09. August 2019 / 05:55 Uhr

Holstein Kiel: Makana „Rudi“ Baku ist auf dem Sprung

Holstein Kiel: Makana „Rudi“ Baku ist auf dem Sprung

Niklas Schomburg
Kieler Nachrichten
Makana Rudi Baku fühlt sich in Kiel sehr wohl.
Makana "Rudi" Baku fühlt sich in Kiel sehr wohl. © PAT°SCHEIDEMANN | 2019
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Flügelflitzer kommt aus einer echten Fußballfamilie und kratzt im Storchennest an der Startelf

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Beinahe genau so schnell, wie er auf dem Platz unterwegs ist, steht Makana Baku am Donnerstag nach dem Training des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel zum Gespräch bereit. Und strahlt jede Menge positiver Energie aus. „Ich fühle mich gut und bin in Kiel voll angekommen, habe schnell eine Wohnung gefunden. Auch die Stadt gefällt mir, die Eingewöhnung ging schnell. Die Mannschaft hat es mir aber auch sehr leicht gemacht. Wir verstehen uns gut, verbringen auch neben dem Platz gemeinsam Zeit“, erzählt Baku, den alle nur „Rudi“ rufen.Rudi? „Mein Vater ist ein großer Fan von Rudi Völler. Von Geburt an hat er mich deshalb Rudi genannt“, sagt der 1,77 Meter große gebürtige Mainzer, der im Sommer von der SG Sonnenhof Großaspach an die Kieler Förde gewechselt war. Aus demselben Grund trägt Makana Bakus Zwillingsbruder Bote seinen Rufnamen: „Ridle“ spielt beim FSV Mainz 05, schaffte den Sprung in die Bundesliga-Elf, unterschrieb im Sommer 2018 einen Lizenzspielervertrag. Der große Bruder Kokolo, genannt „Dali“, schnürte früher in der Jugend von Darmstadt 98 und später beim FSV Frankfurt die Schuhe.

Die Bakus sind eine echte Fußballfamilie. Die trotz der Entfernung zwischen Kiel und Mainz nah beieinander ist. „Mit meinem Bruder Ridle stehe ich in ständigem Austausch, auch mit meinem Vater, wir telefonieren täglich“, sagt Baku. „Dabei geht es nicht nur um Fußball, sondern natürlich auch viel über Privates, wie es uns allen geht, so dass wir übereinander Bescheid wissen, auch wenn wir an unterschiedlichen Orten sind.“ In Kiel ist „Rudi“ deutlich weiter von der Heimat entfernt als in Aspach. „Wir brauchen schon zwei, drei freie Tage, damit sich die Fahrt lohnt“, sagt Baku. „Aber ich fahre ohnehin nur dann nach Hause, wenn meine Leistung stimmt. Ich will erst meine Arbeit gut verrichten.“

Der 21-Jährige will seinen Weg im Profifußball konsequent weitergehen. „Ich will mich in Kiel fußballerisch weiterentwickeln, vor allem an meinen Defiziten arbeiten und mich da verbessern“, sagt er. „Dazu gehört auch das Kopfballspiel, wie man gegen Sandhausen gesehen hat.“ Baku grinst, wird aber gleich wieder ernst. „Und ich will mich als Mensch weiterentwickeln, das ist mir ganz wichtig.“ Er sagt das nicht als Floskel, er sagt es mit Nachdruck, mit Bedacht, wie alles andere. Nur auf die Frage, wie sehr er denn aus seiner Sicht an der Startelf kratze, nachdem er gegen Sandhausen in der 89. und in Darmstadt in der 70. Minute eingewechselt worden war, lässt er sich – ganz Profi – wenig entlocken. „Ich versuche einfach, mich jeden Tag im Training anzubieten und meine Leistung abzurufen. Alles Weitere muss der Trainer entscheiden.“

Baku könnte den Störchen das in Darmstadt fehlende Tempo bringen. Schließlich ist Geschwindigkeit die Kernkompetenz des Flügelstürmers. „Absolut“, bestätigt er. Allein in fehlendem Tempo sieht Baku aber nicht die Gründe für den kleinen Störche-Fehlstart. „Gegen Sandhausen waren wir anfangs etwas nervös, nach dem Rückstand haben wir aber ein gutes Spiel gemacht. In Darmstadt waren es viele individuelle Fehler, wir waren irgendwie träge, auch in Kopf nicht richtig da und haben nicht die gewünschte Zweikampfhärte gezeigt“, erklärt er.

In der ersten DFB-Pokalrunde beim FSV Salmrohr (Sonntag, 15.30 Uhr) soll das ganz anders werden. „Das wird vor allem eine Kopfsache“, sagt Baku, der auch die Staatsbürgerschaft der Demokratischen Republik Kongo, des Geburtslandes seiner Eltern, besitzt, in der U20-Nationalmannschaft aber bereits für den DFB auflief. „Wir müssen von Anfang an zeigen, dass wir der Zweitligist sind, früh draufgehen und signalisieren, dass wir das Spiel ernst nehmen und als Sieger nach Hause fahren wollen.“ Er entwirft diesen Plan auch mit Blick nach vorn. „Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und uns Selbstvertrauen für die nächsten Partien holen. Nicht zwangsläufig über ein Ergebnis, sondern durch unsere Spielweise“, sagt er. Wie jeder Holstein-Profi will Makana Baku dabei mithelfen. Und der 21-Jährige freut sich auf die Tour in die Südeifel. „Das wird mein erstes DFB-Pokalspiel – wenn ich auflaufen darf“, sagt er. Es dürfte nicht sein letztes bleiben.

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