16. Juli 2019 / 11:02 Uhr

Holstein Kiel: Muss Dominik Schmidt um Startelf zittern?

Holstein Kiel: Muss Dominik Schmidt um Startelf zittern?

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Viele Spieler im Holstein-Trainingslager aber nur elf Startplätze! Wer setzt sich am Ende durch? Von links: Finn Porath, Philipp Müller, Young-Jae Seo, David Atanga, Hauke Wahl und Jae-Sung Lee.
Viele Spieler im Holstein-Trainingslager aber nur elf Startplätze! Wer setzt sich am Ende durch? Von links: Finn Porath, Philipp Müller, Young-Jae Seo, David Atanga, Hauke Wahl und Jae-Sung Lee. © Uwe Paesler
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Holstein Kiel: Rennen um die erste Elf läuft – Einige Patzhirsche müssen zittern – Wie plant Schubert mit Wahl?

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Zwei Trainingslager sind vorbei, sechs Testspiele absolviert, die offizielle Saisoneröffnung am Sonntag gegen Sheffield Wednesday (14.30 Uhr) kommt immer näher: Fußball-Zweitligist Holstein Kiel schwenkt allmählich auf die Zielgerade der Vorbereitung auf die neue Spielzeit ein. Damit stellt sich auch die Frage nach der möglichen Startelf für den Pflichtspielauftakt am 27. Juli (15.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen.

Welche Positionen in der ersten Elf sind schon vergeben? Wo ist der Konkurrenzkampf am größten? Welche Rollen sind noch vakant? Eine Bestandsaufnahme.

Tor: Kenneth Kronholm ist Geschichte, die Zukunft gehört Dominik Reimann – oder doch nicht? Mit Ioannis Gelios (kam aus Rostock) hat Reimann einen starken Herausforderer im Nacken. Nach Lage der Dinge aber sieht die Stallorder so aus: Reimann geht als Nummer eins in die Saison, Gelios als erste Alternative. Timon Weiner bleibt die Rolle als Ersatz vom Ersatz. Klare Verhältnisse zwischen den Pfosten also.

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Innenverteidigung: Es läuft auf einen Generationenkampf in der Defensivzentrale hinaus. Kann sich Routinier Dominik Schmidt (32) noch einmal gegen die Youngster behaupten? In der bisherigen Vorbereitung agierte Schmidt schwankend. Yann Aurel Bisseck (18) und Neuzugang Phil Neumann (22) kratzen an seinem Status, machten ihre Sache bislang gut. Die Besetzung hängt an zwei Faktoren: Wie plant André Schubert mit dem unantastbaren Hauke Wahl? Spielt er als Sechser, sind hinter ihm zwei Planstellen zu vergeben.

Gleiches gilt bei einer Dreierkette mit Wahl auf der Position zwischen den beiden Halbverteidigern. In beiden Szenarien hätte Schmidt gute Chancen, zum Zug zu kommen – flankiert von einem der Jungen. Vermutlich dürfte es dann Neumann werden, der einen leichten Vorsprung vor Bisseck hat. Und dann ist da ja noch Stefan Thesker, den das Pech auch in der neuen Saison zu verfolgen scheint: Muskelfaserriss im ersten Training. Sein „Vorteil“: Die konservativere Interpretation des Innenverteidigers in Schuberts Spielidee könnte ihm mehr liegen als das Walter-Modell. Etwas außen vor hingegen: Tobias Fleckstein.

Zwei Neue, die von der ersten Elf nicht weit entfernt sind: Verteidiger Young-Jae Seo (am Ball) und Offensivmann Makana Baku.
Zwei Neue, die von der ersten Elf nicht weit entfernt sind: Verteidiger Young-Jae Seo (am Ball) und Offensivmann Makana Baku. © Uwe Paesler
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Außenverteidigung: Auch hier kann es spannend werden. Noch haben Jannik Dehm auf rechts und Johannes van den Bergh auf links anscheinend die Nase vorn. Das kann sich aber ändern. Auf der linken defensiven Außenbahn drängt sich Young-Jae Seo als brauchbare Alternative auf. Etwas unklarer ist die Situation auf der rechten defensiven Außenbahn: Testspieler Philipp Müller konnte sich am Ende doch nicht für einen Vertrag empfehlen. Phil Neumann, der die Position ebenfalls spielen kann, wird innen gebraucht. Leichter Vorteil für die Platzhirsche – noch.

Zentrales Mittelfeld: Auf der Sechs wird nach derzeitigem Stand alles auf Hauke Wahl oder Jonas Meffert hinauslaufen. Bei Wahl hängt es daran, wo der Trainer mit ihm plant. Bei Meffert auf lange Sicht am maladen Knie, das immer mal wieder Ärger macht. Sollte Meffert indes doch eher auf der Acht an der Seite des gesetzten Alexander Mühling gebraucht werden und Wahl in die Innenverteidigung rücken, hätte die KSV hier noch Bedarf. Auch wenn Philipp Sander in der Vorbereitung näher an die erste Elf gerückt ist, Neuzugang Michael Eberwein sein Potenzial ebenfalls andeutete.

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Offensives Mittelfeld/Sturm: Neun Spieler, neun Fragezeichen. Die Besetzung der Sturmreihe – entweder im 4-3-3 mit zwei Flügelstürmern und einer Spitze, oder im 4-Raute-2 mit einem Spielgestalter hinter den Angreifern – scheint noch völlig offen. Fast. Denn: für Jae-Sung Lee wird es eine Rolle geben. Ob nun als klassischer Regisseur, als linker Flügelstürmer oder als falsche Neun: Der Südkoreaner wird seinen Platz in der Mannschaft finden. Dafür ist er zu wichtig, wirkt zudem von Tag zu Tag spritziger.

Wer schnürt seine Stiefel für die erste Elf – und wer sitzt zu Saisonbeginn nur auf der Bank? Die laufende Vorbereitung der KSV um Daniel Hanslik (Mitte) und Makana Baku (re.) lieferte bereits erste Erkenntnisse.
Wer schnürt seine Stiefel für die erste Elf – und wer sitzt zu Saisonbeginn nur auf der Bank? Die laufende Vorbereitung der KSV um Daniel Hanslik (Mitte) und Makana Baku (re.) lieferte bereits erste Erkenntnisse. © Uwe Paesler

Dahinter, oder eher davor, ist alles offen. Emmanuel Iyoha hat sich gut präsentiert, könnte in die erste Elf rücken, David Atanga und Makana Baku wären Optionen für den Flügel. Etwas hinten dran hängen Lion Lauberbach, der zuletzt angeschlagene Daniel Hanslik und Noah Awuku. Finn Porath indes könnte dank seiner Flexibilität – er kann auch auf der Acht spielen – zu Einsatzminuten kommen. Bleibt Janni Serra. Und die Frage, ob bei ihm im Sturmzentrum der Knoten endlich wieder platzt. Sonst könnte er seinen Stammplatz schnell los sein. Was im Übrigen für viele der Arrivierten gilt. Die Karten werden neu gemischt. Am 27. Juli, zum Saisonauftakt gegen den SV Sandhausen, liegen sie dann auf dem Tisch.