20. September 2018 / 08:04 Uhr

Holstein Kiel: Sportdirektor Fabian Wohlgemuth setzt auf die Weiterentwicklung der Mannschaft 

Holstein Kiel: Sportdirektor Fabian Wohlgemuth setzt auf die Weiterentwicklung der Mannschaft 

Andreas Geidel
Setzt voll auf die Weiterentwicklung der Mannschaft: Holstein-Kiel-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth.
Setzt voll auf die Weiterentwicklung der Mannschaft: Holstein-Kiel-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. © Uwe Paesler
Anzeige

Fabian Wohlgemuth, 39, ist seit Juni Sportdirektor bei der KSV Holstein. Im Interview spricht er über die Niederlage in Fürth, die kommenden Aufgaben und das Vertrauen in Trainer und Mannschaft.

Anzeige

Herr Wohlgemuth, war die Leistung der Mannschaft beim 1:4 in Fürth lediglich eine Delle in der Entwicklungskurve nach oben? Oder haben die „Kleeblätter“ die Tücken des Kieler Systems schlichtweg offenbart?

Anzeige

Fabian Wohlgemuth: Unser Spiel in Fürth hat natürlich viel Enttäuschung hinterlassen. Wir wollten unseren guten Saisonstart bei einem ambitionierten Gegner bestätigen, haben uns durch kapitale individuelle Fehler aus dem Konzept gebracht. Allerdings stellen wir nach Einzelereignissen keine Systemfrage. Das tun wir ebensowenig nach dem Auftaktsieg gegen den HSV wie auch nach einer deutlichen Niederlage in Fürth.

Kann man von einer Lehrstunde zur rechten Zeit sprechen oder genügt die Qualität des Kaders nicht den Ansprüchen des Trainers?

Wir versuchen, aus jedem Spiel unsere Lehren zu ziehen. Die Mannschaft wurde in der Saisonvorbereitung vom Personal bis zum Betriebssystem runderneuert. So etwas funktioniert im seltensten Fall ohne Brüche und Sprünge. 

Gefühlt haben die Störche bislang nur in rund 100 der bislang absolvierten 450 Zweitliga-Minuten gut bis sehr gut gespielt. Sind Sie von der Spielidee Tim Walters (Offensive total, große Risiken in hinteren Regionen) noch immer zu 100 Prozent überzeugt?

Für alle Zweifelsfälle führen wir unsere Richtungsdebatten intern. Wer es sich einfach machen will, kann ganz sicher schlussfolgern, dass bei 65 Prozent Ballbesitz und vier Gegentoren Aufwand und Nutzen nicht wirklich ausbalanciert sind. Wir dürfen uns aber nicht nur an der Oberfläche aufhalten, sondern müssen uns im Detail mit den Situationen auseinanderzusetzen, die zur Entstehung der Gegentore geführt haben. Gerade mit Blick auf den Hergang am vergangenen Wochenende waren hier ganz bestimmt nicht systemische Ursachen der Auslöser. 

Jetzt steht eine englische Woche an mit den Heimspielen gegen die Spitzenteams aus Bochum und Darmstadt sowie dem Auswärtsauftritt bei Union Berlin an. Welche Punktausbeute erwarten Sie aus den drei Partien, damit an der Förde keine Unruhe aufkommt?

Meine Erwartung richtet sich primär an die Weiterentwicklung unserer Mannschaft. Natürlich müssen wir die nötigen Punkte einfahren. Grundsätzlich aber wollen wir sehen, dass die Fehlerquote sinkt, sich Abläufe einspielen, dass die mannschaftliche Stabilität wächst und das Team bei Rückschlägen im Spiel schnell die eigene Linie wieder findet. Darüber hinaus gehen wir in jedes unserer Spiele, auch in die anstehenden drei, mit dem Anspruch zu gewinnen. 

Interview: Andreas Geidel

Stimmt ab! Wie schlagen sich die Störche gegen den VfL Bochum?

Mehr zu Holstein Kiel

"Holsteins Eleven" - Die Trainer der Störche

Die Trainer-Laufbahn von Helmuth Johannsen begann 1950 beim damaligen Oberligisten Bremerhaven 93. Im Anschluss daran trainierte er Holstein Kiel von 1954 bis 1961. Dann verließ Johannsen die Störche und wechselte zum 1. FC Saarbrücken. Nachhaltig prägte Johannsen auch Eintracht Braunschweig (1963-1970), wo er mit der Deutschen Meisterschaft 1967 seinen größten Erfolg feiern konnte. Weitere Stationen seiner Karriere waren Tennis Borussia Berlin, der Grasshopper Club Zürich und der VfL Bochum. Zur Galerie
Die Trainer-Laufbahn von Helmuth Johannsen begann 1950 beim damaligen Oberligisten Bremerhaven 93. Im Anschluss daran trainierte er Holstein Kiel von 1954 bis 1961. Dann verließ Johannsen die Störche und wechselte zum 1. FC Saarbrücken. Nachhaltig prägte Johannsen auch Eintracht Braunschweig (1963-1970), wo er mit der Deutschen Meisterschaft 1967 seinen größten Erfolg feiern konnte. Weitere Stationen seiner Karriere waren Tennis Borussia Berlin, der Grasshopper Club Zürich und der VfL Bochum. ©