29. November 2018 / 21:38 Uhr

Holsteins Sportdirektor Fabian Wohlgemuth zu möglichen Transfers: "Haben gewissen Spielraum"

Holsteins Sportdirektor Fabian Wohlgemuth zu möglichen Transfers: "Haben gewissen Spielraum"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Tür-Öffner für Transfers: Fabian Wohlgemuth arbeitet derzeit intensiv am KSV-Kader der Zukunft.
Der Tür-Öffner für Transfers: Fabian Wohlgemuth arbeitet derzeit intensiv am KSV-Kader der Zukunft. © Uwe Paesler
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Nicht nur für die Zweitliga-Truppe geht es jetzt bis zum Ende des Pflichtspieljahres Schlag auf Schlag. Auch im Hintergrund wird bei Holstein Kiel intensiv gearbeitet. Sportdirektor Fabian Wohlgemuth steht vor spannenden Wochen, denn im Januar öffnet das Wintertransferfenster. Mögliche Verstärkungen, auslaufende Verträge, die Situation der Leihspieler – der 39-Jährige gibt Auskunft zur Planung der Störche.

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Fabian Wohlgemuth zur aktuellen Transferplanung:

„Die Planung läuft im Grunde zwölf Monate im Jahr. Das ist kein Vorgang, den wir nur anlässlich der Transferperioden auf die Tagesordnung nehmen. Spieler, die für uns interessant sein könnten, sind schon seit längerer Zeit in unserem Beobachtungsfeld. Wir bahnen die Gespräche an, sind aber auch von Entwicklungen in anderen Vereinen abhängig – siehe Leihspieler. Wenn ein Bundesligist vor Transferschluss noch neue Spieler verpflichtet, gibt es einen Überhangkader. Dann werden Leihspieler frei. Die Entwicklung müssen wir im Auge behalten.“

Zur Arbeit mit Beratern und Agenten:

„Der tägliche Austausch mit Vermittlern von Spielern gehört dazu. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, welche Informationen relevant sind und welche nicht. Natürlich besteht die Erwartung, dass man unseren Kader kennt, sich mit der Spielweise auseinandersetzt und zumindest ein wenig antizipieren kann, welcher Spieler zu uns passen könnte. Mit denjenigen, die eine persönliche Beziehung zu ihren Spielern haben, ist die Arbeit danach auch leichter.“

Zu den „Problemzonen“ im Kader:

„Eigentlich sind wir mit unserem Kader zufrieden. Dennoch schauen wir uns um, auch um eventuell einen Vorgriff auf den Sommer zu machen. Man darf von uns erwarten, dass wir professionell agieren und Alternativen in der Hinterhand haben. Denn es geht nicht allein darum, den Kader durch individuelle Qualität und den damit verbundenen Konkurrenzkampf zu stärken, sondern auch darum, die Vertragssituation insgesamt im Blick zu behalten.“

Zum Scouting-Fokus:

„Wir konzentrieren uns auf Deutschland, wollen diesen Markt durchdringen und sehr gut kennen. Ein Deutsch sprechender junger Spieler kann für uns einen größeren Mehrwert darstellen. Wir schauen uns bei den U23-Mannschaften um, bei den talentierten Spielern aus der Ersten und Zweiten Liga. Da geht es nicht nur um den aktuellen Leistungsstand, sondern auch die Perspektive des Spielers. Wie groß sind die Lernschritte? Wie schnell kann er einen Mehrwert für die Mannschaft bedeuten? Wohin kann der Weg gehen?“

Fabian Wohlgemuths bisher größter Fang als Sportdirektor der KSV Holstein: Der koreanische Nationalspieler Jae-Sung Lee unterschrieb im Sommer für drei Jahre bei den Störchen.
Fabian Wohlgemuths bisher größter Fang als Sportdirektor der KSV Holstein: Der koreanische Nationalspieler Jae-Sung Lee unterschrieb im Sommer für drei Jahre bei den Störchen. © Uwe Paesler
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Zur Rolle des neuen Chefscouts Dirk Schlegel:

„Wir profitieren von seinem Netzwerk, aber auch von seinem Blick. Die Spiele, die wir zuvor live nicht abdecken konnten, holt er jetzt nach. Es sind etliche Akteure, die wir derzeit unter Beobachtung haben. Dirk liebt sein Aufgabenfeld. Er ist sieben Tage die Woche im Auto, auf allen Fußballplätzen und ununterbrochen am Telefon.“

Zum finanziellen Spielraum:

„Wir wollen unser Geld sinnvoll einsetzen, in die Infrastruktur investieren und mehr Personal einstellen. Gutes Personal trifft bessere Entscheidungen. Wir fahren gut damit, die Strukturen um die Mannschaft herum weiterzuentwickeln. Und dann können wir auch den Kader weiterentwickeln. Aber: Es ist hier nicht alles auf Kante genäht. Wir haben einen gewissen Spielraum und sind nicht gezwungen, das Transferfenster tatenlos an uns vorbeiziehen zu lassen.“

Zu einem möglichen „Kracher“ und dem Blick auf die Tabellenspitze:

„Wenn der Markt etwas bietet, beschäftigen wir uns damit. Aber da geht es nicht um die aktuelle Tabellensituation, sondern um die perspektivische Betrachtung und Weiterentwicklung des Kaders. Diejenigen, die unseren Verein in absehbarer Zeit im Oberhaus sehen wollen, werden wir nicht zu Fantasten erklären. Jedoch befinden wir uns im Hier und Jetzt, im Tabellenmittelfeld. Wenn der Blick irgendwann weiter nach oben gehen kann, werden wir uns mit höheren Zielen beschäftigen. Aber aktuell ist das nicht der Fall. Wir müssen die Plattitüde bedienen: Wir denken von Woche zu Woche. Nicht ein Zweitligist, mit Ausnahme von Hamburg und Köln, ist in der Lage, den Saisonverlauf abzuschätzen. Es ist alles sehr eng zusammen.“

Zu den eigenen Nachwuchsspielern:

„Wir setzen auf den Nachwuchs, schaffen und verbessern die Strukturen und hoffen, dass sich Spieler entwickeln, die wir irgendwann im Profikader sehen. Noah Awuku etwa hat einen extremen Leistungssprung gemacht. Seine Einwechslung gegen Köln war der verdiente Lohn. Das könnte vielleicht der erste Spieler sein, den wir regelmäßig auflaufen sehen. Die Arbeit trägt also erste Früchte. Im Flächenland Schleswig-Holstein wollen wir künftig die Hauptanlaufstelle für Talente sein. Wir wollen sie früh emotional an Holstein Kiel binden. Es gibt einiges zu tun.“

Gespräch: Marco Nehmer und Niklas Schomburg

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