12. April 2019 / 11:59 Uhr

Holstein Kiel: Sechs Spiele mit „K.o.-Charakter“

Holstein Kiel: Sechs Spiele mit „K.o.-Charakter“

Niklas Schomburg
Kieler Nachrichten
Überspringen Johannes van den Bergh und Holstein Kiel noch Khaled Nareys HSV? Sechs Punkte liegen (noch) zwischen beiden Klubs.
Überspringen Johannes van den Bergh und Holstein Kiel noch Khaled Nareys HSV? Sechs Punkte liegen (noch) zwischen beiden Klubs. © Daniel Bockwoldt/dpa
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Sechs Kapitel schreibt die Zweite Fußball-Bundesliga in dieser Saison noch. Sechs Spieltage bis zur Abschlusstabelle, bis zur endgültigen Entscheidung über Aufstieg und Abstieg, Relegation und Ligaverbleib. Und mittendrin: Holstein Kiel. Die Störche sind Tabellenfünfter, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt drei Punkte, auf den direkten Aufstiegsplatz zwei sind es sechs. Geht da was?

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Ein Blick auf das Restprogramm der sechs Aspiranten auf Platz zwei und drei – der 1. FC Köln scheint an der Tabellenspitze etwas enteilt – sagt: Ja. Der nur aufgrund der Tordifferenz vor Holstein auf Platz vier liegende SC Paderborn gastiert noch im Holstein-Stadion, hat mit dem 1. FC Heidenheim und dem HSV noch zwei schwere Heimaufgaben. Union Berlin muss noch gegen den HSV ran und empfängt im letzten Heimspiel unangenehme Magdeburger, die jeden Punkt im Abstiegskampf brauchen. Der HSV selbst muss am Montag nach Köln und bekommt es im Volkspark mit Union Berlin sowie Paderborn zu tun. Das leichteste Restprogramm der sechs Aufstiegskämpfer hat auf dem Papier wohl Heidenheim, das nach den Auftritten gegen den FC St. Pauli und in Paderborn Sandhausen, Duisburg und Ingolstadt vor der Brust hat. Aber was heißt hier eigentlich leicht?

Johannes van den Bergh: „Meine Erfahrung sagt mir, dass am Ende der Saison die komischsten Ergebnisse zustande kommen."

„Es ist eigentlich egal, wie das Restprogramm auf dem Papier aussieht“, sagt Holsteins Linksverteidiger Johannes van den Bergh. „Meine Erfahrung sagt mir, dass am Ende der Saison die komischsten Ergebnisse zustande kommen.“ Und Erfahrung hat der 32-Jährige reichlich: Mit Borussia Mönchengladbach schaffte „Jojo“ 2008 den Aufstieg in die Bundesliga, mit Fortuna Düsseldorf verpasste er 2010 den Sprung ins Oberhaus als Vierter knapp, schaffte ihn aber drei Jahre später über den Umweg Relegation. Deshalb weiß er: „Niederlagen wie in Darmstadt konnte man noch korrigieren, aber jetzt hat jedes Spiel K.o.-Charakter.“

Partien wie das 2:3 in Darmstadt oder das 1:2 im letzten Hinrundenspiel gegen Bielefeld sind es, die zum einen verhindert haben, dass die Störche sich noch weiter oben in der Spitzengruppe positioniert haben, und zum anderen zeigen, dass keine Zweitliga-Aufgabe leicht ist. „Natürlich sind solche Punktverluste ärgerlich“, sagt van den Bergh. „Wir waren in diesen Spielen wohl auch der leichte Favorit – aber wir können nicht irgendwo hinfahren und sagen: ,Die hauen wir jetzt weg‘, so einfach ist es nicht. Wir können jeden schlagen, das haben wir bewiesen. Aber leichte Gegner gibt es in dieser Liga nicht.“

Der Saisonverlauf von Holstein Kiel in der Zweitliga-Spielzeit 2018/19.

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©
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Und doch geht die KSV aus einer komfortablen Position heraus ins Saisonfinale. Denn weder erwarten Verantwortliche wie Umfeld einen Aufstieg – anders als etwa beim HSV oder Union – noch haben die Störche etwas zu verlieren. „Ob es einfacher ist, als Jäger oder Gejagter zu fungieren, muss jeder für sich selbst entscheiden“, sagt van den Bergh. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, vielleicht ist unsere aktuelle Position als Verfolger für uns besser, vielleicht verursacht das weniger Druck.“ Auf der anderen Seite aber haben es die Kieler nicht ganz in eigener Hand. „Wir sind in Lauerstellung, müssen auf Ausrutscher der Konkurrenz warten und diese dann nutzen“, sagt der 32-Jährige. „Und doch hat man es in dieser Saisonphase oft selbst in der Hand – wenn man seine Hausaufgaben macht.“

Teil eins der sechsteiligen Zweitliga-Klausur mit dem Titel „Pflichtsieg in Ingolstadt“ steigt am Sonntag (13.30 Uhr). Schon heute und am Sonnabend gehen die Blicke nach Berlin (Fr., 18.30 Uhr, gegen Regensburg), Aue (Fr., 18.30 Uhr, gegen Heidenheim) und Paderborn (Sbd., 13 Uhr, gegen Duisburg). Denn bei allem Fokus auf das eigene Spiel – Gucken muss erlaubt sein. „Natürlich verfolgt man, was die anderen um einen herum so machen, das gehört auch zu meiner Berufsauffassung“, erklärt van den Bergh. „Gerade wenn es in die entscheidende Phase geht, ist es sehr interessant. Und klar schaut man auch in die Bundesliga, wer ein möglicher Relegationsgegner sein könnte und wie die Teams so spielen.“ Das Relegationshinspiel wird am 23. Mai angepfiffen – bis dahin warten sechs spannende Wochen Zweitliga-Fußball.

Das Restprogramm der Austiegskandidaten
Das Restprogramm der Austiegskandidaten ©

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Nach den Stationen Bayer Leverkusen II, Rot-Weiß Erfurt, SpVgg Greuther Fürth und VfR Aalen verschlug es Dominick Drexler 2016 zum Drittligisten Holstein Kiel. Bei den Störchen bestritt er in den folgenden zwei Spielzeiten 71 Partien und erzielte dabei 21 Tore. Nach dem verpassten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga unterschrieb er zunächst einen Vertrag beim dänischen Meister FC Midtjylland, schloss sich aber bereits drei Wochen später dem 1. FC Köln an. ©
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