14. März 2019 / 07:28 Uhr

Holstein Kiel: Kenneth Kronholm hat Patzer abgehakt

Holstein Kiel: Kenneth Kronholm hat Patzer abgehakt

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
KSV-Keeper Kenneth Kronholm blickt optimistisch nach vorne.
KSV-Keeper Kenneth Kronholm blickt optimistisch nach vorne. © Uwe Paesler
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„Ich versuche nach einem solchen Spiel, wieder in die Normalform zu kommen oder darüber hinaus, um der Mannschaft auch mal wieder einen Dreier retten zu können“, sagt Kronholm.

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Er kann schon wieder lachen. Vor allem über sich. „Ich weiß gar nicht, was gemeint ist“, antwortet Kenneth Kronholm schelmisch auf die Frage nach seinem Torwartfehler vorm 0:1 in Darmstadt. Der Schlussmann von Fußball-Zweitligist Holstein Kiel hat das Spiel, das nicht nur er, sondern das Kollektiv verloren hatte, abgehakt. Der Blick geht nach vorne. Denn die nächste Aufgabe kommt. Für ihn, für die Mannschaft: Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (morgen, 18.30 Uhr).

Mein Patzer vorm 0:1 hat für mich nichts damit zu tun, dass ich nicht wach bin

„Ich versuche nach einem solchen Spiel, wieder in die Normalform zu kommen oder darüber hinaus, um der Mannschaft auch mal wieder einen Dreier retten zu können“, sagt Kronholm. „Das ist mein Ziel, und für dieses Ziel arbeite ich.“ Arbeiten, sich aufrichten, Ursachenforschung betreiben – gerade nach einer Niederlage wie dem 2:3 bei den Lilien. Nach dem Spiel hatte Trainer Tim Walter betont, seine Elf sei nicht wach, nicht bereit gewesen. Für sich und seinen Fehler – der Keeper hatte einen Abschluss von Serdar Dursun vor die Füße des einschussbereiten Marvin Mehlem abgewehrt – will Kronholm das aber nicht gelten lassen.

„Mein Patzer vorm 0:1 hat für mich nichts damit zu tun, dass ich nicht wach bin“, sagt er. „Im Fußball passiert es einfach mal, dass der Ball eine andere Flugbahn hat oder nicht zu greifen ist. Dann fällt er dem Gegenspieler vor den Fuß – und dann stehst du halt blöd da.“

Kronholm ist vielleicht wichtiger als jeder andere Torhüter der Liga

Blöd dastehen – wie im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, als Kenneth Kronholm das 1:2 mit einem epochal gescheiterten Dribbling zu verantworten hatte. Nun also der nächste Fehler des 33-Jährigen innerhalb weniger Wochen. Daraus ein Torwart-Problem abzuleiten, wäre aber nicht nur vermessen – es wäre falsch. Denn Kronholm ist wichtig. Vielleicht wichtiger als jeder andere Torhüter der Liga.

Im Schnitt kommt er auf etwa 60 Ballkontakte pro Spiel. Das sind die fünftmeisten seines Teams nach der Viererkette, und gemeinsam mit Julian Pollersbeck (HSV) die meisten eines Schlussmanns ligaweit. Seine Rolle im Spielaufbau ist im Wortsinne herausragend: Kronholm antizipiert, kreiert, eröffnet Räume. Er läuft fast sieben Kilometer im Spiel – der Spitzenwert unter allen Keepern. Seine Pässe sind sauber, auch unter Bedrängnis. Seine hohen Bälle sind präzise, finden meistens den Zielspieler. Und auch auf seinem eigentlichen Fachgebiet, dem Toreverhindern, ist Kronholm für gewöhnlich ein Top-Mann.

Einer, von dem das Risiko eingefordert wird. Was wiederum Fehler provoziert und produziert. Auch wenn jener Patzer in Darmstadt eher ungewöhnlich für Kronholm war. Genau wie die Probleme seiner Vorderleute bei Standards äußerst ungewöhnlich waren. Denn die KSV ist mit das Beste, was die Liga im Verteidigen von ruhenden Bällen zu bieten hat. Zwei Gegentore nach Standards hatte es bis zum Sonnabend erst gegeben. Und dann: schlug es gleich doppelt auf diese Weise ein.

Video mit KSV-Keeper Kenneth Kronholm

Dann wird es auch für den letzten Mann in der Kette einfacher: Kenneth Kronholm

„Dass wir mal einen Standard gegen uns bekommen, ist klar. Das passiert einfach – gerade auf solch einem Niveau, wo wir gegen Mannschaften spielen, die auch clever sind und gut unter der Woche arbeiten“, sagt Kronholm. Die Ursache dafür sei woanders zu finden: „Wir hätten diese Standards vermeiden können. Das haben wir in dieser Woche aufgearbeitet.“

Heißt: schlauer im Zweikampf anstellen – oder am liebsten gleich den Ballverlust vermeiden, der die Mitspieler in Bedrängnis bringt und zu Fouls führt. Dann wird es auch für den letzten Mann in der Kette einfacher: Kenneth Kronholm. Die Nummer eins der Störche hat überdies nicht nur den eigenen Auftritt abgehakt. Sondern sich auch mit der immer noch sehr komfortablem sportlichen Situation der KSV nach zwei Niederlagen in Folge arrangiert: „Jetzt brauchen wir 100 Prozent Fokus. Der Konjunktiv bringt uns nichts.“ Kronholm denkt nicht in der Möglichkeitsform. Die Wirklichkeit zählt. Aue zählt.

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