15. August 2019 / 22:42 Uhr

Holstein Kiel: Jonas Meffert gönnt seinem Ex-Klub Karlsruher SC alles – nur nicht am Sonntag

Holstein Kiel: Jonas Meffert gönnt seinem Ex-Klub Karlsruher SC alles – nur nicht am Sonntag

Niklas Schomburg
Kieler Nachrichten
Holstein Kiels Mittelfeldspieler Jonas Meffert trifft auf seinem Ex-Klub Karlsruher SC.
Holstein Kiels Mittelfeldspieler Jonas Meffert trifft auf seinem Ex-Klub Karlsruher SC. © Uwe Paesler
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Das Pokalspiel beim FSV Salmrohr verpasste Jonas Meffert mit einer Unterschenkelprellung, seit Anfang der Woche ist der Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel wieder im Teamtraining – rechtzeitig zum Duell gegen seinen Ex-Klub Karlsruher SC am Sonntag (13.30 Uhr, Holstein-Stadion). 62 Mal lief Meffert zwischen 2014 und 2017 für die Badener auf – und wurde zur tragischen Figur in der denkwürdigen Bundesligarelegation gegen den Hamburger SV.

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„Die Zeit in Karlsruhe war mit die schönste in meiner Profilaufbahn. Das erste Jahr war top – bis auf die letzten Spiele. Das war das Schlimmste, was ich je erlebt habe“, erinnert sich Meffert an den 1. Juni 2015. Kurz vor Schluss des Relegationsrückspiels gegen den HSV hatte Slobodan Rajkovic’ Schuss damals Meffert aus kurzer Distanz am Arm getroffen, Marcelo Diaz den fragwürdigen Freistoß in der Nachspielzeit zum 1:1 verwandelt und den HSV so in die Verlängerung gerettet. Dort triumphierte der damalige Bundesliga-Dino. „Ich hatte eine gewisse Zeit danach schon Schuldgefühle, weil ich es war, der den Freistoß verursacht hat“, erklärt Meffert. „Das Ding war ja eigentlich schon durch, der HSV beinahe chancenlos. Dadurch sind viele Träume geplatzt. Auch für mich – aber am schlimmsten fand ich es für meine Mannschaftskollegen, die mich am Anfang der Saison so toll aufgenommen und alles für mich gemacht haben.“

Die größte Wunde ist inzwischen verheilt, auch weil „viele meiner Mitspieler es zum Glück später in die Bundesliga geschafft haben“. Von den damaligen Weggefährten ist in Karlsruhe einer übriggeblieben: Innenverteidiger Daniel Gordon. „Ich habe ab und zu Kontakt zu ihm. So ein Erlebnis schweißt zusammen“, sagt Meffert, der den KSC nie aus den Augen verloren hat. „Ich verfolge den KSC seit meiner Zeit dort, auch jetzt. Sie haben einige richtig gute Spieler, Philipp Hofmann zum Beispiel ist ein starker Stürmer. Gordon und David Pisot spielen hinten auch sehr gut. Und sie haben Mentalität, Wille, das ist eine richtige Mannschaft. Sie sind gemeinsam aufgestiegen, viele sind geblieben – man weiß ja in Kiel, wie sich das anfühlt und was das freisetzen kann.“ Meffert sagt, er habe sich gefreut, als der KSC im Sommer aufstieg. „Und ich wünsche ihnen, dass sie jedes Spiel gewinnen – außer gegen uns.“

Genug von der Karlsruher Vergangenheit, Meffert steht mit beiden Beinen in der Kieler Realität. Und die ist nach dem misslungenen Start und Tabellenplatz 16, der schlechtesten Position seit dem Aufstieg 2017, hart. „Es ist – gerade für den Kopf – wichtig, am Wochenende zu punkten. Dann wird vieles einfacher“, sagt Meffert. „Mit dem KSC und dem Auswärtsspiel auf St. Pauli kommen jetzt zwei geile Spiele, alle freuen sich darauf. Das sind zwei echte Gradmesser.“

Letzteres war die Partie beim Sechstligisten in Salmtal nicht. Dennoch: „Das Weiterkommen hatte höchste Priorität und ist gut für die Stimmung“, meint Meffert. „Die Jungs haben es gut gemacht, fand ich. 42 Torschüsse muss man auch erst mal abgeben. Es war für mich interessant, das von außen zu sehen; bei Salmrohr hat Jakub Jarecki mitgespielt, mit ihm habe ich in der U19 von Bayer Leverkusen zusammengespielt.“ Die unfreiwillige Außenansicht indes verursachte ein Trainingsunfall am Mittwoch vergangener Woche – der schlechte Erinnerungen aufkommen ließ. „Es war schon ein kleiner Schreck, ich konnte nicht auftreten und musste kurz an Jannik denken“, erzählt Meffert mit Blick auf Jannik Dehm, der sich im Testspiel gegen Sheffield das Schienbein gebrochen hatte. „Nach der Untersuchung gab es zum Glück Entwarnung. Ich spüre zwar noch etwas, aber es ist diese Woche schon viel besser, ich habe normal mittrainiert. Für Sonntag sieht es von meiner Seite also gut aus.“

Meffert will unbedingt mithelfen, die Störche nach den Fehlern in Darmstadt („Durch unsere Ballverluste sind sie mit Tempo auf unsere Ketten zugelaufen, und dann verlierst du die Zweikämpfe“) in die Spur zu bringen. „Das müssen wir viel besser machen, die Konterabsicherung ist wichtig. Generell standen wir hinten eigentlich sogar besser als gegen Sandhausen.“ Defensiv wird es gegen den KSC nicht unbedingt leichter, dessen ist sich auch Meffert bewusst. „Der Trainer bereitet uns immer gut auf die Gegner vor, wir wissen, was wir zu erwarten haben. Gegen den KSC müssen wir zum Beispiel die Standards gut verteidigen.“ Meffert weiter: „Das Spiel ist für mich etwas Besonderes, deshalb hoffe ich sehr, dass ich fit bin und dann auch spielen darf.“

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