13. März 2019 / 07:59 Uhr

Holstein Kiel: Mathias Honsak und der Weg aus dem Formtief

Holstein Kiel: Mathias Honsak und der Weg aus dem Formtief

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Pure Freude: Mathias Honsak nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 in Darmstadt. Es war sein dritter Saisontreffer – im ersten Vollzeit-Einsatz für die Störche seit Ende August.
Pure Freude: Mathias Honsak nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 in Darmstadt. Es war sein dritter Saisontreffer – im ersten Vollzeit-Einsatz für die Störche seit Ende August. © imago/Jan Huebner
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Mathias Honsak ist für die Testspiele der österreichischen U21-Nationalmannschaft nominiert und gegen den SV Darmstadt traf er auch wieder für Holstein Kiel. Honsak arbeitet sich aus seinem Formtief.

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Die frohe Kunde aus den Alpen wehte kurz vorm Dienstagstraining herüber. Mathias Honsak ist für die Testspiele der österreichischen U21-Nationalmannschaft gegen Italien und Spanien nominiert. „Ich hatte vorher noch nichts davon gewusst. Es ist eine Ehre für mich“, sagt Honsak. Für den Linksfuß von Fußball-Zweitligist Holstein Kiel ist es der zweite Grund zur Freude innerhalb weniger Tage. Denn Mathias Honsak, 22, Leihspieler von RB Salzburg, war einer der wenigen Kieler Gewinner der 2:3-Niederlage in Darmstadt.

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Ein Tor hatte er am Böllenfalltor erzielt, Schwung in die Angriffe der Störche gebracht. „Ich habe versucht, mein Spiel durchzudrücken, meine Dynamik ins Spiel zu bringen“, sagt Honsak. „In den vergangenen Spielen waren wir zu fahrlässig mit den Chancen. Da versucht man auch einfach mal, aufs Tor zu schießen – ob er nun reingeht oder nicht.“ Im Fall des jungen Wieners ist er reingegangen. In der 33. Minute. Ein feines Dribbling gegen vier Gegenspieler, ein überzeugter Abschluss – das 1:1. Ein Lichtblick im Dunkel des erneut zu unpräzisen, zu inkonsequenten Offensivspiels der Störche.

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Kiels Trainer Tim Walter gut gelaunt vor dem Anpfiff der Partie. Zur Galerie
Kiels Trainer Tim Walter gut gelaunt vor dem Anpfiff der Partie. ©
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Für Mathias Honsak war der Sonnabend in Hessen persönlich erfolgreich. Er konnte sich nicht nur zum dritten Mal in dieser Saison in die Torschützenliste eintragen. Der Angreifer durfte über die volle Distanz ran – zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag. Über Kurzeinsätze war er zuletzt nicht wirklich hinausgekommen, hatte dabei nicht selten einen unglücklichen Eindruck hinterlassen. Dabei waren die Eindrücke zu Saisonbeginn mehr als positiv, Neuzugang Honsak konnte dem Spiel der neuformierten Kieler Mannschaft seinen Stempel aufdrücken. „Ich bin schnell reingekommen, gut im Verein und in der Mannschaft aufgenommen worden, was mir die Sache erleichtert hat“, sagt er im Rückblick auf seine ersten Wochen bei der KSV.

August 2018. Beim denkwürdigen 3:0 beim Hamburger SV erzielt er direkt ein Tor, glänzt mit Tempo und Wucht. Vorlagen gegen Fürth und Nürnberg, Nachweis seiner Vielseitigkeit durch Einsätze als Linksverteidiger. Honsak scheint ein Volltreffer zu sein – doch dann kommt der Bruch. Im Wortsinne. Am 25. September 2018 bricht sich Mathias Honsak im Spiel bei Union Berlin den Arm. „Ich war bis dahin gut drauf, kam von der U21-Nationalmannschaft zurück mit drei geschossenen Toren. Ich war motiviert – und dann passiert nach nicht einmal zehn Minuten so etwas“, sagt Honsak. Bis November ist er mit der Verletzung raus, kommt dann nur noch sporadisch zum Einsatz. „Danach saß ich erst einmal auf der Bank, musste mich erst wieder zurückkämpfen“, sagt er. „Ich habe gemerkt, dass ich wieder mehr machen, im Training Gas geben muss.“

Der Saisonverlauf von Holstein Kiel in der Zweitliga-Spielzeit 2018/19.

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©

Honsak legt im Krafraum Extraschichten ein, macht zusätzliche Behandlungen, bleibt auch mal länger auf dem Platz. Im Dezember steht er wieder in der ersten Elf – eher zufällig. Janni Serra verletzt sich beim Aufwärmen in Dresden, Honsak rückt in die Startformation. Und trifft zum 2:0-Endstand. Er kann es noch. Doch danach geht es nicht bergauf. Honsak schwebt irgendwo zwischen Bank, Kurzeinsatz und Startelf. Nun ist es schon März, die Saison hat noch neun Spiele. Welche Ziele hat der Leihspieler noch bis zum Ende der Saison? „Ich will Konstanz in meine Leistung bringen, ans Darmstadt-Spiel anknüpfen“, sagt er. „Ich will noch mehr Einsatzzeiten bekommen, mehr von Anfang an spielen.“

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Ob sein Name gegen Erzgebirge Aue (Fr., 18.30 Uhr) in der Startformation auftaucht, bleibt abzuwarten. Masaya Okugawa, zuletzt bevorzugter Nebenmann von Serra, fehlte in Darmstadt mit Adduktorenproblemen, ist aber wieder im individuellen Training. Es dürfte auf einen Zweikampf zwischen den beiden hinauslaufen. So viel zur kurzfristigen Perspektive. Doch was passiert danach? Honsaks Vertrag endet im Juni, dann geht es für ihn wieder zurück nach Salzburg. Doch ob es so kommt, weiß der Österreicher selbst noch nicht so genau: „Auf mich ist niemand zugekommen. Mein Fokus liegt bis zum Sommer voll auf Kiel.“

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Stichwort Fokus – den gilt es für Honsak und die KSV nun wiederzufinden. Die Aufstiegsränge sind kein Thema mehr. Was nun? „Wir geben uns nicht geschlagen, wollen nicht nur im Mittelfeld mitspielen“, sagt Honsak. Es gibt also noch Ziele. Für die Störche. Und für ihn. Im Juni steht die U21-EM an, da will Honsak dabei sein. Knüpft er an Darmstadt an, sieht es nicht allzu schlecht aus.

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Zbigniew Ilski war über Jahre hinweg eine feste Größe bei den Kielern. Er bringt es auf 111 Einsätze und erzielte dabei sechs Tore. Zur Galerie
Zbigniew Ilski war über Jahre hinweg eine feste Größe bei den Kielern. Er bringt es auf 111 Einsätze und erzielte dabei sechs Tore. ©

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