Schnittstellenpass prüfte Facklam mit platziertem Flachschuss KSV-Keeper Timon Weiner (11.). „Das Risiko gehört zu unserer Spielidee. Wir haben das Selbstvertrauen, in der Defensive Mann-gegen-Mann zu spielen, um den Gegner unter Druck zu setzen“, erläutert KSV-Coach Sebastian Gunkel. Seine Elf arbeitete am Führungstor: Nach Ndure-Querpass zog Laurynas Kulikas aus fünf Metern ab, doch sein Schuss wehrte Marcus Coffie am Boden liegend mit der Hand ab (15.) – der fällige Elfmeterpfiff blieb aus.

„Von den drei Großchancen musst du eine machen“, haderte Gunkel. Und beinahe hätte sich der Chancenwucher noch vor der Halbzeit gerächt, doch Carrera köpfte einen Facklam-Kopfball von der Torlinie (40.). Nach der Pause kam der Spitzenfight schnell auf Touren: Manuel Schwenk verfehlte per Seitfallzieher das T05-Tor nur um Zentimeter (47.). Drei Minuten später belohnten sich die Kieler endlich für ihren Offensivfußball mit dem 1:0, als sich Ndure in die Box tankte und auf den am Elfmeterpunkt lauernden Kulikas zurücklegte.

Die Freude währte nur kurz. Wie schon in den Vorwochen mussten die U 23-Störche kurz nach einem eigenen Treffer ein Gegentor hinnehmen. Facklam köpfte eine Istefo-Ecke zum 1:1 ein (54.). „Es gibt Statistiken, dass man nach eigenem Torerfolg besonders anfällig ist. Wir thematisieren das regelmäßig“, erläutert Gunkel, der seiner Elf eine „ganz starke Leistung“ attestierte, die jedoch auch deshalb nicht in drei Punkten mündete, weil Schwenk einen Kopfball (64.) aus fünf Metern knapp neben dem Pfosten platzierte.