21. Juni 2019 / 08:54 Uhr

Holstein Kiel kooperiert mit San Francisco Glens

Holstein Kiel kooperiert mit San Francisco Glens

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Zweitligist Holstein Kiel kooperiert mit San Francisco Glens.
Zweitligist Holstein Kiel kooperiert mit San Francisco Glens. © KSV Holstein
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 „Wir tragen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, auch internationale Wege zu gehen und unsere Fühler auf dem sehr interessanten amerikanischen Markt auszustrecken“, sagt Wolfgang Schwenke.

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Fußball-Zweitligist KSV Holstein geht neue Wege: Am 23. Juni fliegt eine Delegation der Störche in die USA, um dort einen Kooperationsvertrag mit den San Francisco Glens zu unterzeichnen - und zu leben. Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer der KSV, wird bei seiner rund zweiwöchigen Reise an die Pazifikküste unter anderem von den Jugendtrainern Dominik Glawogger und Christian Riecks begleitet, die vom 25. bis 28. Juni den Nachwuchs des jungen, ambitionierten Fußball-Clubs (aktuell USL League Two) im Rahmen eines Sommercamps fortbilden werden. „Wir tragen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, auch internationale Wege zu gehen und unsere Fühler auf dem sehr interessanten amerikanischen Markt auszustrecken“, sagt Schwenke. „Und mit den Glens haben wir einen Verein gefunden, der wie wir diese Partnerschaft lebt und im Nachwuchsbereich die gleichen Werte hat.“

Der Besuch der Störche in der 800.000-Einwohner-Stadt in Kalifornien soll nur der Anfang einer Kooperation sein, die unter anderem gegenseitige Besuche von Nachwuchsspielern und Trainern, Austausch von Know-how und Ideen, Aus- und Weiterbildung der Glens durch Übungsleiter der KSV im Rahmen von Fußballcamps und ein Trainingslager der Ligamannschaft im kommenden Jahr im Westen der USA vorsieht.

Auf dem Programm der Reise nach San Francisco stehen außerdem Firmenbesuche im Silicon Valley, der Austausch mit Spielern, Trainern und Funktionären verschiedener Vereine in Kalifornien sowie das Knüpfen neuer Kontakte auf dem weltweit größten Sportmarkt. 

Der Rahmen für diese Kooperation wurde bereits vor mehr als zwei Jahren mit der Gründung des Vereins „The Bay Areas e.V.“ abgesteckt, der auf vielen unterschiedlichen Ebenen eine Städtepartnerschaft zwischen Kiel und San Francisco ins Leben rufen wollte. Ziel war es, Menschen und Organisationen in diesen beiden Städten und ihren Regionen zu verbinden. Holstein Kiel, damals noch Drittligist, trat seinerzeit umgehend in den Verein ein. „Diese Idee hat uns bei der KSV sofort begeistert“, sagt Schwenke, der mit Unterstützung seiner Partner Puma, Wacken Foundation und Denkler & Wulf nun die Gelegenheit gekommen sah, einen deutsch-amerikanischen Doppelpass mit den San Francisco Glens zu spielen und damit einen eigenen Beitrag im Rahmen der Städtepartnerschaft zu leisten. Ausdruck dieser neuen Partnerschaft ist ein gemeinsames Shirt der beiden Vereine, welches die rund 80 Jugendlichen im Fußballcamp tragen werden. „Für uns ist die neue Partnerschaft historisch. Es ist unser erster Schritt ins Ausland“, sagt Schwenke, der sich ausdrücklich für die Unterstützung bei Steffen Kraus (CAUSA CONCILIO) und Marco Siegmund (SECTARI Consulting) bedankt. „Ohne sie hätte die KSV dieses Projekt nicht realisieren können.“

Die Störche werden auf ihrer USA-Reise auch von London Breed, der Bürgermeisterin von San Francisco, und im deutschen Generalkonsulat empfangen. „Fußball spielt eine wichtige Rolle in Kalifornien“, sagt Generalkonsul Hans Ulrich Südbeck. „Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen ist ein tolles Beispiel dafür, wie die Städtepartnerschaft Menschen aus beiden Ländern zusammenbringen kann. Ich freue mich, dass diese Kooperation auch ein Teil des Deutschlandjahres in den USA geworden ist, welches unter dem Motto WunderbarTogether steht.“

Eine gute Städtepartnerschaft lebe davon, dass die Partner in vielen Bereichen zusammenarbeiten und voneinander lernen, so Ulf Kämpfer, Kiels Oberbürgermeister. „Das gelingt Kiel und San Francisco ganz hervorragend – zum Beispiel bei wichtigen Zukunftsthemen wie Klimaschutz und Digitalisierung.“ Als Oberbürgermeister und Holstein-Fan freue er sich ganz besonders, dass jetzt auch die Störche mithelfen, diese Partnerschaft mit noch mehr Leben zu füllen.

Nach Gründung des Vereins im Jahre 1961 stieg die Herrenmannschaft der Glens im vergangenen Jahr in die USL League Two auf. Hier sind fast alle U23-Spieler aktiv, die noch keinen Profivertrag besitzen und in der Regel parallel zum Fußball noch ein College besuchen. Für die Major League Soccer (MLS), der Premiumklasse in den USA, ist diese Spielklasse allerdings die wichtigste Ausbildungsschmiede. Mehr als 70 Prozent aller Neuzugänge, die von MLS-Clubs im Rahmen des jährlich stattfindenden Auswahlverfahrens (SuperDraft) rekrutiert werden, blicken auf eine Vergangenheit in der USL League Two zurück.

Nach nur einem Jahr in der neuen Spielklasse wurden gleich vier Spieler der Glens von MLS-Teams entdeckt und verpflichtet. Ähnlich wie die Störche hat der Verein mit dem Kleeblatt im Wappen ehrgeizige Ziele gesteckt, so möchte der Verein langfristig über die USL League One und die USL Championship in die MLS aufsteigen. Anders als in Deutschland sind für Aufstiege auch Gebühren fällig, so kostet beispielsweise der Übergang von League Two in One voraussichtlich eine halbe Million Dollar. Mehr als 1000 Spielerinnen und Spieler tragen die grün-weißen Farben der Glens, die den neuen Partner von Holstein Kiel damit zum größten Fußballclub in San Francisco machen.

„Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Holstein Kiel und den bevorstehenden Besuch“, sagt Mike McNeill, Executive Director der Glens, „und heißen den Fußballverein unserer Partnerstadt mit unseren über 70 Mannschaften und 1300 Spielerinnen und Spielern herzlich willkommen.“ Er sei davon überzeugt, dass nicht nur unsere Vereine, sondern auch die Städte Kiel und San Francisco von dieser Kooperation profitieren werden – sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits des grünen Rasens. „Als San Francisco Glens fühlen wir uns geehrt, dass ein so großartiger Verein mit einer so traditionsreichen Historie wie Holstein Kiel eine Partnerschaft mit uns eingehen möchte“, so McNeill weiter.

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