26. Januar 2019 / 10:43 Uhr

Holstein Kiel: Jae-Sung Lee verletzt sich beim Asien-Cup

Holstein Kiel: Jae-Sung Lee verletzt sich beim Asien-Cup

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Dabei in Dubai: Jae-Sung Lee (Nummer 10) im Auftaktspiel gegen die Philippinen. Hier hält ihn noch Daisuke Sato (rechts) vom Ball fern. Das übernahm danach die rätselhafte Fuß-Blessur. In Kiel sorgt man sich um den Zustand nach seiner Rückkehr.
Dabei in Dubai: Jae-Sung Lee (Nummer 10) im Auftaktspiel gegen die Philippinen. Hier hält ihn noch Daisuke Sato (rechts) vom Ball fern. Das übernahm danach die rätselhafte Fuß-Blessur. In Kiel sorgt man sich um den Zustand nach seiner Rückkehr. © Kamran Jebreili/AP/dpa
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Jae-Sung Lee wollte beim Asien Cup in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Südkoreas Nationalmannschaft glänzen – jetzt ist der Offensiv-Star von Holstein Kiel raus. Am Freitag war im Viertelfinale gegen Katar Endstation (0:1). Für Lee war das Turnier aber eigentlich schon vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. Der 26-Jährige ist offenbar Leidtragender einer Verbands-Posse. Es geht um nicht verlängerte Teamarzt-Verträge, zwei abgereiste Mediziner. Und um zwei fehlerhafte Diagnosen – eine davon bei Lee.

Aber der Reihe nach: Am 7. Januar ist die Elf von Nationaltrainer Paulo Bento ins Turnier eingestiegen. 1:0-Auftaktsieg gegen die Philippinen, Jae-Sung Lee spielt 86 Minuten. Zwei Tage später muss der Holstein-Profi aber mit dem Training aussetzen. „Lee hat im Spiel gegen die Philippinen einen Schlag auf den rechten großen Zeh abbekommen, er hat Schmerzen“, lässt der Verband öffentlich verlautbaren und formuliert zuversichtlich: „Die Schwellung im Zeh nimmt ab.“

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Wenig später steht die vorläufige Diagnose: Zehenprellung. Nach einer verordneten Pause wird Lee wieder ins Training eingegliedert – aber dem Vernehmen nach zu früh. Die Verletzung ist offenbar doch komplexer, vermutlich ist auch die Kapsel in Mitleidenschaft gezogen. In den folgenden Spielen sitzt Lee beharrlich auf der Bank. Und wird bis zum Ausscheiden nicht mehr eingewechselt. Das wirft Fragen auf, denn Lee ist eigentlich Stammspieler, hat bei der WM in Russland jede Minute gespielt. Auf einen wie Lee verzichtet man nur, wenn es nicht anders geht.

„Unsere medizinische Abteilung befindet sich im Austausch mit den südkoreanischen Kollegen und würde im Fall einer schwerwiegenden Diagnose sofort informiert“, beschwichtigt Holsteins Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. „Daher gehen wir derzeit aktuell nicht von einer gravierenden Verletzung bei Lee aus.“ Der Verein muss gleichwohl den Informationen aus dem Lager der Nationalelf in den 5000 Kilometer entfernten Emiraten vertrauen. Und welchen Wert gesundheitliche Updates aus den Reihen der „Taeguk Warriors“ haben, zeigt sich beim Blick auf eine Posse, die sich dieser Tage abspielt und den südkoreanischen Fußballverband KFA in einem schlechten Licht erscheinen lässt.

Kurz vor dem Turnierstart ist ein Mitglied der medizinischen Abteilung abgereist, ein weiteres Anfang dieser Woche. Der Grund: Ihre Verträge waren im Dezember ausgelaufen. Sie hatten also zuletzt ohne Gehalt als Vollzeit-Teamärzte gearbeitet. Eine völlige Fehleinschätzung des Verbandes KFA, der sich zu einer öffentlichen Stellungnahme gezwungen sah.

Am Mittwoch entschuldigte sich KFA-Funktionär Pan-Gon Kim vor Medienvertretern für die Fauxpas und erklärte, der Verband habe Fehler gemacht. Fehler, unter denen neben Lee auch Routinier Sung-Yong Ki zu leiden hat. Der 30-jährige Mittelfeldspieler von Newcastle United hatte sich im Turnierverlauf eine Oberschenkelverletzung zugezogen, die ebenfalls falsch behandelt worden sein soll. Die Asienmeisterschaft war für Ki vorzeitig beendet.

Für Unverständnis sorgen in diesem Zusammenhang zwei Umstände: Seit 2002 hat der koreanische Fußballverband keine festangestellten Teamärzte mehr. Die Mitglieder des Stabs arbeiten quasi freiberuflich, sind keine offiziellen Mitarbeiter der KFA. Und: Der leitende Mannschaftsarzt ist Experte für Kardiologie, verfügt über keine speziellen orthopädischen Fachkenntnisse, die in der Sportmedizin wichtig sind. Funktionär Kim zufolge seien Spieler und Trainerteam aber zufrieden mit dessen Arbeit.


Seit gestern sind sie nun alle raus. Die Mannschaft, die Trainer, das Ärzteteam. Und Lee. In Kiel fragt man sich nun, in welchem Zustand er Sonntag zurückkehrt.

Die Marktwerte der Spieler von Holstein Kiel - Die TOPWERTE (Stand: 08.01.2019, Quelle: transfermarkt.de)

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David Kinsombi: 3 Mio. (vorher: 1,25 Mio.) ©

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