12. Juli 2019 / 07:00 Uhr

Holstein Kiel: Ist David Atanga der perfekte Ersatz für Kingsley Schindler?

Holstein Kiel: Ist David Atanga der perfekte Ersatz für Kingsley Schindler?

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Stammt aus dem Talente-Steinbruch von RB Salzburg: Neu-Storch David Atanga im Trainingslager in Österreich.
Stammt aus dem Talente-Steinbruch von RB Salzburg: Neu-Storch David Atanga im Trainingslager in Österreich. © Uwe Paesler
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Neuzugang David Atanga könnte Kingsley Schindlers Position auf der rechten Außenbahn von Holstein Kiel einnehmen. Der 22-Jährige über seinen Wechsel an die Förde, das neue Team, sein Vorbild Arjen Robben und den Traum von der Champions League.

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Er spricht leise, ist höflich und zugewandt – aber einer, der mehr will. Immer mehr. „Es war in Ordnung, aber wir hätten noch mehr Tore schießen können“, sagt David Atanga. Rückblick, 15. September 2018. Fußball-Zweitligist Holstein Kiel spielt im Fürther Ronhof – und wird gnadenlos ausgekontert. 1:4. Atanga macht drei Torvorlagen. Für ihn: in Ordnung. „Ich hatte noch bessere Spiele“, sagt er. Er, der jetzt Teil der damals gerupften Störche ist.

Holstein Kiel ist "der richtige Schritt" für David Atanga

Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf, fünfter Tag, Vormittagseinheit. Atanga lacht, Atanga arbeitet. Atanga dribbelt – hier und da ein bisschen zu viel. Der Ghanaer, fest aus Salzburg verpflichtet und bis 2022 an die KSV gebunden, hat den ultimativen Spieltrieb, das wird schnell klar, wenn man ihm zuschaut. Und er hat etwas vor. „Das ist der nächste, der richtige Schritt für mich“, sagt er. Vor allem ist es ein Schritt in einen neuen Abschnitt seiner Karriere. Atanga, 22, ist ein Wandervogel. Ein Schicksal, das viele Spieler teilen, die sich im System Red Bull befinden oder befanden. Über die ghanaische Dependance, die Red Bull Academy, kam David Atanga im Alter von 17 Jahren nach Europa. Salzburg, Liefering, Mattersburg, St. Pölten in Österreich, dazu Heidenheim und Fürth in Deutschland – Ausleihe folgte auf Ausleihe. Nun also Holstein. Und zwar fest. „Ich habe nach all den Leihen jetzt eine neue sportliche Heimat gefunden“, sagt Atanga. „Es macht mich einfach glücklich.“

Trainingslager Holstein Kiel in Bad Tatzmannsdorf

Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. Zur Galerie
Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. © Uwe Paesler
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Störche-Kader zwischen Harmonie und Konkurrenz

Zumal: Es stimmt in der Mannschaft. Der 27-Mann-Kader – Testspieler Nico Donner ist gestern abgereist – harmoniert. „Es ist eine supergeile Gruppe hier. Jeder hilft dem anderen“, sagt Atanga. Dass er, Zimmernachbar von Emmanuel Iyoha, erst seit Kurzem zum Team gehört? Geschenkt. „Wenn man hier als Spieler hinkommt, merkt man gar nicht, wer neu ist und wer nicht. Wir sind alle sehr eng zusammen.“ Eng wird es auch auf Atangas Paradeposition, auf dem rechten Flügel. Jung, talentiert, offensiv – Attribute, die David Atanga bei Weitem nicht exklusiv hat im KSV-Kader. „Die große Konkurrenz macht mich glücklich“, sagt er. Eine bemerkenswerte Aussage. Aber eine, die vor dem Hintergrund seines Ehrgeizes Sinn ergibt. „Man muss Gas geben – das macht uns alle besser.“

David Atanga als Ersatz für Kingsley Schindler?

Denn sie müssen gut sein, besser werden, die Störche. Um den Umbruch aufzufangen. Eine der gegangenen Stützen: Kingsley Schindler. Wie Atanga: Rechtsaußen. Der „King“ hat seine Spuren an der Förde hinterlassen. Doch Atanga will seine eigenen Wege beschreiten. „Ich schaue nicht, was andere Spieler machen oder gemacht haben. Ich mache mein Ding, will meine beste Leistung zeigen“, sagt er. Aber trotzdem, einen gibt es, zu dem er aufschaut. Einen der Größten: Arjen Robben. Der Prototyp des dribbelstarken Hochgeschwindigkeitszugs auf Rechtsaußen mit dem unbedingten Drang zum Tor. „Ich habe fast jedes Spiel von ihm gesehen“, sagt Atanga, mit leuchtenden Augen, über den Niederländer, der seine Karriere gerade für beendet erklärt hat.

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Der Traum von der Champions League

Atanga hat den Ex-Profi von Chelsea, Real Madrid und Bayern aber nicht nur beobachtet. Er hat ihn besessen studiert. „Ich hatte beim Zuschauen immer einen Zettel in der Hand“, sagt Atanga. „Ich habe aufgeschrieben, was er gut macht, um das dann bei mir anzuwenden.“ Atanga, auf den Spuren von Arjen. Bis zu dessen Perfektion ist der Weg aber lang und steinig. Doch Atanga will ihn gehen. „Mein Traum ist es, in fünf Jahren in der Champions League zu spielen“, sagt er. Und hat ein Beispiel parat: „Ich habe in Salzburg mit Sadio Mané zusammen trainiert, habe viel mit ihm unternommen – und jetzt hat er die Champions League gewonnen. Es kann klappen, wenn man hart arbeitet.“ Möge die Arbeit für David Atanga bei Holstein Kiel beginnen.

(mit Andrè Haase)

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